Spyker C8 Laviolette: Faszination
Die Geschichte von Spyker Enthusiast
Spyker Faszination
Bild: Peters, V. - AUTOBILD
Jennifer Lopez hatte einen, Alicia Keys, Busta Rhymes und Missy Elliott auch. Die Rede ist vom Spyker C8 – ein niederländischer Supersportwagen, der heutzutage vollkommen in Vergessenheit geraten ist. Aber die Marke Spyker lebt, dem Enthusiasmus eines einzigen Mannes sei Dank. Dies ist die Geschichte von "Spyker Enthusiast"!
Aber fangen wir vorne an. Um genau zu sein: ganz vorne. Im Jahr 1880 gründen die Brüder Jacobus und Hendrik-Jan die Firma Spijker (deutsch: Nagel), eine kleine Kutschen-Manufaktur, die schon bald in Spyker umbenannt wird und fortan auch exklusive Automobile baut. Als das Geschäft während des Ersten Weltkriegs einbricht, widmet sich Spyker dem Flugzeugbau, fertigt insgesamt rund 100 Flugzeuge und doppelt so viele Motoren. Ab 1918 konzentriert sich Spyker wieder auf den Bau von Autos. Über die Jahre erarbeitet sich die Marke einen hervorragenden Ruf und fährt zudem auch einige Erfolge im Rennsport ein. Ungeachtet dessen wird die Auftragslage immer dünner, sodass Spyker 1926 Insolvenz anmelden muss. Bis zum Produktionsende entstehen rund 1500 Autos.
Die Wiedergeburt der Marke
In den folgenden sieben Jahrzehnten gerät Spyker in Vergessenheit – bis der Traditionsmarke 1999 neues Leben eingehaucht wird. Der Unternehmer Victor R. Muller erwirbt die Markenrechte und plant unter dem Namen Spyker Cars wieder Autos zu bauen. Schon im darauffolgenden Jahr wird mit dem C8 Spyder das Erstlingswerk präsentiert. Ein extravaganter Supersportwagen mit handgefertigter Aluminiumkarosserie, der von einem Audi-V8 angetrieben wird.
Es hat den Anschein, als würde Spyker zu alter Stärke zurückfinden. Bis 2014 entstehen insgesamt rund 200 Autos, in regelmäßigen Abständen präsentiert Spyker auf großen Messen medienwirksam neue Modelle wie den C8 Aileron, den C8 Preliator und mit dem D12 Peking-to-Paris sogar ein Luxus-SUV. Doch hinter verschlossenen Türen sieht es in der Firmenzentrale im niederländischen Zeewolde alles andere als rosig aus: Spyker macht Verluste, und auch das einjährige Engagement in der Formel 1 als Spyker F1 trägt nicht zum Erfolg der Marke bei.
2021 meldet Spyker endgültig Insolvenz an
In den folgenden Jahren geht es bei Spyker drunter und drüber. Ende 2009 heißt es, Spyker wolle den schwächelnden Autobauer Saab übernehmen. 2011 geht es darum, das verlustbringende Sportwagengeschäft an Investoren abzutreten. Im selben Jahr wird die Firma in Swedish Automobile umbenannt, eine geplante Übernahme scheitert. Nur drei Jahre später meldet Spyker Insolvenz an – zum ersten Mal, denn nur ein paar Monate später will die Firma wieder zahlungsfähig sein. Ab diesem Zeitpunkt werden jedoch keine Kundenfahrzeuge mehr gebaut, und im Jahr 2021 wird Spyker endgültig zum Insolvenzfall.
In der Zwischenzeit kommt Jasper den Dopper erstmals mit der Marke Spyker in Berührung. Der heute 46-Jährige ist erfolgreicher Unternehmer und besitzt mehrere Ferrari. Als das F1-Getriebe seines Ferrari 360 Spider eines Tages streikt und er ihn zum lokalen Ferrari-Händler zur Reparatur bringt, steht dort ein Spyker C8 Spyder (Chassisnummer #013). Kurz entschlossen kauft Jasper den Sportwagen aus seinem Heimatland. Was er an diesem Tag im Jahr 2016 noch nicht ahnt: Die Marke Spyker wird ihn nicht mehr loslassen!

Der Ansprechpartner: Jasper hat sich in kürzester Zeit einen Namen in der Spyker-Szene gemacht und bietet von der Wartung über die Vermittlung bis hin zur Vollrestauration alles an.
Bild: Jan Götze / AUTO BILD
Alles beginnt ganz harmlos, als Jasper das in seinem Spyker verbaute Lotus-Lenkrad mit Pralltopf gegen das skulpturale Propeller-Lenkrad tauschen möchte, mit dem frühe Spyker ausgerüstet waren. Es gibt jedoch ein Problem: Das Lenkrad gibt es nirgendwo zu kaufen, woraufhin er entscheidet, es nachzubauen. Durch gute Kontakte und seine Beteiligung an verschiedenen Firmen im Automotive-Bereich gelingt es Jasper, an die originalen Formen für das Sandgussverfahren des Lenkrads zu kommen. Er baut das erste Propeller-Lenkrad und legt damit den Grundstein für Spyker Enthusiast.
Die Anfänge von Spyker Enthusiast
Typisch Geschäftsmann geht Jasper davon aus, dass auch andere Besitzer ihren Spyker mit dem charakteristischen Propeller-Lenkrad aufwerten wollen. Er fertigt 60 Stück an und verkauft diese in kürzester Zeit. Spätestens ab diesem Zeitpunkt ist es um Jasper geschehen. Er verkauft alle seine Ferrari und taucht immer tiefer in die Spyker-Welt ein. So findet er beispielsweise heraus, dass die ersten Fahrzeuge in Großbritannien von Hand gebaut wurden und die Produktion erst später zu Karmann nach Osnabrück verlagert wurde.
Sein C8 Spyder ist eines der sogenannten CPP-Autos, das im englischen Coventry gebaut und von Spyker als Testfahrzeug eingesetzt wurde. Streng genommen handelt es sich um einen fahrbereiten Prototyp, der alles andere als perfekt ist. Jasper beschließt, das Auto bis auf das eigens von Spyker entwickelte Chassis zu zerlegen und neu aufzubauen – und zwar in Eigenregie. Da es praktisch keine Teile mehr gibt, macht sich Jasper auf die Suche nach originalen Zeichnungen und Plänen, kauft alles, was er finden kann. Alle Teile, die er nicht auftreiben kann, baut er in mühevoller Detailarbeit nach. Am Ende des Projekts ist C8 Spyder #013 besser als neu.
Ein neues Lenkrad kostet 5000 Euro
Die akribische Arbeit Jaspers spricht sich in der kleinen Spyker-Community herum, und plötzlich wird der Niederländer von Spyker-Besitzern aus der ganzen Welt kontaktiert. Er beginnt mit dem Teileverkauf und kleineren Reparaturen und entwickelt sich unter dem Namen Spyker Enthusiast innerhalb weniger Jahre zum Ansprechpartner für alle Themen rund um die bis heute fast unbekannte Marke. Von den 200 Autos weltweit hat Jasper mit seinem kleinen, dreiköpfigen Team mittlerweile 108 Exemplare gewartet, 21 komplett restauriert und unzählige Spyker mit neuen Teilen wie dem beliebten Propeller-Lenkrad für 5000 Euro oder dem Aluminium-Tankverschluss für 700 Euro ausgerüstet. Seine ehemalige Ferrari-Sammlung ist mittlerweile einer Spyker-Sammlung gewichen, die deutlich mehr als zehn Autos umfasst – alles Einzelstücke mit ganz besonderen Geschichten, wie Jasper stolz erzählt.
Heute besuche ich Jasper im niederländischen Örtchen Veghel. In einem tristen Gewerbegebiet begrüßt mich der 46-Jährige mit einem breiten Grinsen – und spätestens, als er die Tür zu seinem Showroom öffnet, habe auch ich ein breites Grinsen im Gesicht!
In dem kleinen, versteckten Raum stehen sage und schreibe neun Spyker dicht an dicht. Zwar habe ich schon einige wenige Male einen Spyker auf der Straße gesehen, aber neun auf einen Streich, das ist definitiv ein anderes Level. Von den 200 gebauten Autos entfallen rund 120 auf den C8 Spyder, 60 auf das Coupé C8 Laviolette (benannt nach dem Spyker-Mitarbeiter Joseph Laviolette), 13 auf das um 50 Zentimeter verlängerte Homologationsmodell C8 Double 12S und die restlichen Exemplare auf Prototypen wie C12 Zagato oder D12 Peking-to-Paris.
Einzigartige Extras
Laut Jasper wurden zwischen 70 und 80 Prozent der Spyker in der Farbkombination Schwarz/Cognac ausgeliefert. Einen solchen Spyker suche ich hier vergebens – zu gewöhnlich für Jasper. Seine Autos sind allesamt Einzelstücke, erzählen immer eine eigene Geschichte. Da ist beispielsweise der goldene C8 Double 12S (#208), den Jasper nach mehrjähriger Suche in Tschechien aufspüren konnte. Eines von weltweit drei Autos mit Automatikgetriebe und dem 4,2-Liter-V8 aus dem VW Phaeton – und der einzige Spyker überhaupt, der mit dem werksseitig bestellbaren Louis-Vuitton-Kofferset für einst irrwitzige 100.000 Euro Aufpreis ausgeliefert wurde. Heute dürfte das Auto rund 1,5 Millionen Euro wert sein.

Große Show: Die Flügeltüren lassen sich per Fernbedienung öffnen. Vorausgesetzt, die Dämpfer sind nicht über die Jahre müde geworden.
Bild: Jan Götze / AUTO BILD
Direkt daneben steht Jaspers persönlicher Lieblings-Spyker. Der C8 Spyder #210 wurde ursprünglich nach Norddeutschland ausgeliefert und ist in vielerlei Hinsicht einzigartig. Er ist eines von drei Autos, die in der Farbgebung des Maserati MC12 lackiert sind, das einzige Exemplar mit Felgen in Wagenfarbe und das einzige mit vier prominent am Heck platzierten Endrohren. Leider ereilte diesen Spyker ein trauriges Schicksal – denn ein technischer Defekt aufgrund einer falsch ausgeführten Reparatur sorgte dafür, dass #210 ausbrannte. 2019 fand Jasper das verkohlte Chassis in Großbritannien und baute das Auto neu auf – exakt so, wie es das Karmann-Werk 2009 verlassen hatte.
Zu jedem Auto gibt es eine beeindruckende Geschichte, die mir Jasper mit funkelnden Augen erzählt. Es scheint, als gebe es kaum gewöhnliche Leute, die Spyker fahren. Neben Musikstars sind die extravaganten Sportwagen aus den Niederlanden auch bei zwielichtigen Geschäftsmännern und bei Königsfamilien beliebt. Jasper hat auf der Suche nach Spyker die ganze Welt bereist, war in Marokko, China und Dubai.
Ein Spyker aus royalem Vorbesitz
Ein Auto, das er mehrere Jahre lang verfolgt hat, ist der C8 Laviolette #147. Dieser Spyker gehörte einst dem Herrscher von Dubai, und es kostete Jasper viel Zeit und Überredungskunst, den Wagen in seine Privatsammlung aufzunehmen. Auch dieser Spyker hat ein einzigartiges Extra, denn er ist der einzige C8 mit farbigem Dachhimmel. Genau dieses Auto darf ich heute fahren, um die Faszination Spyker noch besser zu verstehen.

Zeitloses Design: Der erste Spyker C8 wurde im Jahr 2000 fertiggestellt. Dank des Retrodesigns wirkt ein Spyker bis heute zeitlos.
Bild: Jan Götze / AUTO BILD
Bei einem Spyker geht es nicht um Beschleunigung, Höchstgeschwindigkeit oder Handling, es geht in erster Linie um das Erlebnis. Ein Spyker ist ein automobiles Kunstwerk. Ein Kunstwerk, das so viele Details bietet, dass ich mich stundenlang mit diesem Auto beschäftigen könnte.
Klein und leicht
Auch knapp 25 Jahre nach der Präsentation wirkt ein Spyker C8 nicht altbacken, er ist zeitlos. Was auf Fotos nicht rüberkommt: Der Supersportwagen ist kompakt, fast schon zierlich. Mit 4,19 Metern ist er knapp zehn Zentimeter kürzer als ein aktueller VW Golf. Sämtliche Karosserieteile bestehen aus Aluminium, was dafür sorgt, dass das Auto mit rund 1200 Kilo Leergewicht sehr leicht ist.
Eine Leichtigkeit, die ich hinterm Steuer bereits auf den ersten Metern spüre. Doch bevor ich überhaupt losfahren kann, gibt es gleich mehrere ungewöhnliche Aspekte. So hat ein Spyker keine gewöhnlichen Türöffner – die Flügeltüren werden entweder über einen kleinen Knopf am auf Hochglanz polierten Außenspiegel oder, deutlich spektakulärer, per Fernbedienung geöffnet. Dieses Feature sorgt immer und überall für Aufsehen, völlig egal ob auf dem Supermarktparkplatz oder vor der Oper. Voraussetzung ist, dass die Gasdruckdämpfer über die Jahre nicht müde geworden sind. Sollte das der Fall sein, hat Jasper natürlich Ersatz parat.

Heute ein König: Der Spyker C8 Laviolette mit der Chassisnummer #147 war einst im Besitz des Herrschers von Dubai. An diesem Tag darf ich auf dem Fahrersitz Platz nehmen.
Bild: Jan Götze / AUTO BILD
Der Innenraum dieses C8 Laviolette steht im krassen Kontrast zur edlen Lackierung in "Gunmetal Grey". Einst entschied sich der royale Kunde für eine Innenausstattung in "Tropicana". Auf expliziten Wunsch wurde das gesamte Interieur inklusive Dachhimmel in ein leuchtendes Orange gehüllt. Sicherlich nicht jedermanns Geschmack, aber mir gefällt es!
Doch genug der Worte, jetzt wird gefahren. Die Anspannung steigt. Das Anlassen ist, wie sollte es anders sein, ungewöhnlich. Im Handschuhfach, das vom Audi 100 entliehen wurde, befindet sich das Zündschloss. Bei frühen Spyker muss der schnöde Audi-Schlüssel tatsächlich etwas umständlich eingesteckt werden. Bei späteren Modellen reicht es aus, den Schlüssel einfach ins Handschuhfach zu legen. Anschließend die rote Abdeckung für die Zündung hochklappen, den Kippschalter umlegen und den Startknopf im aus dem Vollen gefrästen Armaturenbrett drücken.

Auffälliger geht es kaum: Das Interieur in knalligem Orange, bei Spyker "Tropicana" genannt, steht im krassen Kontrast zur dezenten Lackierung.
Bild: Jan Götze / AUTO BILD
Der 4,2-Liter-V8 stammt aus dem Audi A8
Mit einem kurzen Bellen erwacht der V8 direkt hinter mir zum Leben. Anders als oft angenommen sprechen wir hier nicht vom Motor aus dem ersten Audi R8, sondern vom Aggregat des A8 D2. Frühe Spyker wurden noch mit dem V8 des Audi S8 ausgeliefert, später wurde umgestellt. Die Leistung wurde auf 405 PS gesteigert, was heutzutage kein beeindruckender Wert mehr für einen Supersportwagen ist. Dennoch soll der C8 Laviolette in 4,5 Sekunden auf Tempo 100 beschleunigen und theoretisch 300 km/h Topspeed erreichen. Werte fürs Autoquartett, die ich auf den mit Fahrradfahrern übersäten niederländischen Straßen nicht überprüfen kann.
Macht nichts, denn bei diesem Auto geht es nicht um Zahlen, sondern um das Erlebnis – und das ist einmalig. Ich sitze in einer orangefarbenen Oase aus Leder und Aluminium. Bildschirme oder billige Plastikteile? Nicht bei Spyker! Angesichts des engen Fußraums und der stehenden Pedale bin ich froh, dass ich mich für schmales Schuhwerk entschieden habe. Allgemein ist das Raumgefühl, vorsichtig ausgedrückt, muckelig. Ab 1,85 Meter Körpergröße dürfte es eng werden.
Keine Fahrhilfen an Bord
Für mich passt es, und so konzentriere ich mich auf die ersten Meter. Wider Erwarten hat die Kupplung des manuellen Sechsganggetriebes einen super Druckpunkt, und dank 480 Nm fährt der Spyker ganz entspannt an. In diesem Moment rufe ich mir noch mal in Erinnerung, dass keinerlei Fahrhilfen an Bord sind. Es gibt weder ABS noch Servolenkung, über Traktionskontrolle und ESP brauchen wir gar nicht erst zu reden. Ein Spyker bietet analoges Fahren par excellence. So mag ich das.
Ich greife nach rechts zum Aluminium-Schaltknauf. Das exponierte Schaltgestänge erinnert mich an Pagani. Der Gangwahlhebel ist kalt, liegt gut in der Hand. Die Wege sind kurz, die Gänge wollen mit Nachdruck eingelegt werden. Durch die freigelegte Mechanik wird jeder Gangwechsel zum haptischen Erlebnis.
Gleiches gilt für jede kleine Lenkbewegung: Das Propeller-Lenkrad liegt toll in der Hand, und zwischen dem Leder spüre ich den Aluminiumring an den Handflächen. Dass es keinen Airbag gibt, blende ich aus. Einen Unfall möchte ich im rund 600.000 Euro wertvollen Spyker besser nicht haben. Aus diesem Grund muss ich mich immer wieder selbst ermahnen, mich während der Fahrt nicht von den liebevollen Details wie den Kippschaltern oder den filigran gearbeiteten analogen Rundinstrumenten mit 300-km/h-Skala ablenken zu lassen.
Also Blick nach vorne und volle Konzentration. Die ist auch erforderlich, denn die Übersicht ist alles andere als gut. Die Windschutzscheibe gleicht eher einem schmalen Guckloch, nach hinten blicke ich auf den V8, und in den Spiegeln sehe ich lediglich, dass das Auto hinten deutlich breiter ist als vorne. Hinzu kommt, dass sich die Seitenscheiben nur teilweise versenken lassen, so wie einst beim Lamborghini Countach.
Der Sound ist brutal
Egal, denn der 4,2-Liter-V8 ist endlich auf Betriebstemperatur, und ich kann das erste Mal durchladen. Zweiter Gang, 2000 Umdrehungen, Vollgas – der Saugmotor hängt gut am Gas, dreht viel biestiger hoch, als ich es einem A8-Motor zugetraut hätte. Die Beschleunigung ist beeindruckend, fühlt sich intensiver an, als sie tatsächlich ist. Was in erster Linie am fabelhaften Sound liegt: untenrum bassig, wird der V8 mit steigender Drehzahl immer präsenter und klingt nahe der Grenze von 7000 U/min fast schon so brachial wie ein Nascar.
Ich schalte in den dritten Gang, was dank der stehenden Pedale und kurzen Schaltwege zügig gelingt. Und das Spektakel geht von vorne los. Als ich Gas wegnehme, wird das V8-Gewitter durch herrliche, echte (!) Fehlzündungen ergänzt – einfach toll.
Etwas Eingewöhnung erfordert die AP-Racing-Bremse, die von Jasper bereits mit neuen Bremsbelägen ausgestattet wurde. Die Bremse erfordert viel Kraft im rechten Fuß, packt dann aber gut zu. Viel Kraft benötigt auch die servolose Lenkung, zumindest bei niedrigen Geschwindigkeiten und beim Rangieren. Einmal in Fahrt, bietet sie ein hervorragendes Feedback, was auch am niedrigen Fahrzeuggewicht liegt.
Auch wenn ich den C8 Laviolette auf meiner ausgiebigen Testfahrt nicht ansatzweise an seine Grenzen gebracht habe: Das einzigartige Spyker-Feeling kann ich zu 100 Prozent nachvollziehen. So analog, ungefiltert und emotional das Fahrverhalten ist, so liebevoll, detailreich und farbenfroh ist der Innenraum. Dass die Verarbeitung hier und da nicht perfekt ist, stört mich nicht – ist schließlich alles Handarbeit.
So viel ist ein Spyker heutzutage wert
Der einstige Neupreis eines Spyker C8 lag bei etwa 300.000 Euro. Heutzutage sind die Laviolette etwa 600.000 Euro wert, die Spyder etwas weniger. In einigen Details erinnert mich Spyker an Pagani, und so ist es nicht verwunderlich, dass diese Autos von Fans liebevoll auch als "Pagani des armen Mannes" bezeichnet werden.
Fazit
Nach meinem Besuch bei Jasper verstehe ich die Faszination Spyker noch besser. Ich hatte schon immer ein Faible für diesen extravaganten Sportwagen aus den Niederlanden, aber nachdem ich ihn hautnah erleben durfte, bin ich vollends überzeugt. Das Auto fährt roh und emotional und überrascht mit einer unendlichen Fülle an Details. Am Ende stelle ich mir die Frage: Wieso sollte ich mir einen Ferrari oder Lamborghini kaufen, wenn ich auch einen Spyker haben kann?
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