Strafzölle: Autobauer gegen neue Importgebühren für China-Fahrzeuge
Gegenwind für Strafzölle: Diese Autohersteller sind dagegen

Die EU könnte dem Pfad der USA folgen und hohe Strafzölle für die Einfuhr von chinesischen Elektroautos verhängen. Ausgerechnet Deutschlands größte Autobauer wehren sich nun gegen solche Pläne.
Bild: iStock.com/AvigatorPhotographer
- Manuel Bauer
In Europa als auch in den USA haben sich Hersteller zu lange auf teure Luxus-Stromer und überdimensionierte E-SUVs konzentriert. Die Folge: China übernimmt nun das Ruder und flutet den globalen Markt mit günstigen E-Autos für jedermann. Das setzt die hiesige Industrie massiv unter Druck. Die USA haben unlängst mit drastischen Strafzöllen in Höhe von 100 Prozent auf die Einfuhr von chinesischen Elektrofahrzeugen reagiert. Auch die EU zieht einen ähnlichen Schritt in Erwägung und überprüft gegenwärtig, ob chinesische Stromer wegen hoher staatlicher Subventionen den Wettbewerb verzerren. Schon ab Sommer 2024 könnten auch in Europa hohe Zollgebühren auf die Flitzer aus Fernost entfallen.
BMW und Volkswagen warnen vor Strafzöllen
Aus Sicht des Laien klingt das nach einer Maßnahme, über die sich deutsche Autobauer freuen müssten. Schließlich würden hohe Strafzölle die E-Auto-Schwemme aus dem Land des Lächelns stark ausbremsen. Doch stattdessen ertönt hierzulande nun ein Aufschrei. Der kommt ausgerechnet von Deutschlands größten Fahrzeugherstellern Volkswagen und BMW.
Wie die Nachrichtenagentur Reuters.com berichtet, haben führende Manager beider Unternehmen die EU unlängst vor der Erhebung von Strafzöllen gegen chinesische E-Auto-Importe gewarnt. Der Grund dafür ist simpel: Beide Firmen sind in hohem Maße abhängig von China. Das Land ist nach Europa der zweitgrößte Absatzmarkt für BMW und auch VW und Mercedes fahren dort große Teile ihrer Umsätze ein. Entsprechend fürchten die Firmen Gegenmaßnahmen Chinas als Reaktion auf europäische Strafgebühren.
Deutsche Autobauer abhängig von China
Hinzu kommt, dass BMW viele seiner Fahrzeugmodelle wie etwa den Mini Cooper oder den iX3 in China produzieren lässt und nach Europa importiert. Hohe Einfuhrzölle würden das Unternehmen empfindlich treffen. Auch verweisen die Münchner darauf, dass die europäische Autoindustrie nicht nur auf Endprodukte, sondern ebenso auf Komponenten und Rohstoffe aus China angewiesen ist. Demnach kommt gegenwärtig kein einziges Auto in der EU ohne Materialien und Bauteile aus China aus.
Sollte sich der Handel mit dem Land durch die anvisierten Strafzölle verschlechtern, könnte sich das laut BMW und VW stark negativ auf die Wirtschaft und auch auf die Einhaltung der CO2-Ziele in Europa auswirken. Der sogenannte Green Deal der EU sei ohne Ressourcen aus China gegenwärtig nicht zu schaffen. Die Untersuchungen der EU zu möglichen Strafzöllen gegen China sollen bis November 2024 andauern. Vorläufige Einfuhrgebühren könnten aber schon ab Juli 2024 kommen.
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