Skoda Octavia 4x4 II: Gebrauchtwagen-Check
Aus Fehlern gelernt

Beim Vorgänger, dem Octavia I 4x4, mussten wir noch warnen, denn es gab so einige Probleme. Aus denen hat Skoda offenbar gelernt: Der Octavia II ist solide und dauerhaft.
Bild: Sven Krieger
- Martin Braun
Zahnriemenrisse bei den Dieselmotoren, Motoraussetzer durch minderwertige Luftmassenmesser, öltriefende Turbolader, streikende Fensterheber, vorzeitig defekte Kupplungen – das waren die typischen Problemstellen des VW Golf IV und damit auch des Skoda Octavia der ersten Generation. Das traf die Allradversionen genauso. Doch hier geht es um den Allrad-Octavia der zweiten Generation. Und der basiert auf dem Golf V und lässt damit die Wehwehchen seines Vorgängers zum Glück hinter sich. Der Octavia II gefällt nicht nur mit mehr Platz auf der Rücksitzbank und noch größerem Laderaum als beim Vorgänger, sondern auch mit weit geringerem Ärgerpotenzial. Schwerwiegende Defekte und teurer Aggregatetausch sind selten.
Überblick: News und Tests zum Skoda Octavia

Viel Platz ist nicht im Fond des Skoda Octavia, aber der Knieraum ist gerade noch ausreichend für Erwachsene.
Bild: Sven Krieger
Häufig Schäden am Boden
Als stabil erweist sich das Fahrwerk des Octavia. Radaufhängungen, Radlager und Fahrwerksbuchsen sind offenbar ausreichend dimensioniert. Experimente mit Breiträdern oder Distanzscheiben sind offenbar nicht Sache der Skoda-Besitzer, sodass hier übermäßige Zusatzbelastungen durch nachträgliche Modifikationen praktisch keine Rolle spielen. Schäden an der Unterseite des Allrad-Octavia bleiben freilich nicht aus. Denn knapp über 40 Prozent der Octavia-fahrenden Leser geben an, ihr Fahrzeug auch im Gelände einzusetzen. Dafür ist die Bodenfreiheit aber recht knapp bemessen. Durch das bei der Allradversion serienmäßige Schlechtwegefahrwerk verfügt der Octavia 4x4 zwar insgesamt über 40 mm mehr Bodenfreiheit als die billigeren Frontantriebsvarianten, aber mehr als insgesamt 160 mm sind das trotzdem nicht.
Kaum Rostprobleme
Selbst der mit etwas größeren Reifen versehende Octavia Scout kommt auf nicht mehr als gemessene 170 mm Bodenfreiheit. Da sind Schäden programmiert. Dennoch sind die Besitzer eines Allrad-Octavia meist sehr zufrieden mit ihrem Auto. Das zuverlässige Startverhalten trägt dazu bei, aber eben auch das günstige Preis-Leistungs-Verhältnis und die niedrigen Unterhaltskosten durch geringen Kraftstoffverbrauch und die Einstufung in günstige Versicherungsklassen. Rostprobleme gibt es offenbar ebenfalls kaum. Nur fünf Prozent der Einsender beschweren sich über vorzeitig auftretende Korrosion, allerdings fast ausnahmslos bei sehr hohen Kilometerständen von mehr als 200.000. Skoda gibt auch die VW-typische Rostgarantie über 12 Jahre. Rund 30 Prozent der Octavia-Fahrer geben an, zuvor einen VW oder Audi besessen zu haben.
Treue Kundschaft

Der große Laderaum schluckt 580 bis 1620 Liter, die Ladelänge beträgt 1,02 bis 1,83 Meter.
Bild: Sven Krieger
Fazit
Der Allrad-Octavia scheint ein Auto für reine Pragmatiker zu sein. Sie freuen sich über das günstige Preis-Leistungs-Verhältnis, die niedrigen Unterhaltskosten und den wirksamen Allradantrieb. Nicht wenige missbrauchen diesen Pkw aber als Geländewagen. Und deshalb sollten Gebrauchtkäufer akribisch die Unterseite nach Schäden absuchen. Ansonsten ist der Skoda ein sehr treuer, robuster Begleiter.
Service-Links