Im Sommer können lange Fahrten mit Kindern besonders anstrengend werden: Die Sonne brennt den kleinen Passagieren ins Gesicht, ihnen wird heiß und sie schwitzen. Eine Klimaanlage hilft auch nur zum Teil – sie kühlt zwar nach einiger Zeit die Luft, doch gegen das Blenden der Sonne und gegen Ultraviolettstrahlung (UV) kann eine Klimaanlage nichts ausrichten.
Von der gefährlichen UV-B-Strahlung ist man zwar durch die Fensterscheiben abgeschirmt, UV-A-Strahlung kann aber trotzdem noch ins Auto gelangen. Die ist zwar nicht ganz so gesundheitsgefährdend, kann aber für Augen und Haut mit der Zeit trotzdem schädlich werden. Ein vernünftiger Sonnenschutz kann hier Abhilfe schaffen und schont die Augen und die Haut der Kinder. Auch für mitreisende Tiere können Sonnenschutzsysteme kühlenden Schatten spenden. AUTO BILD hat zehn Sonnenschutzsysteme getestet und erklärt, welche Arten es gibt und worauf Sie beim Kauf achten sollten!

Sonnenschutzblenden im Test

Ausgewählte Produkte in tabellarischer Übersicht
1.
Sonniboy ClimAir Komplett-Set
199,00 EUR
2.
Pemotech Sonnenschutz Auto Baby
18,08 EUR
3.
Systemoto Selbsthaftender Sonnenschutz
17,14 EUR
4.
Hauck Shade Me 2
12,99 EUR
5.
OK Cars Sonnenschutz
9,99 EUR
6.
Filtravedo universal 45 cm
8,99 EUR
7.
Laloona Universal Sonnenschutz
13,49 EUR
8.
Reer Auto Sonnenblende
5,99 EUR
9.
ATU Sonnenschutz
1,99 EUR

Zehn Sonnenschutzsysteme im Test

Die getesteten Nachrüst-Sonnenschutzsysteme kosten zwischen 2 und 200 Euro. Getestet wurde zum einen der Blendschutz, zum anderen die Montage des Systems. Es wurde aber auch berücksichtigt, ob durch den Sonnenschutz noch durchgesehen werden kann, wenn er montiert wurde; außerdem, wie gut er passt. So unterschiedlich die Systeme sind, so unterschiedlich ist auch die Art der Befestigung. Einige Sonnenschutzsysteme werden per Saugnapf an die Scheibe angebracht, andere werden über die Hintertür gezogen oder fest eingebaut. Aber es gibt auch Systeme, die auf die Scheibe geklebt, über die Tür gezogen oder als Notlösung einfach nur in die Seitenscheibe eingeklemmt werden. 
Sonnenschutzsysteme   Mulltuch
Schnelle Hilfe zwischendurch: Ein provisorisch eingeklemmtes Tuch schützt erstaunlich gut, behindert aber die Sicht.

Zwei Sets schützen nicht gut vor Sonneneinstrahlung

Das Sonnenschutzsystem der Firma A.T.U bildet das Schlusslicht im Test. Mit 1,99 Euro für zwei Sonnenschutz-Systeme ist es zwar das günstigste System im Test, und die Montage erfolgt auch ganz einfach per Saugnapf, allerdings bietet es nur ganz schwachen Schutz vorm Blenden und vor UV-Strahlung. Auch die Reer Auto Sonnenblende, die mit 5,99 Euro pro Stück etwas teurer ist, bietet auch nur mäßigen Schutz vor UV-Strahlung und vorm Blenden und landet somit auf dem vorletzten Platz.
Der Laloona Sonnenschutz Universal hilft gut gegen UV-Strahlung und auch gegen das Blenden. Doch diese Eigenschaft geht auch gleichzeitig damit einher, dass der Sonnenschutz, der wie eine Art Vorhang für die Seitenscheiben wirkt, komplett undurchsichtig ist. Das ist besonders schlecht für Kinder, die zur Reisekrankheit neigen. Auch die Handhabung überzeugt nicht – zu fummelig ist sowohl die Montage als auch die Bedienung. Ergebnis: 2,5 von 5 Punkten. Tipp: Als Notlösung, falls es unterwegs plötzlich heiß wird und kein Sonnenschutz verfügbar ist, empfehlen wir das Mulltuch, das in der Seitenscheibe eingeklemmt wird. Es ist zwar nicht durchsichtig und deckt wahrscheinlich nicht das komplette Fenster ab, ist aber überall leicht und schnell erhältlich und spendet ausreichend kühlen Schatten für Kind und Tier.

Testsieger: das teuerste Set im Test

Auf dem ersten Platz landet das Sonniboy Clim Air Komplett-Set. Das Set, das aus fünf Sonnenschutzblenden besteht, ist zwar mit 199 Euro das teuerste Sonnenschutzsystem im Test, gleichzeitig bietet es aber auch den besten Sonnenschutz. Die Montage des Sonnenschutzes (einklemmen) ist etwas aufwendiger – trotzdem ist das Set mit 4,5 von 5 Punkten der Testsieger in unserem Test.

Welche Arten von Sonnenschutz fürs Auto gibt es?

Blenden: Sie sind wohl das gängigste System. Dabei wird der Sonnenschutz in der Regel mit einem Saugnapf in der Scheibe befestigt. Oftmals passen sie jedoch nicht exakt ins Fenster.
Folie: Sie wird passgenau ins Fenster geklebt und bleibt dort dauerhaft. Wer hier ein schönes Ergebnis möchte, muss Zeit und Fingerspitzengefühl in das Anbringen investieren.
Rollos/Gardinen: Rollos und Gardinen werden fest eingebaut und können bei Bedarf heruntergelassen oder zugezogen werden. Wer flexibler sein möchte, findet auch Modelle, die mit Saugnapf angebracht werden können.
Sonnenschutzüberzug: Wie der Name schon sagt, werden sie über die Autotür gezogen. Dadurch bieten sie guten Sonnenschutz, bei dem trotzdem das Fenster geöffnet werden kann. Allerdings ist es während der Fahrt nicht möglich, den Sonnenschutz zu bedienen.

Welche Regeln sind zu beachten?

In der Straßenverkehrsordnung (§ 40) ist geregelt, welche Fenster im Auto mit einem Sonnenschutz versehen werden dürfen. Dort heißt es: "Scheiben aus Sicherheitsglas, die für die Sicht des Fahrzeugführers von Bedeutung sind, müssen klar, lichtdurchlässig und verzerrungsfrei sein." Entsprechend dürfen an der Windschutzscheibe und an den vorderen Seitenscheiben keine Sonnenschutze angebracht werden. Auch eine Tönung mit Folien ist in diesem Bereich untersagt. Erlaubt ist maximal ein Streifen oben an der Windschutzscheibe, dieser ist in der Regel bereits ab Werk getönt. (Mehr zum Thema "Autoscheiben tönen" lesen Sie hier!)

Fazit

von

Christian Bruns
Sonniboys Rundumschutz spendet reichlich Schatten und ist sehr effektiv, dafür sehr teuer. Es geht auch günstiger, dann aber mit Komforteinschränkungen.