Studie bemängelt dicke Autos
Unsere Autos werden immer größer!

Die Dimensionen eines durchschnittlichen Pkw nehmen von Jahr zu Jahr zu, wie eine aktuelle Studie der Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) zeigt. Welche Probleme das verursacht!
Bild: Jaguar Land Rover Limited
- Raphael Schuderer
Die Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) schlägt Alarm: Autos werden von Jahr zu Jahr größer! Klar, mehr Platz ist praktisch – vor allem, wenn der Familienurlaub ansteht und der Kofferraum bis unters Dach beladen wird. Aber natürlich bringt das Fahrzeugwachstum auch negative Auswirkungen für die Allgemeinheit mit sich.
T&E hat die Entwicklung der Größe von Pkw zwischen den Jahren 2000 und 2025 untersucht – mit eindeutigem Ergebnis: Autos legen kräftig zu. In nur 25 Jahren wuchs die durchschnittliche Länge um 29 Zentimeter, die Breite um 13 cm.
Auch die Fronten der Fahrzeuge werden immer wuchtiger: So stieg die Höhe der Motorhaube zwischen 2010 und 2025 von 77 auf 84 cm an – gefährlich bei Kollisionen mit Fußgängern, vor allem Kindern.
Welche Probleme größere Autos verursachen
Autos wachsen seit 2000 jedes Jahr: +1,2 cm Länge, +0,8 cm Breite – die Motorhaube legt in der Höhe jährlich +0,5 cm zu. Das Problem laut T&E: Durch immer größere Autos erhöhe sich das Risiko im Straßenverkehr. Die Autos bräuchten außerdem mehr Platz im öffentlichen Raum sowie mehr Ressourcen bei der Herstellung. Auch die Betriebskosten würden steigen, weil größere Autos tendenziell mehr Kraftstoff verbrauchen.

Autos werden immer größer: Links die Durchschnittsmaße eines Pkw im Jahr 2000, rechts der aktuelle Stand.
Bild: Transport & Environment
Bleibt der Trend, wächst der Durchschnitts‑Pkw bis 2040 auf 4,56 Meter Länge und 1,90 Meter Breite – so die Prognose von T&E. In Berlin etwa könnten bis 2040 bis zu 177.500 Parkplätze wegfallen, weil schlicht weniger Autos auf die vorhandenen Stellflächen passen.

Rot zeigt die Entwicklung bis 2040, wenn es weitergeht wie bisher. In Grün die Wunschvorstellung von T&E.
Bild: Transport & Environment
T&E fordert Anreize für kleinere Autos
Diese Entwicklung will T&E stoppen. Die Umweltorganisation fordert Maßnahmen und Anreize für den Kauf kleinerer Autos – Stichwort: "Right-Sizing".
Die Argumente: Die anhaltende Größenentwicklung der Autos könnte die Zahl der Verkehrstoten bis 2040 erhöhen. Zudem würden immer größer werdende Verbrenner-Modelle bis 2040 100 Millionen Barrel Öl zusätzlich benötigen. Und große E‑Autos bräuchten dafür zusätzlich rund 1500 Windräder in Europa.
Bislang halten sich die Anreize für den Kauf kleinerer Autos in Grenzen: Die Kfz-Steuer bemisst sich nach Hubraum, die Fahrzeuggröße ist dabei irrelevant. In einigen deutschen Kommunen wird die Fahrzeuggröße bei den Gebühren für das Anwohnerparken bereits berücksichtigt. Meistens zahlt der Kleinwagen aber genauso viel wie das Luxus-SUV, obwohl er viel weniger Platz einnimmt.
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