Handyhalterungen im Test

Ausgewählte Produkte in tabellarischer Übersicht
1.
Vanmass CTVK61
1,4 (sehr gut)
2.
Getihu HG-310
1,6 (gut)
3.
Ivoler Handyhalterung*
1,9 (gut)
3.
Grooveclip Dash Magnet
1,9 (gut)
5.
Lescars Schwanenhals Halterung
2,1 (gut)
6.
Callstel Kfz Handyhalterung
2,2 (gut)
7.
UGreen Handyhalterung
2,3 (gut)
8.
Lamicall Handyhalterung
2,7 (befriedigend)
9.
Hama Universal-Smartphone-Halter-Set
3,0 (befriedigend)
*Da in der Box von Ivoler zwei Handyhalterungen enthalten sind, wurde zum Berechnen des Preis-Leistungs-Verhältnisses der Preis pro Halterung, also rund 5 Euro, verwendet.
Handyhalterungen fürs Auto sollen die Nutzung des Handys während der Fahrt ermöglichen – zum Beispiel als Navigationssystem. Doch welche Exemplare sind zu empfehlen? AUTO BILD hat neun Universal-Handyhalterungen zwischen 9,99 Euro und 39,90 Euro getestet. Und die gute Nachricht gleich vorweg: Keine Halterung hat während des Tests den Dienst quittiert.

Der Testsieger des AUTO BILD-Handyhalterungs-Tests: Vanmass CTVK61

Vanmass CTVK61
CTVK61
Vanmass
CTVK61

1,4 (sehr gut)

  • Gute Verarbeitung
  • Flexibel und komfortabel einstellbar
  • Verhältnismäßig geringe Sichtbeeinträchtigung
  • Wackelt etwas auf unebener Straße
Preis 36,99 €

Als einzige Handyhalterung erreicht die Vanmass CTVK61 die Note "sehr gut" und hat damit die Nase insgesamt vorn. Das hat sie ihrer für diese Bauart schlanken und zugleich stabilen Konstruktion und einer insgesamt hochwertigen Verarbeitung zu verdanken. Die Montage ist wegen des Saugnapf-Prinzips an der Scheibe oder glatten Oberflächen im Innenraum in jedem Auto möglich und nahezu selbsterklärend. Wer das Gerät nicht gerne direkt an oder vor der Scheibe platzieren möchte, kann es alternativ an den Lamellen eines Lüftungsgitters montieren. Die letzten Zweifel bei der Montage räumt die sprachlich nicht immer ganz korrekte, aber gut bebilderte Anleitung aus.
Zwar fängt die Vanmass bei unebener Fahrbahn etwas an zu schwingen, jedoch deutlich weniger als die Konkurrenz mit vergleichbarer Konstruktion und ähnlich vielen flexiblen Einstellmöglichkeiten. Die Verstellung fällt dank der gut greifbaren Flügelschrauben leicht; auch der Kugelkopf für das Drehen des Handytellers gleitet und wird mit einer gut erreichbaren Überwurfmutter fixiert. Im Falle dieses Vergleichs hat Qualität ihren Preis: Es gibt mit der Callstel nur eine Halterung, die mit 39,99 Euro noch teuer ist als die von Vanmass für 36,99 Euro. Sie zeigt jedoch in keiner Wertungskategorie eine Schwäche und erreicht so 114 von 130 möglichen Punkten.

Preis-Leistungs-Sieger: Ivoler Handyhalterung

Ivoler Handyhalterung
Handyhalterung
Ivoler
Handyhalterung

1,9 (gut)

  • Zwei Halterungen im Lieferumfang
  • Sehr günstig
  • Gute Verarbeitung
  • Montage nicht an allen Lüftungs-Typen möglich
  • Konstruktionsbedingt keine Verstellmöglichkeiten
Preis 9,99 €
Der Preis-Leistungs-Sieger von Ivoler schafft mit 107 von 130 möglichen Punkten eine Eins vor dem Komma. Da pro Box zwei Handyhalterungen enthalten sind, wurde zum Berechnen des Preis-Leistungs-Verhältnisses der Preis pro Halterung, also rund 5 Euro, verwendet.
Die minimalistische Halterung macht einen sehr wertigen Eindruck und arbeitet mit einem Magneten, der auf der Rückseite des Handys angebracht wird. Das hält sehr gut, da wackelt nichts – solange das Handy erlaubt, den Magneten zentriert aufzukleben. Sind dagegen beispielsweise dessen Kamerlinsen und -sensoren im Weg und der Magnet entsprechend nicht in der Längsachse des Telefons angebracht, kann es mit der Zeit etwas schief hängen.
Auch können es tief im Armaturenbrett liegende Lüftungslamellen, wie etwa im Testfahrzeug, nötig machen, den Magneten im oberen Bereich der Geräterückseite zu befestigen. Dann überdecken größere Mobiltelefone womöglich Bedienfelder etwa des Radios oder der Klimaanlage. Insgesamt gibt es also funktional nichts zu meckern – aber zu prüfen, ob das eigene Fahrzeug für diese Art der Handyhalterung geeignet ist.

So hat AUTO BILD getestet

Klebrige Saugnäpfe erschweren das Abmontieren der Halterung, sorgen aber für besseren Halt während der Fahrt.

Nach dem Auspacken der Halterungen ging es an die Montage: Wie intuitiv lassen sie sich montieren und wieder abbauen? Hilft die Anleitung, wenn doch etwas unklar ist? Wie schnell und einfach ist das Handy einzusetzen und wieder herauszunehmen? Bei den Tests kamen die folgenden Geräte zum Einsatz: (iPhone SE I, iPhone 12 und Samsung Galaxy A50). Geprüft wurde außerdem, ob die Halterungen mehrfach verwendet werden können und wie viel Raum sie für das zeitweise verstauen etwa im Handschuhfach einnehmen.
Mit jeder Handyhalterung wurde dieselbe Teststrecke abgefahren. Neben glatter Fahrbahn war auch ein Stück Kopfsteinpflaster dabei.

Beim eigentlichen Gebrauch der Halterungen ging es bei der Bewertung vor allem um die Aspekte Flexibilität und Sicherheit: Wie stark schränken sie das Sichtfeld des Fahrers ein? Wie gut sind die Halterungen am Auto und das Handy wiederum an der Halterung fixiert? Wie flexibel lässt sich das Mobiltelefon justieren, wie einfach oder kompliziert ist das, und wie stark wackelt es auf ebener und unebener Fahrbahn? Dafür spulte das Testfahrzeug, ein VW T-Cross, stets dieselbe Strecke über Kopfsteinpflaster und eine typische innerstädtische Fahrbahn ab.
Der dritte Abschnitt des Prüfkatalogs bezog sich auf die Qualität: Welchen Eindruck machen Material und Verarbeitung? Sind schon beim Testen erste Verschleißerscheinungen sichtbar? Besteht vielleicht Verletzungsgefahr wegen zu starker Federn oder anderer mechanischer Bauteile? Auch floss die Verpackung in die Wertung ein: Wurde hier Material verschwendet, und lässt der Müll sich eindeutig den verschiedenen Wertstoffgruppen zuordnen?

Die Testergebnisse im Überblick

Neun Handyhalter sind zum Test angetreten. Die Preise liegen zwischen 9,99 und 39,90 Euro.

Die gute Nachricht: Alle neun getesteten Geräte erfüllen im Grunde ihren Zweck. Bei keiner Halterung muss man bei korrekter Installation an geeigneter Stelle die Sorge haben, dass einem die Chose wieder entgegenfällt. Dennoch offenbaren beide Grundtypen von Halterungen je eine individuelle Schwachstelle. So neigen alle Systeme (in diesem Fall das Hama Universal Holder Kit, der Lescars Windshield Mount Holder, die Callstel Smartphone-Halterung und der Testsieger Vanmass CTVK61) dazu, auf unebener Fahrbahn zu wackeln oder zu schwingen. Das kann die Navigation oder das Tippen auf dem Bildschirm durchaus erschweren. Mit Ausnahme des Testsiegers, bei dem alles insgesamt noch im Rahmen bleibt, ist das Gewackel mitunter erheblich. Das ist der Preis, den man für die Flexibilität dieses Prinzips zahlen muss.
Eine weitere Besonderheit des Testsiegers Vanmass und dessen teureren, weniger wertigen Pendant von Callstel: Die Saugnäpfe für die Befestigung am Fahrzeug sind weich und klebrig und sollen auch auf glatten Flächen des Armaturenträgers halten. Im Falle des Testfahrzeugs VW T-Cross hat das allerdings nicht gut funktioniert.
Ein Sonderfall ist der GrooveClip: Er hat als einzige Verstellmöglichkeit ein Kugelgelenk, also keinen Schwanenhals oder Teleskopauszug. Dadurch kann er nicht schwingen, sitzt jedoch bei der Montage an der Scheibe je nach Autotyp sehr weit weg vom Fahrer. Sein ebenfalls weicher, klebriger Saugnapf erlaubt aber auch das Befestigen auf glatten Flächen im Cockpit. Für die Befestigung des Telefons am Halter kommt ein Magnet zum Einsatz, der dauerhaft an das Handy geklebt werden muss.
Das alles ist beim zweiten Prinzip, der Lüftungshalterung, kein Thema. Dafür sind allerdings nicht alle Produkte für jedes Fahrzeugmodell geeignet. Je nach Dicke der Lamellen, Breite und Position der Griffe darauf sowie Position und Umgebung des verwendeten Lüftungsauslasses können vor allem große Mobiltelefone nicht unbedingt so befestigt werden, dass sie langfristig gut halten, zum Fahrer weisen und leicht zu bedienen sind.
Bei den Lüftungshalterungen kommt es stark auf die Bauform der Lüftungsdüsen und der Halterungen an. Am VW T-Cross wird beispielsweise die Bedienung der Heizung verdeckt.

Eine Ausnahme ist hier der Gravity Phone Holder von UGreen: Er hat einen Kugelkopf, mit dem man das Handy in Neigung und seitlichem Winkel frei verstellen kann. Seine Überwurfmutter lässt sich zudem gut verstellen. Allerdings wackeln ältere Geräte wie das erste iPhone SE in der Halterung, weil sie zu schmal sind.
Gleiches gilt für den Lamicall Car Holder, bei dem man beim Schiebemechanismus für das Telefon aufpassen muss, sich nicht den Finger oder die Hand zu klemmen. Er wirkt zudem deutlich billiger als der Preis-Leistungs-Sieger von Ivoler, von dem gleich zwei in der Packung sind und der für wenig Geld eine haltbare, wenn auch weniger flexible Halterung bietet.
Bei der Klebe-Halterung von Getihu HG-310 ist etwas Vorarbeit zu leisten, bevor sie montiert werden kann. Danach sitzt sie aber bombenfest und lässt sich kaum mehr entfernen.

Der Getihu Dashboard Magnet Mount kommt weder mit Saugnapf noch mit Lüftungsgitterklemmen, er wird mit einem extrem guten Kleber auf eine möglichst glatte Fläche des Armaturenbretts geklebt, ist also für die allermeisten Fahrzeugmodelle geeignet. Immer wieder An- und Abbauen geht aber nicht; dafür ist er extrem unauffällig, sehr gut verarbeitet und dank eines Kugelgelenks hinreichend flexibel.
Bei den Systemen von Ivoler und Getihu ist zu beachten, dass wie beim GrooveClip ein Magnet am Telefon anzukleben ist, um eine feste Verbindung zum Halter herzustellen. Das ist nicht unbedingt immer gewünscht und bedeutet auch, dass man nicht mal eben ein anderes Mobiltelefon verwenden kann. Ist zwischen Magnet und dem Halter noch eine Schutzhülle, sinkt die Haltekraft spürbar. Bei allen anderen Halterungen wird das Telefon in irgendeiner Form mittels Haltenasen eingeklemmt.

Fazit zum Handyhalterungs-Test

Der AUTO BILD Handyhalterungs-Test zeigt: Kein Produkt gibt auf und quittiert während des Tests den Dienst. Saugnapf-Halterungen sind immer noch die Allround-Könige, so auch der Testsieger von Vanmass. Positiv überraschen konnten auch der Lüftungshalter von Ivola sowie das Klebe-Modell von Getihu. Diese bieten zwar weniger Flexibilität, halten das Handy dank Magnet-Halterung aber sehr gut fest. Praktisch beim Preis-Leistungs-Sieger von Ivoler: Im Lieferumfang sind gleich zwei Halterungen dabei.

Was man beim Kauf einer Handyhalterung beachten sollte

Welche Halterung für wen geeignet ist, hängt nicht zuletzt vom Auto und der Nutzungsabsicht ab. Wer das Handy gerne im direkten Blickfeld hat, der wählt eine Halterung für die Windschutzscheibe oder das Armaturenbrett. Wer nur Musik abspielen will und nicht permanent aufs Navi schaut, kann das Handy in der Mittelkonsole befestigen, zum Beispiel an den Lüftungsschlitzen. Auch das Handy selbst ist ausschlaggebend: Soll immer dasselbe Telefon befestigt werden, eignet sich beispielsweise ein Magnethalter, dessen Gegenstück aufs Handy geklebt wird. Sollen unterschiedliche Handys in den Halter passen, ist eher ein Klemmmechanismus angebracht. Wer ein Smartphone jenseits der fünf Zoll bevorzugt, sollte unbedingt auf ausreichend Stabilität achten und gegebenenfalls vorab testen, ob das Handy auch bei holpriger Fahrt festsitzt.

Warum überhaupt eine Handyhalterung im Auto?

Die Nutzung von elektronischen Geräten im Auto ist nur erlaubt, wenn sie entweder fest eingebaut sind, per Sprache bedient werden oder in einer Halterung stecken. Wer sein Handy also als Navigationssystem benutzen will, kann das nur legal tun, wenn es in einer Halterung platziert ist. Dann dürfen auch Adressen oder Telefonnummern eingegeben werden. Das Handy darf während der Fahrt (genauer: bei eingeschaltetem Motor) jedoch nicht in der Hand gehalten werden. Auch beurteilten Gerichte bereits das Ablegen auf dem Oberschenkel oder das Einklemmen zwischen Kopf und Schulter als Halten im Sinne des Verbots. Die Bußgelder beginnen bei 100 Euro je Verstoß, und es gibt mindestens einen, bei Gefährdung oder Unfall zwei Punkte in Flensburg. Doch auch wenn es in einer Halterung steckt, ist und bleibt es im Auto ein Sicherheitsrisiko. Deswegen lieber gleich: Finger weg vom Handy!
Strafen für Handy am Steuer: Im Herbst 2017 wurden die Bußgelder für Handynutzung am Steuer angehoben. Seitdem drohen mindestens 100 Euro Strafe und ein Punkt in Flensburg. Wer mit dem Handy in der Hand fährt und dabei andere gefährdet, zahlt 150 Euro. Kommt es im Zuge dessen zu Sachbeschädigung, werden 200 Euro fällig. Obendrauf gibt es zwei Punkte und einen Monat Fahrverbot.

Nützliches Wissen rund um Handyhalter

Welcher ist der beste Handyhalter fürs Auto?

Pfeil
Der Testsieger im großen AUTO BILD Handyhalterungs-Test 2022 ist die Vanmass CTVK61. Diese Handyhalterung sicherte sich nicht nur den Gesamtsieg, sondern konnte in zwei von drei Kategorien (Sicherheit/Flexibilität und Qualität) die Konkurrenz übertrumpfen.

Wie viel sollte ein guter Handyhalter fürs Auto kosten?

Pfeil
Testsieger im AUTO BILD Handyhalterungs-Test 2022 wurde die Vanmass CTVK61, die zu einem Preis von 36,99 Euro erhältlich ist. Deutlich günstiger ist der Preis-Leistungs-Sieger, die Handyhalterung von Ivoler. Diese schlägt mit einem Preis von rund 5 Euro pro Halterung (Lieferumfang umfasst zwei Stück) zu Buche.

Wie gut sind magnetische Handyhalter?

Pfeil
Im AUTO BILD Handyhalterungs-Test 2022 konnte sich die magnetische Handyhalterung von Ivoler mit der Note 1,9 (gut) den Preis-Leistungs-Sieg sichern. Die Montage der meisten magnetischen Handyhalterungen gestaltet sich sehr einfach, dennoch halten diese sehr gut fest.

Was sollte man beim Kauf einer Handyhalterung beachten?

Pfeil
Welche Halterung für wen geeignet ist, hängt nicht zuletzt vom Auto und der Nutzungsabsicht ab. Wer das Handy gerne im direkten Blickfeld hat, der wählt eine Halterung für die Windschutzscheibe oder die Armaturen. Wer nur Musik abspielen will und nicht permanent aufs Navi schaut, kann das Handy in der Mittelkonsole befestigen, zum Beispiel an den Lüftungsschlitzen. Auch das Handy selbst ist ausschlaggebend: Soll immer dasselbe Telefon befestigt werden, eignet sich beispielsweise ein Magnethalter, dessen Gegenstück aufs Handy geklebt wird. Sollen unterschiedliche Handys in den Halter passen, eignet sich ein Klemmmechanismus.

Warum verwendet man eine Handyhalterung im Auto?

Pfeil
Die Nutzung con elektronischen Geräten im Auto ist nur erlaubt, wenn sie entweder fest eingebaut sind, per Sprache bedient werden oder in einer Halterung stecken. Wer sein Handy also als Navigationssystem benutzen will, kann das nur legal tun, wenn es in einer Kfz-Halterung platziert ist. Dann dürfen auch Adressen oder Telefonnummern eingegeben werden. Das Handy darf während der Fahrt (genauer: bei eingeschaltetem Motor) jedoch nicht in der Hand gehalten werden. Auch beurteilten Gerichte bereits das Ablegen auf dem Oberschenkel oder das Einklemmen zwischen Kopf und Schulter als Halten im Sinne des Verbots. Die Bußgelder beginnen bei 100 Euro je Verstoß und es gibt mindestens einen, bei Gefährdung oder Unfall zwei Punkte in Flensburg. Doch auch wenn es in einer Halterung steckt, ist und bleibt es im Auto ein Sicherheitsrisiko. Deswegen lieber gleich: Finger weg vom Handy!

Disclaimer

Von

Roland Kontny