Skoda Kodiaq 2.0 TDI: Test
Freizeitheld mit Format: neuer Skoda Kodiaq hat wenig Schwächen
Skoda Kodiaq 2.0 TDI im ersten Test
Bild: Skoda
Nicht kleckern, sondern klotzen – nach diesem bewährten Motto rollt auch die zweite Auflage des Skoda Kodiaq betont selbstbewusst und stattlich auf den Hof. Gebaut wird das kompakte SUV wie gehabt im tschechischen Kvasiny, bei unverändertem Radstand von 2,79 Metern gibt es jedoch leichte Zuwächse in den Außenabmessungen (Länge +6 cm/Breite und Höhe je +2 cm) und bei der Ausstattung.
Dieses Mehr an Auto gibt es aber natürlich nicht geschenkt. Der hier getestete 2.0 TDI mit Frontantrieb (Allrad nur mit 2.0 TDI/193 PS) und 7-Gang-DSG (Serie) steht ab 45.500 Euro in der Preisliste – 2650 Euro oder 5,8 Prozent mehr als beim Vorgänger. Ob sich dieser Aufschlag wirklich lohnt, klärt der Test.
Platzangebot und Variabilität überzeugen
Ganz ehrlich, wer mit dem Platzangebot des Kodiaq nicht zurechtkommt, ist ein Fall für den VW Bus. Vorn wie hinten genießen die Gäste viel Luft, auf Wunsch (dritte Sitzreihe: 1180 Euro) dürfen auch sieben Passagiere einsteigen.

Richtig groß: Der neue Skoda Kodiaq streckt sich bei 2,79 Metern Radstand auf 4,75 Meter. Das schafft viel Raum für alle Passagiere.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Die Fondbank lässt sich längs verschieben und die 40:20:40 geteilte Lehne in der Neigung variieren (nicht beim Siebensitzer). So kann der Urlaub kommen, auf den ausreichend dimensionierten Sitzen vorn thronen wir 68 Zentimeter über Grund und genießen bequeme Polster sowie die gute Übersicht.
In der zweiten Reihe müssen auch große Gäste die Beine nicht übermäßig anwinkeln, da die Sitzfläche stolze 38 Zentimeter über dem Fahrzeugboden montiert ist. Ein Genuss. Und zwar ohne Reue, denn bis zum Dachhimmel bleiben immer noch 99 Zentimeter.
Fahrzeugdaten
Modell | Skoda Kodiaq 2.0 TDI |
|---|---|
Motor Bauart/Zylinder | Vierzylinder, Turbo |
Einbaulage | vorn quer |
Ventile/Nockenwellen | 4 pro Zylinder/2 |
Nockenwellenantrieb | Zahnriemen |
Hubraum | 1968 cm³ |
kW (PS) bei 1/min | 110 (150)/3000 |
Nm bei 1/min | 360/1600 |
Vmax | 205 km/h |
Getriebe | Siebengang-Doppelkupplung |
Antrieb | Vorderradantrieb |
Bremsen vorn/hinten | Scheiben/Scheiben |
Testwagenbereifung | 235/50 R19 V |
Reifentyp | Michelin Primacy 4 |
Radgröße | 8 x 19" |
Abgas CO2 | 145 g/km |
Verbrauch* | 5,5 l/100 km |
Tankinhalt | 55 l |
Kraftstoffsorte | Diesel |
SCR-Kat/Ad-Blue-Tankinhalt | S/18 l |
Vorbeifahrgeräusch | 68 dB(A) |
Anhängelast gebr./ungebr. | 2000/750 kg |
Stützlast | 100 kg |
Kofferraumvolumen | k. A.-910**–2105 l |
Länge/Breite/Höhe | 4758/1864–k. A.***/1659 mm |
Radstand | 2791 mm |
Grundpreis | 45.500 Euro |
Testwagenpreis (wird gewertet) | 48.170 Euro |
Auch die Gepäckfrage löst der Kodiaq mit bis zu 2105 Liter Laderaumvolumen auf den ersten Blick souverän. Eine Fernentriegelung für die Fondlehne vom Heck aus fehlt ebenso wenig wie solide Verzurrösen.

Großzügig: Der Kofferraum des Skoda Kodiaq verpackt bis zu 2105 Liter. Für 1180 Euro extra gibt es eine dritte Sitzreihe.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Allerdings berechnen die Tschechen für eigentlich unverzichtbare Ausstattungen wie den doppelten Ladeboden (nicht bei 7-Sitzer) oder eine Gepäcknetztrennwand jeweils 170 Euro extra – das "simply clever"-Motto mit serienmäßigen Details wie Regenschirm in der Fahrertür, Eiskratzer im Tankdeckel oder Parktickethalter an der Windschutzscheibe dürfte hier gern weitergedacht werden.
Qualität und Bedienung passen
Bei der Arbeitsplatzgestaltung gibt es dann weniger zu meckern. Nicht nur die gute Verarbeitungsqualität mit geschäumten Materialien und wenig Störgeräuschen findet unser Gefallen, vor allem müssen wir die schlauen Smart Dials loben. Die beiden äußeren der drei dicken Knubbel in der Mittelkonsole regeln die Temperatur rechts und links, der zentrale Knopf kann mit Lautstärke, Kartenzoom oder weiteren Klimafunktionen belegt werden – einfaches Antippen schaltet ihn um.

Gut gemacht: Neben Materialauswahl und Verarbeitungsqualität überzeugen die "Smart Dials", die die Bedienung erleichtern.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
So funktioniert das Wichtigste auf einen Dreh, ohne hinsehen zu müssen. Wer braucht da Slider zum Wischen? Und wer partout nicht Hand anlegen will, kann sich mit "Hey, Laura" an die aufmerksame und hilfsbereite Sprachassistenz wenden. Audio, Klima, Sitzheizung, Points of Interest – geht alles auf Zuruf, auch ein "ich habe Hunger" funktioniert.
Ebenso hilfreich der Travel Assist (im Paket ab 690 Euro), der das Tempo in Kurven oder Ortschaften vorausschauend anpasst. Auch sonst arbeiten die vielen elektronischen Helfer weitgehend unauffällig und zuverlässig.
Mit dem 150-PS-TDI ist man gut unterwegs
Obwohl jedes der 150 Diesel-Pferdchen fast 12 Kilogramm schleppen muss, wirkt der 2.0 TDI absolut nicht müde. Im Gegenteil. Er spurtet in weniger als zehn Sekunden auf 100 km/h und rennt auf der Autobahn mehr als das Doppelte – nicht erst angesichts chronisch verstopfter Straßen und drohendem Klimakollaps sollte das reichen.

Ordentlich: Der kleinere 2.0 TDI bringt den immerhin 1747 Kilogramm schweren Kodiaq in 9,6 Sekunden auf Tempo 100. Vmax: 205 km/h.
Bild: Christoph Börries / AUTO BILD
Laufkultur, Geräuschentwicklung und Ansprechverhalten gehen in Ordnung, das siebenstufige DSG arbeitet aufmerksam und sanft. Im Handling wirkt der Kodiaq eher leichtfüßig als schwerfällig, wer zu ungestüm durch Kurven räubert, wird vom wachen ESP rüde eingebremst. Und die Bremsen sind ganz allgemein richtig bissig, der Kodiaq steht aus 100 km/h stets unter 34 Metern.
Messwerte
Modell | Skoda Kodiaq 2.0 TDI |
|---|---|
Beschleunigung | |
0–50 km/h | 3,3 s |
0–100 km/h | 9,6 s |
0–130 km/h | 16,0 s |
0–160 km/h | 27,1 s |
Zwischenspurt | |
60–100 km/h | 5,3 s |
80–120 km/h | 7,0 s |
Leergewicht/Zuladung | 1747/598 kg |
Gewichtsverteilung v./h. | 58/42 % |
Wendekreis links/rechts | 11,9/11,9 m |
Sitzhöhe | 680 mm |
Bremsweg | |
aus 100 km/h kalt | 33,2 m |
aus 100 km/h warm | 33,7 m |
Innengeräusch | |
bei 50 km/h | 57 dB(A) |
bei 100 km/h | 63 dB(A) |
bei 130 km/h | 68 dB(A) |
Verbrauch | |
Sparverbrauch | 4,6 l /100 km |
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde (Abweichung zur WLTP-Angabe) | 5,7 l/100 km (+4 %) |
Sportverbrauch | 7,8 l/100 km |
CO2 (Testverbrauch) | 151 g/km |
Reichweite (Testverbrauch) | 1000 km |
Auch Komfort kann der große Skoda. Lange Wellen reitet er sanft wiegend, aber keinesfalls schaukelig ab. Kurze Stöße schlucken die konventionellen Stahlfedern ebenfalls ausreichend, Verstelldämpfer (800 Euro) haben wir nicht vermisst. Im Gegenteil: Gegenüber dem Allrad-TDI mit DCC empfanden wir das Anfedern sogar als angenehmer.
Viel Ausstattung für viel Geld
So wie bewertet, kommt der Kodiaq auf knapp 50.000 Euro – viel Geld, für das es aber auch viel Auto gibt. Grundsätzlich bringt die Basisversion Selection schon das Wichtigste mit: LED-Scheinwerfer, Dreizonen-Klima, zwei 10-Zoll-Displays, kabellose Handykopplung (Apple/ Android), Frontradar mit City-Notbremse (inkl. Fahrradfahrer-/Fußgängererkennung), Spurhalter, Ausstiegswarner und etliche Assistenten mehr.
Der Unterhalt bleibt insgesamt im Rahmen, der Testverbrauch von 5,7 Liter liegt gerade mal vier Prozent über WLTP und erlaubt 1000 Kilometer nonstop. Meckern müssen wir übers Kleckern bei der Garantie: zwei Jahre – bitte mal klotzen.
Fazit
Der Kodiaq 2.0 TDI mit 150 PS und Frontantrieb hat das Zeug zum Liebling einer ganzen Nation. Er bietet viel Platz, fährt souverän und komfortabel, bleibt günstig im Verbrauch – das finden Sie längst nicht bei jedem Hersteller. Okay, fast 50.000 Euro sind tatsächlich eine hohe Hürde – aber dafür bieten die Tschechen auch viel Gegenwert. Und anderswo gibt es so ein XL-SUV kaum günstiger.
AUTO BILD-Testnote: 2-
AUTO BILD-Testnote: 2-
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