Team Abt gewinnt Formel-E-Auftakt
Sitzprobe im Siegerauto

AUTO BILD MOTORSPORT-Reporterin Bianca Garloff durfte Probe sitzen im Formel-E-Auto des deutschen Abt-Teams: So funktioniert der Gewinner-Renner!
Abt-Pilot Lucas di Grassi ist seiner Favoritenrolle gerecht geworden und hat das Premierenrennen der Formel E in Peking gewonnen. Neun Stunden vor der Zieldurchfahrt als Sieger durfte unsere Reporterin in seinem Auto Platz nehmen. Der Inside-Report aus dem Cockpit des ersten Formel-E-Gewinners der Geschichte.
Mehr dazu hier: Heidfeld mit Horror-Crash - Di Grassi erbt Premierensieg
Vorsicht, Hochspannung! Bevor ich einsteige in den Formel E des Abt-Teams, ein kurzer, aber wichtiger Blick zum Sicherheits-Lämpchen. Leuchtet es rot, geht hier gar nichts. Stromschlag-Gefahr! Ich muss mir aber keine Sorgen machen: Die Lampe blinkt grün. Jetzt bloß nicht mit den Kabeln verheddern, anschließend ist alles wie in jedem anderen Formel-Auto auch. Rechts das Gaspedal, links die Bremse. "Und im Cockpit ist sogar relativ viel Platz", sagt mir Abt-Pilot Daniel Abt. "Wenn ich vom Formel E zurück in meinen GP2 wechsle, denke ich jedes Mal: Ist das eng hier!"

Pilot Daniel Abt (l.) erklärt Reporterin Bianca Garloff (r.) sein Auto
Video-Kostrprobe: Der Sound der Formel-E
Meine Hände umklammern das Lenkrad, das von drei roten Drehreglern dominiert wird. Alle drei dienen dem Energiemanagement. Der linke bestimmt, wie viel Energie beim Bremsen zurückgewonnen wird. Der mittlere regelt Motorbremse. Der rechte mit der Aufschrift "Torque" (Drehmoment) entscheidet, so der deutsche Pilot Daniel Abt, "ob ich volle Leistung habe oder nur cruisen kann". Effizienz ist das Zauberwort. Derjenige Fahrer gewinnt, der Strom spart und trotzdem schnell ist. Nur im Qualifying bewegen sich die Piloten an ihrem persönlichen Limit und dem der gutmütig zu fahrenden Autos. Danach ist Haushalten angesagt statt hemmungsloses Rasen. Wenn die Batterien permanent an ihrem Leistungslimit von 150 kW liefern müssten, würden sie keine halbe Stunde halten.

Das Herzstück des futuristischen Strom-Flitzers ist der Elektromotor
Video-Kostprobe: Formel-E-Piloten üben Starts
Die Akkus sind das Heiligtum der Formel E. Alles dreht sich um ihr Wohlbefinden. Bei Abt kümmert man sich zwar auch um die Abstimmung des Renners, mehr noch aber um die Wärmeempfindlichkeit der Speicherelemente. Werden sie zu heiß, entleeren sie sich schneller. Abt-Technikchef Jacky Eckelaert verrät das Geheimnis der Stromserie: „Wer die Batterien im Griff hat, der gewinnt.“ Der Mann weiß, wovon er spricht.
Alle Bilder der Sitzprobe und einen genauen Einblick in die faszinierende Technik des Formel-E-Renners finden Sie oben in unserer Bildergalerie!
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