(dpa/cj) Satte 100 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg fürs Falschparken: Um die Verkehrssicherheit für Fußgänger und Radfahrer zu erhöhen, fordern Verkehrsverbände eine deutliche Anhebung der Strafen für Halter unrechtmäßig abgestellter Autos. "Wirksame Bußgelder für Falschparker sorgen dafür, dass die Regeln im Verkehr eingehalten werden und Autos im öffentlichen Raum an Dominanz verlieren", sagte die Bundesvorsitzende des Verkehrsklubs VCD, Kerstin Haarmann, am 20. Mai 2019 in Berlin. "Im Moment erhalten Falschparker im Schnitt ein Bußgeld von gerade einmal 20 Euro. Das hat keine abschreckende Wirkung." (Hier finden Sie eine Übersicht der Strafen für falsches Halten oder Parken.)
Zu dem Verbändebündnis gehören neben dem VCD unter anderem auch der Allgemeine Blinden- und Sehbehindertenverein, der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club, die Deutsche Umwelthilfe und der Bundesverband Carsharing. Unter dem Motto "Knolle statt Knöllchen" startete das Bündnis eine Online-Petition gegen Falschparker. "Zweite-Reihe-Parker zwingen Fahrradfahrer dazu, gefährlich weit auf die Fahrbahn auszuweichen. Dort geraten sie durch heranfahrende Autos und Lkw in Lebensgefahr", argumentieren die Verbände. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hatte zuletzt bei einem Radverkehrskongress in Dresden gesagt, er plane eine deutliche Erhöhung der Bußgelder fürs Parken in zweiter Reihe und auf Schutzstreifen für Radler. Er wolle außerdem die Voraussetzungen für den Bau von Radwegen erleichtern.