SsangYong Tivoli e-Xdi 160 4WD: Dauertest
Im Dauertest erweist sich der SsangYong Tivoli als treue Seele

Der knallrote SsangYong Tivoli hielt uns über zweieinhalb Jahre die Treue, blieb dabei stets bescheiden, zuverlässig und anspruchslos. Können wir ihn reinen Gewissens empfehlen? Hier kommt unser Testbericht.
"Der TÜV ist abgelaufen", teilt uns der freundliche, kompetente Mitarbeiter des SsangYong-Vertragspartners Auto-KD in Rednitzhembach mit, als wir den Dauertest-Wagen im Februar mit rund 99.000 Kilometern auf dem Zähler zur finalen Inspektion bringen. Ist der knallrote Tivoli tatsächlich schon so lange bei uns? In der Tat war seine Erstzulassung bereits im Dezember 2016 erfolgt, im Sommer 2017 stieß er dann mit zarten 2378 Kilometer Laufleistung aus der Kölner SsangYong-Zentrale zu uns, wo er fortan auf unzähligen Dienstreisen für AUTO BILD ALLRAD, AUTO BILD MOTORSPORT, AUTO BILD SPORTSCARS und AUTO TEST unterwegs war. Eine lange Zeit, die im Rückblick wie im Flug vergangen ist und während derer dieser Tivoli im positiven Sinne unauffällig seinen Dienst verrichtete – er funktionierte einfach immer und blieb nie liegen.
Der 116-PS-Diesel hat es mit den 1,5 Tonnen nicht gerade leicht

Idealmaße: Mit 4,2 Meter Länge und 1,8 Meter Breite schlüpft der Tivoli wendig durch die City, bietet zugleich viel Platz für vier Insassen samt leichtem Gepäck.
Die etwas träge Automatik passt zu einem gelassenen Fahrstil
Womit wir beim Getriebe wären: Die etwas träge arbeitende Sechsstufen-Wandlerautomatik passt gut zu einem gelassenen, niedertourigen Fahrstil. Bei Vollgas lässt sie den Selbstzünder allerdings viel zu weit ausdrehen, was nur Zeit kostet und Lärm erzeugt. Einige Redakteure griffen daher insbesondere auf der Autobahn zum Handschaltmodus, der per seitlicher Taste am Automatikwählhebel bedient wird: Motor im fünften Gang lediglich bis zur Nenndrehzahl von 3400 Touren beschleunigen, dann manuell in den sechsten klicken und den Diesel auf der Drehmomentwelle durchziehen lassen – so kommt der Tivoli am schnellsten und leisesten auf seine Höchstgeschwindigkeit, die mit angezeigten 190 km/h und in der Ebene gemessenen 178 m/h erfreulicher ausfällt als die vom Werk angegebenen 172 km/h.
Das Fahrwerk sorgt für fast schon sportliches Fahrverhalten
Hinsichtlich der Bremswege gab es keine Klagen: Mit kalten Bremsen steht der Südkoreaner aus 100 km/h nach 37,8 Metern, warm kann er noch auf glatte 37 Meter verkürzen – sicherlich auch ein Verdienst der haftstarken 215er-Michelins. Dass viele Kollegen den Tivoli oft anderen, schnelleren Dauertestern vorzogen, liegt auch an seiner überaus präzisen Lenkung, die sich am besten im leichtgängigen Comfort-Modus genießen lässt, sowie der gelungenen Fahrwerksabstimmung: Grundsätzlich straff, jedoch nicht unkomfortabel, sorgt sie in Verbindung mit den serienmäßigen 18-Zöllern für ein fast schon sportliches Fahrverhalten.
Schlechte Übersichtlichkeit und fummeliges Infotainmentsystem

Das Cockpit: Die scheinbar wahllos verstreuten Tasten sowie das fummelige Infotainmentsystem zogen Kritik auf sich.
Achillesferse des Tivoli scheinen die hinteren Radlager zu sein
Und wie ist es um die Haltbarkeit, die Langzeitqualität, bestellt? Nun, die Achillesferse des Tivoli scheinen die hinteren Radlager zu sein – beide machten in kurzem Abstand nacheinander mit Brummen auf ihre Verschleißgrenze aufmerksam und wurden im Rahmen der Fünfjahres- beziehungsweise 100.000-km-Garantie kostenlos ersetzt. Wirklich schlimm ist das nicht, da es sich um keinen sicherheitsrelevanten Mangel handelt und zumindest das zweite Radlager anlässlich einer ohnehin fälligen Inspektion ausgetauscht wurde. Ansonsten lief der tapfere kleine Tivoli immer, mitunter auch mal im Anhängerbetrieb: 1500 Kilogramm zulässige Anhängelast bereiten ihm keine Mühe, dank ausreichend Drehmoment, Allradantrieb und Wandlerautomatik, die gefühlvolles und verschleißarmes Anfahren und Rangieren ermöglicht.
Die großzügige Garantie sorgt für ein kalkulierbares Kostenrisiko
Und wie sieht's mit den Kosten aus? Nun, die Endabrechnung fällt erfreulich aus: Nur 16 Cent kostet ein Kilometer mit dem Tivoli Diesel, inklusive Wertverlust sind es immer noch vergleichsweise günstige 32 Cent, zudem sorgt die großzügige Garantie für ein kalkulierbares Kostenrisiko. Können wir den Tivoli also empfehlen? Können wir! Und die am Ende unseres Dauertests um zwei Monate überzogene TÜV-Prüfung hat er natürlich auch bestanden – ohne Mängel.
Fazit: Ein durch und durch praktisches und angenehmes Alltags- und Reiseauto mit Steherqualitäten. Der Tivoli Diesel funktionierte immer, blieb nie liegen und verursachte, auch dank der großzügigen Fünfjahres-Garantie, nur geringe Kosten. Schade, dass er uns nach 100.000 Kilometern schon verlassen hat.
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