Wink mit dem Zaunpfahl? Nicht ganz; es ist schon eher der gesamte Zaun, den Nissan zur momentanen Modellauffrischung des 370 Z in Händen hält. Um 5.850 Euro will der Hersteller den Grundpreis seines 328-PS-Coupés nach unten korrigieren. Mehr muss man zur Beliebtheit eines Modells wohl nicht mehr sagen. Oder um der Schmach eine Zahl zu geben: Gerade einmal 287 Neuzulassung sind hierzulande im vergangenen Jahr zusammengekommen. Ein nicht gerade massentauglicher SLS AMG konnte sich mehr als doppelt so viele Kennzeichen sichern. Eigentlich schade, denn an Unterhaltungswert fehlt es dem Japaner mit seiner locker sitzenden Hüfte definitiv nicht.
Novidem 370 Z GT400
Frontmotor, Heckantrieb und Sportfahrwerk: Den lockeren Hüftschwung beherrscht der getunte Nissan 370 Z wie kaum ein Zweiter.
Bild: Ronald Sassen
Seine Rezeptur mit Frontmotor, Heckantrieb und Sportfahrwerk ist so simpel wie ehrlich, sein Design wohltuend anders. Und wer die künftige Ersparnis nicht in Unterhaltungs-Firlefanz oder Lederpaketen versenkt, sondern in Leistung und Fahrwerk investiert, der kann das Coupé auch gleich in die nächsthöhere Performance-Liga hieven. So geschehen bei Tuner Novidem, der im Auftrag des Zürcher Nissan Performance Centers die Sonderserie GT400 kreierte und den 370 Z damit in Schlagdistanz zu TT RS und SLK 55 AMG positioniert. Zugegeben, formal wäre ein Vergleich mit dem Audi naheliegender gewesen.
Mercedes SLK 55 AMG
Mangels Sperre verraucht ein Großteil der Kraft am kurveninneren Rad. Drifts lassen sich beim SLK nur mit roher Gewalt herausstemmen.
Bild: Ronald Sassen
Doch der Mercedes ähnelt dem Nissan vom Wesen her mehr. Beide haben Heckantrieb, fokussieren den Fahrspaß und greifen nur auf das zurück, was ihnen die Mechanik dafür bietet. Dass der Benz hauptberuflich als Power-Roadster arbeitet und gesellschaftlich mindestens zwei Ebenen über einem 370 Z rangiert, lassen wir daher einfach mal großzügig außer Acht. Signifikanter sind da schon die antriebsseitigen Unterschiede. Denn während Mercedes einen hochmodernen, mit 5,5 Litern nicht gerade schmächtig bemessenen und obendrein auch noch auf Drehzahl abgerichteten V8-Sauger verbaut, muss sich Novidem mit einem eher durchschnittlichen 3,7-Liter-V6 arrangieren. Mehr Infos und wie der Vergleich "Tuning gegen Serie" am Ende ausgeht, erfahren Sie in der Bildegalerie. Den kompletten Artikel gibt's auch im Online-Heftarchiv als pdf-Download.


Fazit

von

Manuel Iglisch
Novidem behauptet sich einmal mehr als Meister des Kompressor-Tunings. Der GT400 funktioniert tadellos, ist in jeder Hinsicht deutlich schneller als seine Basis und somit eine preiswerte Coupé-Alternative zum SLK. Der wiederum rechtfertigt seinen Tarif mit Perfektion, Qualität und dem sensationellen V8. Remis!