Auch die neueste Generation des Subaru Forester ist wohl kein Auto, an das irgendein Besitzer zufällig oder aus einer Laune heraus gerät.
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Ein verlässliches Werkzeug will er sein, auf halbem Wege zwischen Robustkombi und SUV, für eine Nutzwert suchende Klientel, in der Jäger, Förster und Alpenbewohner überrepräsentiert sind.

Etwas mehr Länge beim neuen Forester

Der Forester ist wieder mal größer geworden: Länge 4670 statt 4625 Millimeter bei unveränderten 2670 mm Radstand, Breite 1830 statt 1815 mm, Höhe blieb mit 1730 mm gleich. Die gewachsene Breite kommt gefühlt sogar an im Interieur; der Japaner bietet reichlich Ellbogenfreiheit und das großzügige Raumgefühl eines großen Geländegängers der 1980er.
Subaru Forester 2.0ie
Gewachsen: In seiner sechsten Generation hat der Forester gegenüber seinem Vorgänger um knapp fünf Zentimeter zugelegt.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Den Einstieg dürfte jeder als angenehm empfinden. Man sitzt 68 Zentimeter über dem Asphalt, weder zu tief noch zu hoch. Großgewachsene Mitteleuropäer könnten eine Sitzflächenverlängerung vertragen; immerhin sind die Lehnen der Sitze nicht zu asiatisch geraten und hoch genug. Hinten ist vielleicht der schönste Platz, obwohl an der Fondbank nichts verstellbar ist, weil man volle 37 Zentimeter über dem Fußboden sitzt, bei viel Kopffreiheit und nicht zu steiler Lehne.

Infotainment aus dem Outback

Natürlich ist Generation sechs digitaler geworden mit ihrem aus dem Outback übernommenen Infotainment. Die zuvor an alte Häuser in der Eifel erinnernde Cockpitarchitektur – lauter Anbauten – ist einem cleaneren Design gewichen. Dennoch fühlt sie sich klassisch an: niedrige Gürtellinie, schlanke Dachsäulen zumindest vorn, gut einsehbares Frontende und herrliche echte Runduhren. Dazu dieser klar rastende Blinkerhebel – wer auf rollende Tabletcomputer mit einem Zucken um die Augen reagiert, wird das hier wie Urlaub empfinden.
Subaru Forester 2.0ie
Moderner: Der Forester hat ein neues Cockpit mit schnell ablesbaren Runduhren und 11,6-Zoll-Bildschirm vom Markenbruder Outback.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Auch bei der Klimaregelung will Subaru nicht komplett auf den Touchscreen vertrauen. Für Temperatur und Audiolautstärke gibt's weiterhin separate, physisch vorhandene Regler – blind bedienbar, bravo! Und die Touch-Kacheln sind groß wie bei einem Senioren-Handy.

Fahrzeugdaten

Fahrzeugdaten
Motor Bauart/Zylinder 
Vierzylinder-Boxer, Hybrid 
Einbaulage 
vorn längs 
Ventile/Nockenwellen 
4 pro Zylinder/4 
Nockenwellenantrieb 
Kette 
Hubraum 
1995 cm³ 
kW (PS) bei 1/min
100 (136)/5600 
Nm bei 1/min
182/4000 
Vmax
188 km/h 
Getriebe 
stufenloses Automatikgetriebe 
Antrieb 
Allradantrieb 
Bremsen vorn/hinten 
Scheiben/Scheiben 
Testwagenbereifung 
235/50 R 19 V 
Reifentyp 
Continental SportContact 5 
Radgröße 
7,5 x 19" 
Abgas CO2* 
183 g/km 
Verbrauch* 
8,1 l S/100 km 
Tankinhalt 
48 l 
Kraftstoffsorte 
Super 
Partikelfilter 
Serie 
Vorbeifahrgeräusch 
68 dB(A) 
Anhängelast gebr./ungebr. 
1870/750 kg 
Stützlast 
100 kg 
Kofferraumvolumen 
508–1679 l 
Länge/Breite/Höhe 
4670/1830–2070**/1730 mm 
Radstand 
2670 mm 
Grundpreis
40.490 Euro
Testwagenpreis (wird gewertet)
49.190 Euro
Ein Blick unter die Motorhaube: alles klassisch wohlgeordnet, nicht mit Aggregaten zugestopft und mit klassischem Ölmessstab. Subaru-typisch werkelt hier ein Boxermotor – mit Vorteilen in Form niedriger Schwerpunktlage, einer exakten Symmetrie des Antriebsstrangs, Vibrationsarmut und mit Nachteilen wie dem fehlenden Platz für eine Wandlerautomatik oder dem langen Frontüberhang – irgendwo muss der tief liegende Boxer ja hin.

Unter der Haube steckt ein Saugbenziner

Antriebstechnisch bleibt Subaru eigenwillig: Neben dem Mazda CX-5 ist der Forester in dieser Klasse der letzte Saugbenziner-Rebell, modern allerdings mit Direkteinspritzung. Und mit milder Hybridisierung per 16,7-PS-/66-Nm-Elektromotor im stufenlosen Automatikgetriebe plus 13,5-kWh-Akku.
Subaru Forester 2.0ie
Turbofreier Boxer: In Sachen Antrieb setzt Subaru beim Forester auf einen zwei Liter großen Saugbenziner mit Mildhybrid-Technik.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Auch ungewöhnlich: die Stufenlos-Automatik mit vorgeschaltetem Wandler. Der mildert den CVT-üblichen Gummibandeffekt zwar nicht, erhöht aber Belastbarkeit und Hitzefestigkeit etwa beim Anfahren am Berg. Emissionszwänge haben dem Boxer 14 PS abgezwackt, das Drehmoment sank um 12 Nm, was die Stammkunden mit einem Schulterzucken quittieren dürften.

Ein Allrounder für schlechte Wege

Trotz großzügiger 22 Zentimeter Bodenfreiheit und glattem Unterboden will der Forester keinen Geländewagen ersetzen. Bezeichnenderweise gibt Subaru keine maximale Wattiefe an, sonst eine selbstverständliche technische Angabe. Er ist halt der Allrounder für Waldwege, gern auch mit Gesteinsbrocken drin, die für Almauffahrten so typische Garnierung.
Subaru Forester 2.0ie
Klare Position: Dank seiner 22 Zentimeter Bodenfreiheit ist der Forester ein echter Schlechtwege-Kombi. Sportlichkeit ist ihm eher fremd.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Auf unserer Kopfsteinpflaster-Teststrecke gibt es zwar noch immer leisere Autos, aber das hier ist – wie auch der um einen vollen Liter gesunkene Testverbrauch – ein Fortschritt gegenüber dem Vorgänger. Das Gleiche lässt sich der Verkehrszeichenübernahme nachsagen. Sie arbeitet auch ohne programmiertes Naviziel – recht zuverlässig, aber nicht sonderlich reaktionsschnell.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
4,4 s 
0–100 km/h 
11,2 s 
0–130 km/h 
21,0 s 
0–160 km/h 
38,0 s 
Zwischenspurt
60–100 km/h
5,7 s 
80–120 km/h 
8,9 s 
Leergewicht/Zuladung 
1736/449 kg 
Gewichtsverteilung v./h. 
58/42 % 
Wendekreis links/rechts 
11,7/11,6 m 
Sitzhöhe 
680 mm 
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
37,8 m 
aus 100 km/h warm 
36,4 m 
Innengeräusch
bei 50 km/h
59 dB(A) 
bei 100 km/h 
66 dB(A) 
bei 130 km/h 
70 dB(A) 
Verbrauch
Sparverbrauch 
6,1 l S/100 km 
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde
(Abweichung zur WLTP-Angabe)
8,0 l S/100 km
(-1 %)
Sportverbrauch 
11,5 l S/100 km 
CO2 (Testverbrauch) 
181 g/km 
Reichweite (Testverbrauch) 
600 km 
Der Forester gibt leider auch gern das echt asiatische Auto, das seinen Fahrer streng disziplinieren will. Vom Aufmerksamkeitsassistenten handelt sich bereits einen strengen Verweis ein ("Bitte schauen Sie nach vorne!"), wer kurz auf den Drehzahlmesser schaut.
Subaru Forester 2.0ie
Typisch CVT: Die stufenlose Automatik lässt den Motor unnötig hochdrehen. Abhilfe schafft der manuelle Modus über Schaltpaddel.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Da
 aber der Gummibandeffekt der CVT-Automatik auch einen kalten Motor beim Beschleunigen unnötig hochjubeln lässt, fahren wir hier oft im manuellen Modus und mit Schaltpaddeleinsatz. Dazu aber müssen wir gelegentlich mal auf den Drehzahlmesser schauen. Und das würden wir dann doch gerne ohne Zurechtweisung tun.

Wertung Subaru Forester 2.0ie

Wertung Subaru Forester 2.0ie
Karosserie
Leicht zu entern, große Türausschnitte. Qualitätseindruck gut, Raumgefühl top. Zuladung nicht üppig.
4 / 5
Antrieb
Kein Sportler. CVT-Getriebe mit Gummibandeffekt. Laufkultur okay. Reichweite könnte größer sein.
3 / 5
Fahrdynamik
Fahrsicher, guter Geradeauslauf. Agilität, Lenkpräzision und Bremswege sind nicht seine Stärken.
3 / 5
Connected Car
Schlichtes TomTom-Navi. Mit Verkehrszeichenübernahme, die aber erst hinter dem Schild reagiert.
3,5 / 5
Umwelt
Klar sparsamer als zuvor, aber noch kein Sparwunder: voluminös, nicht leicht, Saugbenziner.
2,5 / 5
Komfort
Leicht zu entern, große Türausschnitte. Sitze und Sitzposition angenehm. Könnte leiser sein.
3,5 / 5
Kosten
Kaufpreis, Versicherung, jährliche Wartung – alles nicht billig. Wiederverkauf dürfte kein Problem sein.
3 / 5
AUTO BILD-Testnote
2,5
Die Navizieleingabe via Touchscreen ist während der Fahrt gesperrt, nur mittels Spracherkennung möglich. Leider ist diese Spracherkennung ein Glücksspiel, angewiesen auf vorformulierte Befehle und etwas schwerhörig.

Abstimmung etwas zu weich

Die Lenkung ist noch immer indirekt und leichtgängig, aber ordentlich, ist weder stößig, noch verhärtet sie sich. Der weich gefederte Forester wiegt sich manchmal gar zu lasziv in seinen langen Federwegen. Unterdämpft vor allem in der Zugstufe, federt die Hinterhand auf heftigen Bodenwellen zu weit aus, was unnötig viel Unruhe in den Aufbau bringt.
Subaru Forester 2.0ie
Die vor allem in der Zugstufe unterdämpfte Hinterachse federt auf derben Bodenwellen zu weit aus – das bringt Unruhe ins Auto.
Bild: Olaf Itrich / AUTO BILD
Mit einer Sportfahrer-Denke sollte man an diesen wertkonservativen Waidmann nicht herangehen. Die Windgeräusche ab 140 km/h deuten darauf hin, dass der Subaru für den Weltmarkt entwickelt wurde – und der ist fast überall tempolimitiert. Die hohe Bodenfreiheit lässt bereits erahnen, dass die Schlechtwegetauglichkeit im Lastenheft oben stand, nicht die Querdynamik. Das Fahrwerk soll vor allem unebenen Untergründen folgen können, ohne dass ein Rad den Bodenkontakt verliert. Man kann nicht alles haben.

Bildergalerie

Subaru Forester 2.0ie
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Subaru Forester 2.0ie
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Subaru Forester 2.0ie im Test

Fazit

von

AUTO BILD
Der Subaru Forester ist nicht für jeden. Er hält traditionelle Werte hoch, geht mit Saug-Boxer und Stufenlosautomatik einen eigenen Weg. Gut: Der Testverbrauch liegt einen vollen Liter unter dem des Vorgängers. AUTO BILD-Testnote: 2,5