Der Höhepunkt der Sommer-Reisesaison ist erreicht. Ganz Europa ist unterwegs, und das macht sich auf den Autobahnen bemerkbar. Während in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland die Ferien enden und Urlauber zurückkehren, startet gleichzeitig die zweite Reisewelle aus Nordrhein-Westfalen. Auch aus den Niederlanden brechen viele Urlauber auf. Die Folge: volle Straßen in beide Richtungen.

Freitag: Ab 13 Uhr wird es kritisch

Bereits ab dem frühen Nachmittag wird es auf den Straßen eng. Urlauber treffen auf Berufspendler und Wochenendausflügler. Der Auto Club Europa (ACE) rechnet zwischen 13 und 20 Uhr mit dem höchsten Staurisiko. Betroffen sind vor allem die Ballungsräume Rhein-Ruhr und Rhein-Main sowie Nord-Süd-Verbindungen und Routen in Richtung Küsten. Bis in den späten Abend hinein ist mit erheblichen Verzögerungen zu rechnen.

Samstag: vormittags besonders voll

Am Samstag bleibt es hektisch. Von frühmorgens bis zum späten Nachmittag ist mit dichtem Verkehr zu rechnen. Das größte Staurisiko besteht laut ACE zwischen 9 und 13 Uhr. Routen Richtung Süden zu den Alpen und ans Mittelmeer sowie zu den Nord- und Ostseeküsten sind besonders betroffen. Immerhin eine kleine Entlastung: Das Lkw-Fahrverbot an Samstagen von 7 bis 20 Uhr (1. Juli bis 31. August) und sonntags ganzjährig von 0 bis 22 Uhr gilt für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen.

Sonntag: erst entspannt, dann Rückreise-Chaos

Der Sonntag startet vergleichsweise ruhig. Bis etwa 13 Uhr rechnet der ACE mit wenig Staus. Danach füllen sich die Rückreiserouten. Von 17 bis 20 Uhr erreicht das Staurisiko seinen Höhepunkt. Auch Ausflügler zu touristischen Zielen tragen zur Verkehrsbelastung bei. Der ADAC zählt den Sonntagnachmittag neben Freitagnachmittag und Samstagvormittag zu den drei staureichsten Phasen des Wochenendverkehrs.

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Rund 990 Baustellen verschärfen die Lage

Ein zusätzliches Problem sind die permanenten Baustellen. Der ADAC zählt derzeit rund 990 Dauerbaustellen auf deutschen Autobahnen. Hinzu kommen kurzfristige Baustellen, die die Situation weiter verschärfen können. Bei schönem Wetter kommen außerdem viele Spontanreisende und Tagesausflügler hinzu, was auch Nebenstrecken zu Naherholungsgebieten belastet.

Wann sollte man am besten fahren?

Wer flexibel ist, sollte unter der Woche fahren: Montag, Dienstag oder Mittwoch außerhalb der Stoßzeiten. Der Freitag gilt als schlechtester Reisetag, weil sich Pendler und Urlauber überlagern. Das Staurisiko bleibt bis in den späten Abend hoch.
Wer am Wochenende fahren muss, sollte laut ACE sehr früh morgens starten oder in der Nacht fahren. Das erfordert aber erhöhte Konzentration und regelmäßige Pausen. Der Sonntag ist der beste Reisetag am Wochenende, allerdings nur bis mittags.

Diese Regionen sind besonders betroffen

ADAC und ACE erwarten erhöhten Verkehr und Staus in beiden Richtungen in den Ballungsräumen Hamburg, Berlin, Rhein-Main, Rhein-Ruhr, Stuttgart und München. Auch Fernstrecken und Nebenstrecken zu Nord- und Ostsee sind stark frequentiert.
Viele europäische Länder befinden sich aktuell in den Sommerferien, darunter Österreich, Norwegen, Schweden, Finnland, Dänemark, Polen, Tschechien, Belgien, Frankreich und die Schweiz. Das führt zu stockendem oder stehendem Verkehr im Ausland, besonders auf österreichischen Transitrouten.

Prognose für Österreich: Dauerbaustelle am Brenner

Besonders betroffen in Österreich sind die A1 (West-Autobahn), A2 (Südautobahn), A4 (Ost-Autobahn), A9 (Pyhrn-Autobahn), A10 (Tauern-Autobahn), A11 (Karawanken-Autobahn), A12 (Inntal-Autobahn), A13 (Brenner-Autobahn) und A14 (Rheintal-Autobahn). Auch die B179 (Fernpass) und die B197 (Arlberg-Bundesstraße) sind Nadelöhre.
Ein Dauerproblem bleibt die Generalsanierung der Luegbrücke auf der A13 nahe dem Brennerpass, die noch Jahre andauern wird.
Seit 1. Mai gelten in Tirol auf Ausweichrouten im Raum Reutte (Fernpassroute), Kufstein (Inntalautobahn) und Innsbruck allgemeine Ausfahrverbote und Fahrverbote für Transitverkehr an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen.

Wartezeiten an Grenzen und am Gotthard

Stichprobenartige Einreisekontrollen an der deutschen Grenze können zu Wartezeiten führen, besonders an Übergängen aus Österreich: Suben (A3), Walserberg (A8) und Kiefersfelden (A93).
Auch Schweizer Autobahnen sind stark belastet, vor allem Transitrouten wie die A1 (Bern – Zürich – St. Gallen) und A3 (Basel – Zürich – Chur). Die Gotthard-Route (A2) ist besonders staugefährdet. Der ACE warnt vor langen Staus und "erheblichen Wartezeiten" vor dem Tunnel, die bereits ab Freitagnachmittag einsetzen können.
Bei Wartezeiten von über einer Stunde am Gotthard empfiehlt der ACE die San-Bernardino-Route (A13) als Alternative. Auch dort sollten Reisende aber Verzögerungen einplanen.