Weltweit fällt Tesla zurück, auch in Europa. Gerade dort wächst der E-Auto-Markt insgesamt massiv, der Absatz des E-Auto-Pioniers aber nicht. Das wirft viele Fragen auf. Die Rolle von Elon Musk als Experte für Bürokratieabbau in den USA scheint dem Ende entgegenzugehen. Bei Tesla spielen viele Faktoren hinein: von der schleppenden Weiterentwicklung der Modellpalette, dem Börsenkurs bis hin zum autonomen Fahren.
Kürzlich bat der exzentrische Firmengründer die Mitarbeiter im Hauptwerk in Austin, Texas, bitte nicht ihre Tesla-Aktien zu verkaufen. Seit dem Allzeithoch Mitte Dezember 2024 ist der Aktienkurs drastisch gesunken. Hat Elon Musk erkannt, dass seine politisch motivierten Aktionen dem Ruf seiner Firma schaden? Immer wieder zeigen Fotos und Videos Musks Nähe zum Zentrum der Macht in den USA. Gibt es einen Elon-Musk-Effekt, der Tesla in Mitleidenschaft zieht? Hier eine Einordnung
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Leiden die Tesla-Verkäufe unter einem Elon-Effekt?

Aktuell sieht man Tesla-Besitzer mit distanzierenden Aufklebern durch die Gegend fahren (Slogan: "Habe diesen Tesla gekauft, bevor Elon Musk verrückt wurde"), einige labeln gar ihren Tesla mit einer eher neutralen Marke um. Der Ruf von Tesla lässt sich nicht trennen vom Ruf Musks. Doch inwieweit das Tesla schadet, ist offen.
Tesla Model 3 mit Audi A5-Logos in den USA
In Kalifornien labeln einige Teslafahrer ihren Wagen um, dieser kommt als Audi daher.
Bild: realratedred / Instagram
Laut aktuellen Zahlen muss Tesla weltweit harte Absatzeinbußen hinnehmen, die sich nicht mit lokalen Effekten erklären lassen: Im ersten Quartal 2025 lieferte der Hersteller 336.681 Fahrzeuge aus, gegenüber dem Vorjahresquartal 2024 ein Einbruch um 13 Prozent. Der größte Rückgang in den vergangenen drei Jahren bedeutet: Es wurden 50.000 Fahrzeuge weniger verkauft. Bislang waren Teslas Verkäufe jedes Quartal um zwischen 20 und 100 Prozent gewachsen, zuletzt nur während der Corona-Pandemie nicht.
Auf Basis europäischer Zahlen zog der Markt für E-Autos in den ersten beiden Monaten 2025 deutlich an – es wurden fast ein Drittel mehr Elektroautos zugelassen. Im gleichen Zeitraum ging der Verkauf von Tesla auf dem alten Kontinent um fast die Hälfte zurück. Für Deutschland sind schon Zahlen fürs erste Vierteljahr verfügbar, danach ging der Verkauf der Marke in den ersten drei Monaten 2025 um 62,2 Prozent im Vergleich zu Januar bis März 2024 zurück.

Welche Rolle spielt der Modellwechsel bei Tesla?

Doch wegen vieler einflussnehmender Faktoren und dem anstehenden Modellwechsel lässt sich noch kein Trend ableiten. Wie stark wäre ein Musk-Effekt? Bis auf das Model Y sind alle Tesla-Baureihen in die Jahre gekommen, damit sinken die Verkaufszahlen, die Kunden warten auf das Facelift.
Ein weiterer Faktor für die Absatzeinbrüche bei Neuwagen ist die alternde Modellpalette von Tesla. Das Model S kam schon 2012 auf den Markt und erhielt sein Facelift 2021. Als erste Neuauflage rollt gerade das erneuerte Model Y Juniper vom Band. Vor einer angekündigten Neuauflage wird branchenüblich die Produktion heruntergefahren, um die Herstellung umzustellen. Also rollen in der Zeit auch weniger Autos zum Kunden. Zudem warten viele Käufer lieber auf die Neuauflage von Autos, anstatt das Vorgängermodell zu kaufen.

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Für den Jahresverlauf 2025 wird gemunkelt, dass auch Model S und Model X überarbeitet werden könnten. Wodurch die Tesla-Verkäufe wieder anziehen sollten. Fakt ist: Das Model Y ist nicht nur das meistverkaufte E-Auto mit rund 2,2 Millionen Exemplaren, es war 2024 das beliebteste Auto überhaupt. Wegen der dominierenden Model-Y-Verkäufe sprechen Autoexperten wie Professor Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut in Bochum von Tesla als einer "Ein-Modell-Marke".

Wie liegen die Preise für gebrauchte Tesla?

Zumindest auf dem deutschen Markt entwickeln sich die Preise für gebrauchte Tesla markttypisch.
Laut dem Online-Automarkt Autoscout24 (Partner von AUTO BILD) bleibt das Model 3 das beliebteste gebrauchte E-Auto in Deutschland. Konkret kosten Model 3 aus zweiter Hand hierzulande zwar 17 Prozent weniger als vor einem Jahr – im Februar 2025 im Schnitt 30.934 Euro. Das ist laut der Analyse aber den hart rabattierten Neuwagenpreisen der Vergangenheit zuzuschreiben. Dazu gehört auch das günstige Leasing, dessen Rückläufer jetzt auf den Markt drängen. Danach geht der Wertverlust eher auf die Unsicherheit der Autokäufer in Bezug auf den Elektroantrieb zurück. Aktuell sinken die Preise aller gebrauchten E-Autos.
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Wer ist Elon Musk?

Der Südafrikaner Elon Musk gehört zu den schillerndsten Persönlichkeiten der US-Wirtschaft und ist mit der Amtsübernahme Donald Trumps zu einem der wichtigsten Akteure der US-Politik aufgestiegen – und das ohne politisches Mandat. Der Blick auf ihn als Auto-Magnat reicht nicht weit genug – Musk ist viel mehr als das, er ist Visionär, Strippenzieher, Milliardär.
Mit Tesla produzierte er seit 2012 jahrelang nur wenige Autos, aber hohe Verluste. Doch dank des Verkaufs von CO2-Zertifikaten und einer erfolgreichen Modellpolitik stieg Tesla zu einem der führenden E-Auto-Hersteller auf. Aktuell könnte der Ruf der Marke unter seinem Gebaren leiden, wenn es Elon Musk nicht schafft, Tesla mit neuen Visionen als Marke der Zukunft zu etablieren.
US-Präsident Trump mit Tesla-Autos vor dem Weißen Haus
So etwas hat es noch nicht gegeben: Der US-Präsident warb am Weißen Haus zusammen mit Elon Musk für den Kauf von Tesla-Fahrzeugen.
Bild: Sipa USA

Welche Firmen gehören Elon Musk?

Er nutzte den Milliardengewinn aus der Gründung des digitalen Bezahlsystems PayPal dazu, weitere Firmen zum Blühen zu bringen. Musk machte Tesla zum zwischenzeitig wertvollsten Börsenunternehmen der Welt. Dann verkaufte er einen Großteil seiner Tesla-Aktien, um Twitter zu kaufen, benannte die Social-Media-Plattform in "X" um und machte sie zum Sprachrohr vor allem der eigenen Meinung. Faktenchecks wurden abgeschafft.
Als Firmenchef steuert er nicht nur Tesla, wo er noch 13 Prozent der Anteile hält, sondern auch das Weltraumunternehmen SpaceX. Dessen Satellitentochter Starlink ist lebenswichtig für die Ukraine. Das mögen wichtige Firmen sein, doch am stärksten wird Musk mit dem Autohersteller Tesla Inc. in Verbindung gebracht. Kürzlich räumte Musk in der TV-Sendung "Fox News Business" auf die Frage, wie er seine vielen Firmen steuere, ein: "Mit großen Schwierigkeiten."
Tesla Model Y
In den USA waren Tesla bislang die umweltfreundliche Alternative zum Verbrenner, gerade für liberal denkende Amerikaner.
Bild: D. Byrne / AUTO BILD

Wie steht es um Tesla als Automarke?

Die Modellpalette von Tesla ist klein, übersichtlich und reduziert auf Limousinen sowie darauf basierende SUV. Das Unternehmen bietet nur fünf Modelle an: das teure Model S und dessen SUV-Version Model X, die kompakte E-Limousine Model 3 und deren SUV-Bruder Model Y, alle in der Regel mit großen Batterien und hoher Reichweite. Kürzlich kam der extravagante Cybertruck hinzu. Ob eine Neuauflage des Tesla Roadsters kommt, ist offen. Nach Ansicht von Branchenexperten sind Hersteller mit wenigen Modellen anfälliger bei anstehenden Modellwechseln. Für den Standort Brandenburg/Grünheide ist das Schicksal von Tesla aus lokalen Gründen von besonderer Bedeutung, dort entsteht das Model Y für den europäischen Markt.

Was ist die S3XY-Modellfamilie?

Vor Markteinführung des kompakten Model 3 stritt Elon Musk eine Zeit lang mit Ford, denn das Auto sollte Model E heißen. Doch die Rechte blieben beim Hersteller des Model T aus Dearborn. Ob es Musks Plan war, die Modellpalette absichtlich in einer etwas schmuddeligen Buchstabenreihe zu gestalten? Als das Model Y 2019 vorgestellt wurde, witzelte Musk: "Wir bringen S3XY zurück!"

Wie steht es um Tesla-Modelle in Firmenflotten?

Zumindest für Deutschland liegen erste Zahlen vor, wonach die Chefs von Firmenfuhrparks das Anschaffen von Tesla als Flottenwagen überdenken. Nach einer aktuellen Umfrage der Deutschen Automobil-Treuhand (DAT) überdenken 35 Prozent der befragten Fuhrparkleiter, sie würden aus Gründen eines negativen "Elon-Effektes" den Kauf neuer Teslas überdenken. Die Umfrage unter 117 Verantwortlichen für die Beschaffung von Firmenwagen ergab, dass acht Prozent der Angestellten mit Dienstwagen ihren Tesla gerne zurückgeben wollen. Knapp zwei Drittel der Befragten fällten ihre Entscheidung allerdings unabhängig von Elon Musk als Person. Nach einer DAT-Einschätzung werde Tesla am Markt mittlerweile "anders" wahrgenommen. Der Branchenexperte Ferdinand Dudenhöffer urteilt lapidar: "Der Tesla-Hype ist Geschichte"

Was ist mit Protesten gegen Tesla und Tesla-Händler?

In den USA wenden sich Leute publikumswirksam von Tesla ab: Promis wie die Sängerin Sheryl Crow verkauften ihren Tesla zugunsten PBS, dem neutralen öffentlichen Radio in den USA. Elon Musk ist bei der Mehrzahl der US-Bürger unbeliebt. Unter den Hashtags #TeslaTakedown oder #Swasticars gibt es in vielen US-Bundesstaaten Kampagnen gegen Tesla und Tesla-Händler. Einige Tesla Cybertrucks gingen in Flammen auf.
US-NEWS-CALIF-TESLA-PROTEST-2-SA
Vor einem Tesla-Händler in Sacramento (US-Bundesstaat Kalifornien) fordern Demonstranten, Tesla solle doch Musk entlassen.
Bild: NATHANIEL LEVINE
Es liegt auf der Hand, dass Tesla einen Teil seiner US-Kernzielgruppe verloren hat: Die liberalen E-Auto-Käufer, die in Teslas eine saubere Alternative zum Verbrenner sahen. Für sie ist der Hersteller verbrannt. Sie wenden sich gegen die Marke und gegen Elon Musk, sie rufen zum Verkauf der Aktien auf und zum Boykott seiner Elektroautos. Der Effekt dieser Proteste ist derzeit schlecht absehbar, positiv wird er nicht sein.

Welche Rolle spielt Elon Musk in der Politik?

Elon Musk verfolgt neben wirtschaftlichen auch politische Interessen, es geht ihm um Macht. Er mischt sich in die Innenpolitik vieler Länder ein, wie zuletzt in den deutschen Bundestagswahlkampf zugunsten der in Teilen rechtsextremen AfD. Als Effizienzberater der Regierung von US-Präsident Trump machte er Schlagzeilen als Rotstift-Manager, der im US-System Abertausende Jobs in Regierung, Verwaltung und Forschung strich.
Trump
Die Nähe von Elon Musk zu US-Präsident Donald Trump ist unübersehbar.
Bild: Uncredited
Damit hat er viele Menschen gegen sich aufgebracht. Selbst einst glühende Trump-Anhänger aus der Veteranenbehörde, dem U.S. Department of Veterans Affairs, kritisieren das harte Vorgehen. Mittlerweile soll Musks DOGE-Behörde für Effizienz in der US-Regierung schon über 100.000 Jobs bei Bundesbehörden gestrichen haben. Zuletzt berichtete das Portal "Politico" (eine Marke der Axel Springer SE) über ein möglicherweise baldiges Ende von Musks Beratertätigkeit.
Aktuell gehen viele Bundesangestellte gerichtlich gegen den Jobverlust vor. Zuletzt wies ein US-Bundesrichter aus San Francisco die Regierung in Washington an, Tausende kürzlich entlassene Mitarbeiter des Bundes wieder einzustellen. Die Entscheidung gilt für das Verteidigungs-, Veteranen-, Landwirtschafts-, Energie-, Innen- und Finanzministerium.

Die Werbeaktion für Tesla im Weißen Haus verletzt die Grenze zwischen Wirtschaft und Politik.

Tesla-Werbung durch das Weiße Haus

Auch wird Musk massiv von Trump unterstützt: Der US-Präsident organisierte kürzlich vor dem Weißen Haus eine Verkaufsshow für Tesla, dröhnte "Ich liebe Tesla" und suchte sich ein Model S für den Fuhrpark der US-Regierung aus. Trump forderte dann öffentlich zum Kauf von Tesla-Fahrzeugen auf, die seien mit 35.000 US-Dollar "gar nicht teuer". Auf die Proteste gegen Musk angesprochen, sagte Trump: "Er sollte nicht dafür bestraft werden, dass er ein Patriot ist." Der US-Präsident warnte die Protestler, er werde gegen sie vorgehen: "Wenn sie das Tesla antun und wenn sie das irgendeinem Unternehmen antun, werden wir sie kriegen, und sie werden durch die Hölle gehen."
Eine derartige Werbeaktion für die Produkte eines Unternehmens durch das Weiße Haus hat es bislang nicht gegeben. In Folge der Aktion riefen mehrere prominente Senatoren der Demokraten die Ethik-Kommission der US-Regierung an. Mit dem Event würde Musk seine Rolle für die Regierung ausnutzen, die eigene Autofirma zu bewerben.
Im Zollstreit mit dem Rest der Welt rückt Elon Musk mittlerweile ab vom Kurs Trumps: Per Video auf dem jüngsten Parteitag der rechten italienischen Partei Lega zugeschaltet sprach sich der US-Milliardär für eine transatlantische Freihandelszone ohne jegliche Zölle aus. Er hoffe, dass sich die USA und Europa auf eine noch engere Partnerschaft als bisher einigen könnten, sagte er. "Und was die Zölle anbelangt, hoffe ich, dass wir uns auf eine Null-Zoll-Situation zubewegen mit einer Freihandelszone zwischen Europa und Nordamerika."

Wie sehr hat sich die Tesla-Aktie verbilligt?

Wichtige Unternehmenskennzahlen wie Autoabsatz und Modellpolitik von Tesla spielen eine große Rolle, um den Autohersteller wirtschaftlich zu bewerten. Doch die größte Strahlkraft geht vom Aktienmarkt aus: Börsianer machen den Wert von Tesla am Aktienkurs fest. Im Jahr 2021 erreichte die Marktkapitalisierung, also der Wert aller Tesla-Aktien zusammengenommen, eine Billion US-Dollar.
Aktienverlauf des Tesla-Papiers 3.9.24 - 11.3.25
Aktienverlauf des Tesla-Papiers vom 3. September 2024 bis zum 11. März 2025.
Bild: info.BILD.de
Auf ein Allzeithoch stieg der Aktienwert am 17. Dezember 2024, einen Monat vor der Amtseinführung von Donald Trump als US-Präsident. Damals notierte die Tesla-Aktie auf ein Allzeithoch von 457 Euro. Seitdem ging es rapide bergab, auf den zwischenzeitigen Kurs von 205 Euro am 10. März 2025 (alle Kurse von der Börse Frankfurt und in Euro). Danach zog das Papier wieder an, nach dem Verkünden der Strafzölle auf Importautos und dem weltweiten Börsenabschwung notierte Tesla zuletzt über 209 Euro (9. April 2025). Bislang hat die Aktie 2025 rund ein Drittel an Wert verloren.
Für Börsianer ist das insgesamt kein Drama, könnte die Kursfantasie vom Dezember eine übertriebene Euphorie gewesen sein. Einige sehen das Kursminus als gerechtfertigte Kurskorrektur. Anleger haben insgesamt vor allem die Zukunft des Unternehmens im Blick. Trauen sie Tesla eine rosige Zukunft zu? Das ist entscheidender als der Ruf von Elon Musk. Sollten die Zukunftserwartungen abflauen, dann wäre das Unternehmen in Not.

Was ist mit autonomem Fahren und Robotaxis?

Die Fahrassistenzsysteme in Tesla-Fahrzeugen erhielten den Namen "Autopilot", was nach Ansicht vieler Kritiker autonome Fahreigenschaften versprach, diesen Anspruch aber nicht erfüllte. Anders als andere Hersteller vertraut Tesla bei den Assistenzsystemen allein auf Kameras, andere Hersteller setzen auf Lidar, einer Art Laserlicht-basiertem Radar, das als weniger fehleranfällig gilt.
Aus Amsterdam postete Tesla kürzlich ein Video, das den Fortschritt beim automatisierten Fahren FSD (Full Self Driving) zeigte. Könnte das eine Reaktion auf eine Nachricht aus China sein? Dort hatte Tesla die Genehmigung erhalten zum Test unter teilautonomen Bedingungen der zweiten Stufe, bei der sich der Fahrer jederzeit zum Eingriff bereithalten muss. Die am 17. März 2025 gestartete FSD-Testphase wurde am 23. März ohne Angabe von Gründen beendet.

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In Texas beim Firmensitz in Austin will Tesla nach eigenen Angaben im Juni 2025 den Test von vollautonomen Robotaxis beginnen. Bis zu zwei Millionen der selbstfahrenden Fahrzeuge will Musk nach optimistischer Selbsteinschätzung herstellen. Von ihrem Erfolg hängt viel ab für das Unternehmen.
So soll nach Vorstellung von Tesla das Robotaxi aussehen.
Bild: Tesla

Wie geht es weiter mit Tesla?

Wenn es nach Elon Musk geht, liegt die Zukunft von Tesla nicht nur in Robotaxis, sondern in humanoiden Robotern. An Visionen mangelte es dem – dem Vernehmen nach – 14-fachen Vater nie. Er hat Tesla immer strategisch gesehen und sich bislang kaum getäuscht. Musk bleibt der größte Anteilseigner und bestimmt die Geschicke des Unternehmens. Wird Tesla künftig wieder begeistern können?
Vielleicht noch wichtiger wäre der Blick der anderen Anker-Aktionäre: Wie betrachten die großen Investmenthäuser Vanguard, BlackRock und State Street (die zusammen 17,3 Prozent der Aktien halten), die Entwicklung des Unternehmens – und des Börsenkurses? Kritik hat schon Musks Fokus auf die DOGE-Behörde hervorgerufen. Wendet sich Elon Musk nun wieder Tesla und seinen verschiedenen Unternehmen zu, von SpaceX bis X, zu, um sie weiterzuentwickeln? Das ist die große Frage.
Durch Elon Musks Nähe zur US-Regierung vermischen sich Politik und Wirtschaft in den USA in ungesunder Weise. In Europa nehmen viele Autokäufer Abstand zu Tesla, das kann nicht gut sein für den Hersteller. Wenn sich Musk dem Autohersteller wieder verstärkt widmen würde, wäre das sicher von Vorteil.