Sophia Flörsch: Plädoyer für den deutschen Motorsport
"An der Formel 1 arbeite ich“

In der FIA Formel 3 holte Sophia Flörsch 2023 erste Punkte. 2024 will sie mehr. Denn ihren Formel-1-Traum gibt die Münchnerin nicht auf.
Bild: @SOP_ThomasMarzusch
Frau Flörsch, Sie kommen gerade von den Testfahrten zum Goldenen Lenkrad.
Wie wichtig ist Ihnen eine solche Veranstaltung?
Sophia Flörsch: Es ist eine super Chance, viele neue Autos auf einmal zu testen. Und: Das Goldene Lenkrad genießt in der Industrie ein hohes Ansehen. Entsprechend stolz bin ich, dabei zu sein.
Wie wichtig ist Ihnen eine solche Veranstaltung?
Sophia Flörsch: Es ist eine super Chance, viele neue Autos auf einmal zu testen. Und: Das Goldene Lenkrad genießt in der Industrie ein hohes Ansehen. Entsprechend stolz bin ich, dabei zu sein.
Dabei hat der Stellenwert des Themas Auto ja vor allem in der jungen Generation eigentlich nachgelassen.
Was ich nicht verstehe. Der Führerschein bedeutet für mich Freiheit. Klar kann man in der Stadt auf die Öffentlichen oder das Fahrrad zurückgreifen. Aber für längere Strecken ist das Auto wichtig. Außerdem macht mir mein Alpine A110 GT auch noch Spaß.
Was ich nicht verstehe. Der Führerschein bedeutet für mich Freiheit. Klar kann man in der Stadt auf die Öffentlichen oder das Fahrrad zurückgreifen. Aber für längere Strecken ist das Auto wichtig. Außerdem macht mir mein Alpine A110 GT auch noch Spaß.
Sie werden von Alpine gefördert, waren 2023 in der Formel 3 unterwegs und haben im Regen von Spa Punkte geholt. Wie lautet Ihr Fazit?
Mein Ziel waren Punkte – und das habe ich erreicht. Das Team war neu, und wir mussten uns erst einspielen. Trotzdem war ich teamintern die schnellste Fahrerin und hatte die meisten Überholmanöver der ganzen Serie. Was zu beweisen möglich war, habe ich bewiesen. Natürlich haben mich auch die Punkte in Spa gefreut, aber das Ziel sollte ja das Podium sein – nächstes Jahr.
Mein Ziel waren Punkte – und das habe ich erreicht. Das Team war neu, und wir mussten uns erst einspielen. Trotzdem war ich teamintern die schnellste Fahrerin und hatte die meisten Überholmanöver der ganzen Serie. Was zu beweisen möglich war, habe ich bewiesen. Natürlich haben mich auch die Punkte in Spa gefreut, aber das Ziel sollte ja das Podium sein – nächstes Jahr.
Sie peilen also weiterhin eine Formel-Karriere an?
Ja. Ich werde ein weiteres Jahr in der Formel 3 dranhängen. Ich will da noch mal angreifen und mich für die Formel 2 positionieren.
Ja. Ich werde ein weiteres Jahr in der Formel 3 dranhängen. Ich will da noch mal angreifen und mich für die Formel 2 positionieren.

In der FIA Formel 3 holte Sophia Flörsch 2023 erste Punkte. 2024 will sie mehr.
Bild: @SOP_fotoformulak
Nachdem Sie zwei Jahre auch im Sportwagen unterwegs waren, ist das Ziel Formel 1 damit auch wieder realistischer geworden …
Die Formel 1 ist jetzt viel, viel näher. Nicht nur, weil ich im Rahmenprogramm ein Formel-Auto fahre, sondern auch durch Alpine. Die wollen ihr „Rac(H)er“-Programm vorantreiben und eine Frau in die Formel 1 bringen. Da geht es nicht um Marketing, sondern um Erfolg. Dementsprechend weiß auch ich, was ich zu tun habe.
Die Formel 1 ist jetzt viel, viel näher. Nicht nur, weil ich im Rahmenprogramm ein Formel-Auto fahre, sondern auch durch Alpine. Die wollen ihr „Rac(H)er“-Programm vorantreiben und eine Frau in die Formel 1 bringen. Da geht es nicht um Marketing, sondern um Erfolg. Dementsprechend weiß auch ich, was ich zu tun habe.
Inwiefern hat sich das Umfeld für Frauen im Motorsport in den letzten Jahren positiv verändert?
Der Sport ist Frauen gegenüber offener geworden. Und auch die Hersteller haben verstanden, dass Frauen im Motorsport zur Diversität dazugehören. Trotzdem gibt es immer noch zu wenig ernsthafte Programme, die Mädchen und Frauen unterstützen. „Rac(H)er“ von Alpine meint es ernst.
Der Sport ist Frauen gegenüber offener geworden. Und auch die Hersteller haben verstanden, dass Frauen im Motorsport zur Diversität dazugehören. Trotzdem gibt es immer noch zu wenig ernsthafte Programme, die Mädchen und Frauen unterstützen. „Rac(H)er“ von Alpine meint es ernst.
Warum fehlt im Rennsport immer noch das Verständnis dafür, dass Frauen genauso schnell Auto fahren können wie Männer?
Das wüsste ich auch gerne. Im Motorsport sind einfach immer noch zu viele vom alten Schlag, die an ihrer Männerwelt festhalten wollen und entsprechend nicht offen für Neues sind. Und: Ich habe zwar Punkte geholt, aber eben noch kein Podium. Und als Frau musst du dich häufiger und mehr beweisen, damit endlich mal verstanden wird, dass zumindest in der Formel 3 keine Unterschiede sind. Und an Formel 2 und Formel 1 arbeite ich.
Das wüsste ich auch gerne. Im Motorsport sind einfach immer noch zu viele vom alten Schlag, die an ihrer Männerwelt festhalten wollen und entsprechend nicht offen für Neues sind. Und: Ich habe zwar Punkte geholt, aber eben noch kein Podium. Und als Frau musst du dich häufiger und mehr beweisen, damit endlich mal verstanden wird, dass zumindest in der Formel 3 keine Unterschiede sind. Und an Formel 2 und Formel 1 arbeite ich.
Klingt so, als nähmen Sie den Kampf weiter an …
Für mich ist das Teil des Spiels. Mein Ziel ist die Formel 1, und ich versuche jeden, der nicht dran glaubt, davon zu überzeugen. Dabei hilft es auch nicht, dass der Motorsport in Deutschland generell gerade aufs Abstellgleis fährt.
Für mich ist das Teil des Spiels. Mein Ziel ist die Formel 1, und ich versuche jeden, der nicht dran glaubt, davon zu überzeugen. Dabei hilft es auch nicht, dass der Motorsport in Deutschland generell gerade aufs Abstellgleis fährt.
Das ist extrem traurig. Deutschland ist eine Autonation. Dass wir nicht mal mehr einen Formel 1 Grand Prix haben, ist schon schade. Und dass große Firmen wegen der Umweltproblematik nicht mehr in den Motorsport investieren wollen, ist oberflächlich gedacht. Motorsport war schon immer ein Technologievorreiter und kann das jetzt zum Beispiel mit E-Fuels auch wieder sein. Es ist ein Teufelskreis: Der Sport wird immer teurer, aber wenn du in Deutschland keine Sponsoren mehr findest, wirst du auch nie mehr deutsche Fahrer in der Formel 1 haben.
Zur Person: Sophia Flörsch (22)
2005 beginnt sie mit Kartsport, schafft es 2018 in die Formel-3-EM und nach Macau. Dort macht sie
ein schwerer Unfall weltberühmt. Nach zwei Auftritten in Le Mans kehrt sie 2023 zurück ins Formelauto.
2005 beginnt sie mit Kartsport, schafft es 2018 in die Formel-3-EM und nach Macau. Dort macht sie
ein schwerer Unfall weltberühmt. Nach zwei Auftritten in Le Mans kehrt sie 2023 zurück ins Formelauto.
FIA Formel 3
In der Formel 3 werden Dallara-Chassis von einem 3,4-Liter-V6 mit 380 PS bei 8000 U/min angetrieben. Flörsch fuhr mit dem Design von Alpine
In der Formel 3 werden Dallara-Chassis von einem 3,4-Liter-V6 mit 380 PS bei 8000 U/min angetrieben. Flörsch fuhr mit dem Design von Alpine
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