Sicherheit Ihres Haustiers: ADAC testet Auto-Modus für Hunde
ADAC prüft neuen Hunde-Modus für die Klimaanlage in E-Autos

Bild: PATRICK T. FALLON/Getty Images
Dass es keine gute Idee ist, einen Hund alleine in einem verschlossenen Auto zurückzulassen, sollte bekannt sein. Bei hohen Außentemperaturen erhitzt sich der Innenraum des Autos schnell – dem Haustier drohen dann gesundheitliche Schäden und sogar der Tod.
Sollte es sich für einen kurzen Moment dennoch nicht vermeiden lassen, den Hund im Auto warten zu lassen, steht Hundehaltern in Elektroautos unterschiedlicher Hersteller mittlerweile ein spezieller Hunde-Modus für die Klimaanlage zur Verfügung. Doch hält die Klima-Funktion, was sie verspricht? Dieser Frage ist der ADAC nun auf den Grund gegangen.
Hunde-Modus auf die Probe gestellt
Unter anderem Tesla, Smart und der chinesische Autobauer Nio bieten in ihren Elektroautos einen speziellen Hunde-Modus für die Klimaanlage. Dieser verspricht, den Fahrzeuginnenraum während der Abwesenheit des Fahrers auf eine voreingestellte Temperatur zu kühlen und diese bis zu seiner Rückkehr zu halten. Zurückgelassene Hunde sollen so vor Hitze geschützt werden. Gleichzeitig informiert eine Meldung auf dem zentralen Fahrerdisplay Passanten darüber, dass der Hund in einem klimatisierten Auto sitzt.
Der ADAC hat den Hunde-Modus beispielhaft in einem Tesla Model Y getestet. Dazu parkte der Automobilclub das E-Auto in einer speziellen Klimakammer bei 35 Grad Celsius und stattete den Innenraum an mehreren Stellen mit Temperaturmessern aus. Tatsächlich schaffte es der auf 20 Grad Celsius eingestellte Hunde-Modus, die Temperatur auf der Rückbank, im Fußbereich und in einer Hundebox im Kofferraum vergleichsweise kühl zu halten.
Ohne aktivierten Hunde-Modus erhitzte sich der Fahrzeuginnenraum bei simulierter direkter Sonne hingegen schon nach 30 Minuten auf beinahe 40 Grad Celsius – und das auch bei leicht geöffnetem Fenster. Bei Parken im Schatten verlangsamte sich das Aufheizen zwar, verhindert wurde der Temperaturanstieg ohne Hunde-Modus jedoch nicht.
Hunde-Modus nicht uneingeschränkt zuverlässig
Dennoch gibt der ADAC zu bedenken, dass der Hunde-Modus die eingestellte Wunschtemperatur nicht überall auch langfristig sicherstelle. Bei eingestellten 20 Grad Celsius und direkter Sonneneinstrahlung auf die Rückbank und den Kofferraum sei die Temperatur im Test auf 25 und 29 Grad Celsius gestiegen. Für eine zuverlässige Kühlung komme es demnach darauf an, ob das Tier direkt von der Sonne angestrahlt wird und wie die Luftdüsen der Klimaanlage eingestellt sind. Im Zweifel empfehle es sich, die Wunschtemperatur noch niedriger zu setzen.
Trotz Hunde-Modus sollten sich Fahrer zudem nicht weit von ihrem Auto entfernen. Denn der Hunde-Modus funktioniert etwa im Tesla Model Y nur bei ausreichender Batterieladung. Sinkt diese unter 20 Prozent, erhalten Fahrer wiederholte Warnungen auf ihr Smartphone. Die Klimatisierung wird dabei zwar nicht unterbrochen, aufgrund eines technischen Fehlers könne es jedoch jederzeit dazu kommen, so der ADAC. Hundehalter sollten somit jederzeit in der Nähe sein, um notfalls eingreifen zu können.
Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren
Stirbt ein Hund im Auto an den Folgen von Hitzeschäden, droht dem Halter eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren oder ein Bußgeld. Entdecken Passanten einen zurückgelassenen Hund in einem Auto ohne Klimatisierung, sollten sie versuchen, den Halter ausfindig zu machen, sofern der Hund noch bei Bewusstsein ist. Andernfalls sollten sie die Polizei oder Feuerwehr zur Befreiung des Tieres rufen.
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