Tesla Model Y (2025): Facelift-Modell im Test
Bringt das überarbeitete Model Y Tesla zurück an die Spitze?
Bild: Christian Goes
Lassen Sie sich nicht täuschen: Dieses rundliche Automobil ist kein Geringeres als das meistverkaufte Elektroauto der Welt. Stand jetzt. Denn was Leiter, Milliardär und Regierungsberater Elon Musk politisch tut, wirkt sich auch auf Teslas Verkaufszahlen aus: Im Januar und Februar 2025 lagen die Neuzulassungen der Marke in Deutschland laut Kraftfahrt-Bundesamt gut 70 Prozent unter Vorjahr. Hat das Facelift-Modell des Model Y das Zeug dazu, jene Schmerzen ein wenig zu lindern?
Viele kleine Optimierungen sollen das Model Y besser machen
Im Gegensatz zu den vielen kleinen Updates und Upgrades, die die Amerikaner ansonsten eher still und leise – und größtenteils over the air – einpflegen, gibt es hier nun tatsächlich etwas zu sehen. An Front und Heck prangen kaum zu übersehende Lichtleisten, wobei es sich bei der hinteren um indirekte Beleuchtung handelt. Dazu wuchs das Model Y um vier Zentimeter in der Länge und sechs Zentimeter in der Breite.
Der Radstand blieb bei 2,89 Metern – das Platzangebot stellte aber ohnehin nie ein Problem dar im Model Y. Vorne wie hinten mangelt es weder an Knie- noch an Kopffreiheit. Das Panoramadach vergrößert Letztere noch – um den Preis, dass es weder per Rollo noch per Dimmfunktion verdunkelt werden kann. Die leichte Tönung bleibt also immer bestehen.

Ein frischer Bildschirm mit dünnerem Rand, eine neue Mittelkonsole, überarbeitete Sitze und edlere Materialien zogen zum Facelift in den Tesla Model Y ein. Das knopflose Bedienkonzept bleibt Geschmacksache, die Sitze bieten für Große immer noch zu kurze Beinauflagen.
Bild: Christoph Börries/AUTO BILD
Dazu gibt es einen neuen, 15,4 Zoll großen Touchscreen, dessen Rand schmaler ausfällt als bisher, eine neue, umlaufende Ambientebeleuchtung und ein komplett umgestaltetes Armaturenbrett samt geräumiger Mittelkonsole.
Auffällig: das gesunkene Geräuschniveau. Tesla will das über neue Reifen, Verbundglasscheiben, veränderte Materialien im Innenraum und neue Karosseriegussteile erreicht haben. Die fassen viele kleine Teile in einem großen zusammen, sodass es weniger Spalten und Fugen gibt, durch die Geräusche eindringen können.

Die Fondpassagiere verfügen über reichlich Platz und eine breite Mittelarmlehne. Als neues Feature ...
Bild: Christoph Börries/AUTO BILD
Hinten verfügen Mitfahrer nun über einen Acht-Zoll-Screen, können Netflix gucken und mehrere Kopfhörer auf separaten Kanälen mit dem Auto verbinden. Viele kleine Baustellen also, die das Model Y insgesamt tatsächlich hochwertiger anmuten lassen.
Die Bedienung bleibt Geschmacksache, die absolute Knopflosigkeit geht allerdings nicht wie beim Model 3 bis zur Wegrationalisierung des Blinkerhebels – den hat Tesla nach anhaltender Kritik im Model Y drin gelassen. Die Gangwahl allerdings erfolgt nun digital über den Touchscreen, in dem oben links ein kleines Auto eingeblendet wird, das der Fahrer nach vorn oder hinten zieht.

... zog ein 8-Zoll-Bildschirm ein, über den etwa Medien konsumiert oder Lüftung eingestellt werden kann. Allerdings betrifft das nur die Gebläsestufe, eine echte dritte Klimazone gibt es nicht.
Bild: Christoph Börries/AUTO BILD
Auf Wunsch (laut Tesla noch im Beta-Modus) schlägt das Model Y aus dem Parkmodus heraus vor, in D oder R zu schalten, je nachdem, wo der Weg frei ist. Der Fahrer muss dann eins der Pedale antippen und wählt damit den Gang.
Beim Fahren legt das überarbeitete Model Y eins drauf
Das Model Y kann jetzt federn – durchaus bemerkenswert, weil das vorher nur eingeschränkt der Fall war. Das Vorfaceliftmodell hoppelte bereits über kleine Huckel, Querfugen oder Kopfsteinpflaster. Mit der Überarbeitung veränderte Tesla die Fahrwerksgeometrie, baut nun frequenzselektive Dämpfer ein.

In den hinteren Kofferraum passen bis zu 2022 Liter bei umgeklappter Rückbank. Im Frunk vorne finden weitere 116 Liter Platz.
Bild: Christoph Börries/AUTO BILD
Das Model Y rollt jetzt spürbar weicher ab als vorher, auch wenn eine gewisse Grundstraffheit nach wie vor vorhanden ist. Das Leergewicht von gemessenen 2007 Kilogramm kann sich angesichts von Größe und Motorisierung des Fahrzeugs durchaus sehen lassen.
Fahrzeugdaten
Modell | Tesla Model Y |
|---|---|
Motor Bauart v/h | Asynchron-/Synchr.-E-Motor |
Spitzenleistung | 378 kW (514 PS) |
Dauerleistung | 179 kW (243 PS) |
max. Drehmoment | keine Angabe |
Antrieb/Getriebe | Allrad/Einganggetriebe |
0-100 km/h | 4,8 s |
Vmax | 201 km/h |
Testverbrauch | 24,9 kWh/100 km |
Testreichweite | 385 km |
Batterie NMC | ca. 77 kW |
Länge/Breite/Höhe | 4790/1920-2129*/1624 mm |
Radstand | 2890 mm |
Sitzhöhe | 690 mm |
Kofferraumvolumen | 822-2022 l + 116 l vorn |
Leergewicht | 2007 kg |
Zuladung | 510 kg |
Anhängelast | 1600 kg |
Garantie | 4 Jahre/80.000 km |
Preis | ab 52.990 Euro |
Die Lenkübersetzung fällt laut Tesla nun etwas weniger direkt aus, was uns, um ehrlich zu sein, kaum aufgefallen ist. Aus der Mittellage heraus spricht das Volant immer noch etwas übertrieben zackig an, was in der Stadt ein Gefühl von Wendigkeit vermittelt, auf der Autobahn allerdings schnell etwas nervös wirkt.
Einen wirklich sportlichen Eindruck macht der Tesla kaum – auch aufgrund der sehr hoch montierten Vordersitze, die einen zwangsläufig eine etwas busfahrerartige Sitzposition einnehmen lassen. Das Gestühl wurde ebenfalls überarbeitet: Die Länge der Beinauflagen lässt für Großgewachsene allerdings immer noch zu wünschen übrig, der Seitenhalt geht in Ordnung.

Das durchgezogene Leuchtenband ist mit 1,6 Metern sehr lang, die Beleuchtung erfolgt indirekt.
Bild: Christoph Börries/AUTO BILD
Der Antrieb: unverändert und wie gewohnt kräftig. An der Vorderachse des Model Y AWD Long Range werkelt ein 215 PS starker E-Motor, die hintere Maschine leistet sogar 299 PS. Mit gemessenen 24,9 Kilowattstunden Testverbrauch (gemessen bei 10 Grad Celsius) schrammt das Model Y weit an der Werksangabe von gerade einmal 14,8 Kilowattstunden vorbei. Für sich genommen kann sich dieser Wert aber sehen lassen. Höchstgeschwindigkeit begrenzt Tesla mittlerweile auf 201 km/h.
Die Preise steigen nicht – trotz vieler neuer Features
Die Preise haben sich mit dem Facelift nicht erhöht. Ab 52.990 Euro kostet das Model Y als AWD Long Range – dann lassen sich noch Anhängerkupplung (1350 Euro), 20-Zöller (2200 Euro), ein schwarz-weißer Innenraum (1200 Euro) und zwei erweiterte Pakete für Teslas "Autopiloten" ordern. Zusätzlich will Tesla mit Leasing locken, die Basisversion kostet für vier Jahre 499 Euro im Monat.
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