Die Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) schlägt Alarm: Autos werden von Jahr zu Jahr größer! Praktisch, wenn Unmengen von Urlaubsgepäck im Auto verstaut werden müssen. Aber natürlich hat das Fahrzeugwachstum auch negative Auswirkungen für die Allgemeinheit. AUTO BILD verrät, welche Probleme immer größer werdende Autos mit sich bringen können!
T&E untersuchte dazu die Entwicklung der Größe von Pkw zwischen den Jahren 2000 und 2025. In nur 25 Jahren steigerte sich die Durchschnittslänge eines Autos um 29 Zentimeter, die Breite immerhin um 13 Zentimeter. Auch die Front an den Fahrzeugen wird immer wuchtiger: So stieg die Höhe der Motorhaube zwischen 2010 und 2025 von 77 Zentimetern auf 84 an – gefährlich bei Kollisionen mit Fußgängern, vor allem Kindern. Ganz neu ist das Problem allerdings nicht: So war der erste VW Golf (1974) gerade einmal 3,70 Meter lang. Der aktuelle Golf VIII kommt bereits auf 4,28 Meter.

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Welche Probleme größere Autos verursachen

Die Entwicklung: Autos werden seit 2000 pro Jahr 1,2 Zentimeter länger, 0,8 Zentimeter breiter und die Höhe der Motorhaube wächst seit 2010 jährlich um 0,5 Zentimeter. Das von der T&E skizzierte Problem: Durch immer größere Autos erhöhe sich das Risiko im Straßenverkehr. Die Autos bräuchten außerdem mehr Platz im öffentlichen Raum sowie mehr Ressourcen bei der Herstellung. Auch die Betriebskosten würden sich erhöhen, weil größere Autos tendenziell mehr Kraftstoff verbrauchen.
Autowachstum in der Größe Studie von Transport & Environment 2026
Autos werden immer größer: Links die Durchschnittsmaße eines Pkw im Jahr 2000, rechts der aktuelle Stand.
Bild: Transport & Environment
Wenn die Größenentwicklung so weitergehen würde, prognostiziert T&E die Maße für das durchschnittliche Auto im Jahr 2040 mit 4,56 Meter Länge und 1,9 Meter Breite. Im Szenario für Berlin würden dann bis zum Jahr 2040 71.000 bis 177.500 der ohnehin knappen Parkplätze auf öffentlichen Straßen wegfallen. Nur deshalb, weil weniger Autos auf die vorhandenen Stellflächen passen.
Autowachstum in der Größe Studie von Transport & Environment 2026
Rot zeigt die Entwicklung bis 2040, wenn es weitergeht wie bisher. In Grün die Wunschvorstellung von T&E.
Bild: Transport & Environment

T&E fordert Anreize für kleinere Autos

Eine Entwicklung, die T&E verhindern will. Die Umweltorganisation schlägt dazu politische Maßnahmen und Anreize für kleinere Autos vor, will zurück zum sogenannten "Right-sizing". Darunter versteht die Umweltorganisation, den Vergrößerungsprozess zu stoppen und wieder zu einer Verkleinerung auf dem Fahrzeugmarkt zurückzukehren. Als Argumente führt T&E auf: Die anhaltende Größenentwicklung würde die Zahl der Verkehrstoten bis 2040 voraussichtlich erhöhen, kleinere Autos würden dagegen weniger Todesopfer fordern. Dazu würden immer größere Modelle mit Verbrennungsmotor bis 2040 100 Millionen Barrel Öl zusätzlich benötigen, für größere Elektromodelle würden 1500 zusätzliche Windkraftanlagen in Europa notwendig sein.
Bislang halten sich die Anreize für den Kauf kleinerer Autos in Grenzen: Die Kfz-Steuer bemisst sich nach Hubraum, die Fahrzeuggröße ist dabei irrelevant. In einigen deutschen Kommunen wird die Fahrzeuggröße bei den Gebühren für das Anwohnerparken bereits berücksichtigt. Meistens zahlt der Kleinwagen aber ebensoviel wie das Luxus-SUV, obwohl er viel weniger Platz einnimmt.

Fazit

von Raphael Schuderer
Staatliche Anreize für kleinere Autos? Gerne her damit, vor allem in verstopften Großstädten. Aber bitte ohne Bevormundung des Kunden und ohne zusätzliche Bürokratie. Kunden und Autobauer sind bereits jetzt genug von politischen Vorgaben gebeutelt.