Subaru WRX STi: Test
Tuning gegen Serie

Ein Subaru WRX STi ist eine feine Sache – wenn es regnet oder staubt. Dass die japanische Allrad-Ikone aber auch fern aller Buckelpisten richtig aufdrehen kann, beweisen Tuner Badtoys und STi selbst. Ein Vergleich.
- Manuel Iglisch
Machen wir uns doch nichts vor – die glorreichen Tage des Subaru WRX STi sind hierzulande schon längst gezählt. Seine internationale Rallyekarriere – immerhin das historische Fundament für all seine Wesenszüge – hat ihr letztes großes Kapitel bereits vor drei Jahren geschlossen. Allein das Engagement privater Teams (Prodrive-Kits oder alte WRC-Boliden) hält den Nimbus vom behutzten Helden staubiger Hinterlandäcker heute noch am Leben. Jenseits dieser verklärten Realität führt der STi allerdings ein Dasein im Schatten seiner großen Vergangenheit. Ein tragischer Held ist er geworden. Einer, dessen einzige große Stärke gleichzeitig auch seine größte Schwäche ist. Weshalb? Weil selbst ein naturbelassener Serien-STi erst dann so richtig funktioniert, wenn es schmierig, glatt, buckelig oder im Allgemeinen einfach böse und ungemütlich wird. Konsequente Rallyegenetik als Primärziel, Asphaltdynamik als Abfallprodukt – so und nicht anders war sein Wesen bislang zu verstehen.
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Verbesserte Rallye-Ikone: Als tS zeigt sich der Subaru WRX STi allerbestens in Form.
Bild: Ronald Sassen
Tuning gegen Serie: Wolf Focus RS 400 vs. Ford Focus RS 500

Erstaunlich: der Mega-Heckflügel des Badtoys-Subaru besitzt in der Schweiz eine Zulassung.
Bild: Ronald Sassen
Weniger Kompromisse fordert dagegen seine querdynamische Leistungsbereitschaft. Der tS ist nicht nur einen Hauch komfortabler, sondern gleichzeitig auch wesentlich handlicher abgestimmt als das deutsche Serienpendant. Zudem führt er einen intensiveren Dialog mit seinem Dompteur, klärt genauestens über Grip und Fahrstabilität auf. In der Summe ergibt sich ein Fahrerlebnis, wie man es bislang eher von seinem Erzrivalen aus Tokio kannte. Der tS reagiert extrem willig auf gezielte Lastwechsel, surft mit Vorliebe im zarten Drift über die Ideallinie, bleibt dank seiner Traktion aber immer gutmütig und beherrschbar. Mit dieser Leichtfüßigkeit fährt er dem deutschen Konkurrenten (2011er-Modell) aber nicht nur in der Fahrspaßwertung davon, er bezwingt ihn auch auf dem Sachsenring mit gut 1,5 Sekunden Vorsprung. Yokudekimashita, well done! Der schnellste "Serien"-STi wäre also gefunden. Doch wie schnell kann man den STi im Extremfall machen? Vorhang auf, Showdown für Badtoys.
Sofort wird klar: Der getunte Subaru hat mit seiner Basis wirklich rein gar nichts mehr gemein. Egal ob Einlenkverhalten, Traktion oder Seitenführung – das querdynamische Potenzial dieser Limousine liegt auf allerfeinstem Supersportwagen-Niveau. Kurven werden mit der Präzision einer Rasierklinge seziert, das Handling ist absolut neutral und feinfühlig. Auch die Bremse gibt sich keine Blöße, verzögert souverän und ausdauernd. Wenn überhaupt, so könnte man diesem STi allenfalls ankreiden, dass er eine Spur zu neutral ausgelegt ist – ein leichter Eindrehimpuls unter Last wäre wünschenswert und käme auch der Rundenzeit nochmals zugute. Doch geschenkt! 1:37,67 Minuten sind auch so schlicht sensationell. Am Ende bleibt also nur zu hoffen, dass Badtoys in Zukunft auch mit deutschen Zulassungen dienen kann. Derzeit ist das Tuning nur für die Schweiz zertifi ziert. Und der STi tS? Die Japaner erwägen ebenfalls einen Einsatz in Europa. Hoffentlich lässt dieser nicht mehr lange auf sich warten …
Fazit
Verstehen Sie diesen Test bitte nicht als harten Vergleich, sondern eher als Familientreffen, das zeigen soll, was in Sachen STi außerhalb von Deutschland (und mit etwas Geschick auch innerhalb) alles möglich ist. Egal ob ultimativer Rundstrecken-Renner (Badtoys) oder rallygiöses Multitalent (tS) – dieser Subaru hat viele Gesichter!
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