SLK 55 AMG/C 63 AMG B.S.: Fahrbericht
So fühlt sich pure AMG-Power an

Ausfahrt in Laguna Seca: AUTO BILD SPORTSCARS war mit dem C 63 AMG Black Series und dem SLX 55 AMG auf der Rennstrecke. Fazit: Nur fliegen ist schöner.
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Darf ein Benz kompromisslos sportlich sein? Nein. Nicht mal wenn AMG draufsteht? Im Zweifel: jein. Dafür müssen sie ihm in Affalterbach schon den Zusatz Black Series in den automobilen DNA-Strang stempeln. Doch der Reihe nach: Vom Heimatmarkt abgesehen, sind die USA für AMG noch immer der wichtigste Absatzmarkt. Solvente Chinesen entdecken das Selberfahren gerade erst für sich, und in Russland … Na, sind Sie schon mal mit einem Sportfahrwerk über russische Landstraßen gerappelt? Da trifft es sich gut, dass sich der Pacific Coast Highway als Kulisse nicht übel macht und in Laguna Seca eine der faszinierendsten Rennstrecken der Welt liegt, wenn selbst in Le Castellet mieses Wetter herrscht.
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Perfekter Cruiser: Der SLK 55 AMG gefällt mit Leistung und Gänsehaut-V8-Sound.
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Kompromisslos: Das C 63 AMG Coupé Black Series ist eine waschechte Fahrmaschine.
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Na dann: Gib ihm. Ein leichtes Zucken durchfährt den Hinterwagen als der Black Series auf die darauf folgende Andretti Hairpin zufliegt. Kurz korrigieren, das war’s. Herrlich neutral und einfach beherrschbar. In den folgenden Rechtskurven zeigt sich, was die Techniker mit dem einstellbaren Gewindefahrwerk geleistet haben: Eine breitere Spur – 40 mm vorn und 79 hinten – sorgt für exorbitanten Grip an der Vorderachse, und geänderte Stabis begrenzen die Seitenneigung auf ein Minimum. Untersteuern kennt das Coupé kaum, und sollte doch einmal der Grip einbrechen, genügt ein kurzer Gasstoß, und das sich sanft eindrehende Hinterteil korrigiert das Malheur. Eine nach innen hängende Links später geht es auf die Mutkurve des Kurses zu: Der fast blinde Linksknick geht durch eine Kompression in die wichtige Bergaufgerade Richtung Corkscrew über. Wer hier kein Vertrauen ins Auto hat, lässt bittere Zehntel liegen. Also: kurz und scharf anbremsen, durch die Senke, früh ans Gas und hoffen, dass man die Streckenbreite richtig kalkuliert hat, um das unruhige Heck wieder einzufangen.
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Anfahrt auf die Schlüsselstelle: "Corkscrew" verlangt dem Mut des Fahrers alles ab.
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Weiter geht es durch zwei schnelle Kehren, in denen der Black Series im Optimalfall gar nicht, aber wenn, dann neutral über alle viere in Richtung Kurvenausgang giert, bevor es auf die Zielkurve zugeht. Nach der engen Links genießen wir ein letztes Mal den beeindruckenden Vorwärtsdrang, bevor es wieder auf die Ziel(un)gerade geht. So enden die wohl atemberaubendsten 3,6 Kilometer, die man zu dieser Jahreszeit zurücklegen kann.
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