Superb/Mazda6/Insignia: Kombi-Vergleich
Luxuskombis für die Mittelklasse

Hier geht es nicht um Autos für Reiche. Sondern um Kombis, die alles bieten – nur keinen großen Namen. Dafür gefallen Mazda6, Opel Insignia Sports Tourer und Skoda Superb Combi vor allem mit ihrem Preis.
- Uli Holzwarth
Luxus hat viele Facetten. Manchen genügt ein prall gefülltes Konto, anderen reicht schon genügend Platz zum Leben, Lümmeln – und Laden. Wie schön, wenn Luxus nicht die Welt kostet. Etwa in großen Mittelklasse-Kombis wie dem aufgefrischten Mazda6, dem Opel Insignia und Skoda Superb. Sie bieten im Auto-Alltag mehr Platz als Edellaster wie Audi A4 Avant oder BMW 3er Touring, lassen aber finanziell noch genug Luft zum Atmen. Fängt hier etwa der wahre Luxus an? Beginnen wir also mit dem Preis, der den Skoda Superb Combi als echtes Luxus-Schnäppchen ausweist: 29.350 Euro kostet er mit 170-PS-Diesel, Comfort-Ausstattung und optionalen 17-Zoll-Alurädern (800 Euro). Dabei fehlt der vernünftig ausstaffierten Basis-Variante nichts Wichtiges. Annehmlichkeiten wie die automatische Klimaregelung (520 Euro), ein variabler und herausziehbarer Ladeboden (360 Euro), Regensensor (170 Euro) oder Sitzheizung (240 Euro) kosten freilich extra.
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Bild: Toni Bader
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Weniger Probleme macht in dieser Hinsicht der Mazda, wenngleich hier ebenfalls Lenkrad und Lenkstockhebel mit Funktionen überfüllt wurden. Dafür gefällt der Mazda (4,79 Meter) mit seiner Variabilität und pfiffigen Detaillösungen. Nur beim Japaner klappen die Rücklehnen bequem per Knopfdruck vom Kofferraum nach vorn, bilden dank einer klugen Faltmimik sogar eine ebene Ladefläche. Platzangebot und Stauraum (519 bis 1751 Liter) sind guter Durchschnitt. Ein nützliches Detail: Für den Transport besonders langer Gegenstände lässt sich die Beifahrerlehne flach legen. Das bieten nur wenige deutsche Edel-Kombis. Dagegen haben uns die Materialqualität im Cockpit, das überwiegend aus Hartplastik besteht, und der Sitzkomfort nicht überzeugt. Vorn fehlt es dem Gestühl an Kontur, hinten an straffen Polstern und einer ausreichend langen Beinauflage.
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Spürbar geschmeidiger rollt dagegen der Opel ab, dessen FlexRide-Fahrwerk selbst holprige Strecken schluckt. Doch Kurven nimmt er eher behäbig, trotz übertrieben spitz ansprechender Lenkung, die zu häufigen Korrekturen zwingt. Viel agiler flitzt der 6er mit direkter Lenkung und straffer Federung um die Ecken, schüttelt aber die Besatzung kräftig durch – Mazda hat nicht nur beim Preis knallhart kalkuliert. Doch ein Tritt ins Kreuz ist das Letzte, was man unter Luxus versteht.
Fazit
Reine Größe zählt bei einem Kombi nichts, wenn so wenig Nutzwert daraus wird wie beim Opel Insignia. Der sieht schick aus und federt komfortabel, doch Platzangebot und Fahrvergnügen begeistern nicht – Platz drei. Mit antrittsstarkem Triebwerk, guter Raumausnutzung und sportlichem Fahrverhalten sichert sich der Mazda 6 Rang zwei, trotz seiner Komfortschwächen. Der geräumige Skoda Superb leistet sich kaum Fehler, distanziert die Konkurrenz mit seiner Ausgewogenheit.
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