Liebe auf der ersten Blick ist etwas Schönes, aber auf Dauer halten solche Beziehungen eher selten. Das gilt zwischen Menschen genauso wie zwischen uns und dem Subaru XV. Als das kompakte SUV 2012 startete, waren wir noch gespannt. Nach unserem Dauertest ernüchtert. Note 4–, Letzter im aktuellen Ranking. Jetzt tritt Nummer zwei an – und wir testen erneut.
Im XV arbeitet jetzt immer ein Benziner-Boxer
Ersatzlos gestrichen: Unter dem gefälligen Blechkleid des XV gibt es jetzt keinen Diesel mehr.
Bild: Subaru
Die gefällige Form lässt unser Herz sofort wieder höherschlagen. Außerdem wurde der beim 100.000-Kilometer-Test schwächelnde Diesel gestrichen, XV heißt jetzt immer Benziner-Boxer plus stufenlose Automatik und Allrad. Eine liebenswerte Kombination? Wenn es der Zweiliter mit 156 PS ist: ja! Mühelos bringt der Boxer den 1450-Kilo-Kraxler in Schwung, wirkt dabei selten überfordert und scheint immer noch eine Reserve im Brennraum zu haben. In 9,4 Sekunden stürmt der XV auf Tempo 100, maximal sollen 194 km/h drin sein – das sollte reichen. Okay, beim Losfahren und wenn es der Pilot richtig wissen will, heult der Motor gequält auf. Doch das verzeihen wir dem Subaru gern und verbuchen es unter Leidenschaft. Bei den üppigen 9,5 Litern Testverbrauch sieht das anders aus. Solche Zügellosigkeit ist nicht mehr zeitgemäß.
Das Fahrwerk des neuen XV geht Kurven souveräner an als bisher, aber Rückmeldung fehlt noch immer.
Bild: Subaru
Auf der Höhe der Zeit zeigt sich die neue Plattform. Der XV kratzt Kurven mit weniger Ehrfurcht und Seitenneigung, trifft souveräner die Spur, reagiert auf Lenkbefehle spürbar direkter – jedenfalls im Vergleich zum Vorgänger. Gemessen an Tiguan & Co dürfte die Lenkung durchaus präziser und mit mehr Rückmeldung arbeiten. Oder anders ausgedrückt: Ein Vollblut-Dynamiker wird aus dem XV wohl nicht mehr. Muss er aber auch nicht. Die Stärken des Japaners liegen eh an anderer Stelle. Etwa beim brauchbaren Platzangebot, dem manierlichen Komfort oder der hohen Kletter-Kompetenz. Ordentliche 22 Zentimeter Bodenfreiheit sowie permanenter Allradantrieb und das neue Geländeprogramm "X-Mode" bringen den XV fast überall hin.
Inklusive Klimaautomatik, Sitzheizung, Radio, kamerabasiertem Assistenzsystem "Eyesight" (hält automatisch Abstand, bremst im Notfall, hilft beim Spurhalten) und fünf Jahren Garantie kostet der XV 2.0i ab 27.980 Euro. Macht 170 Euro weniger als beim 150 PS starken Tiguan mit Frontantrieb. Ihn zu lieben ist also möglich.
Mit dem XV fährt Subaru sicher nicht in die Spitzengruppe der Kompakt-SUVs, die Japaner liefern aber eine überlegenswerte Alternative mit eigenem Charme. Wer Offroadkompetenz und Boxermotoren liebt, liegt hier richtig.