Cadillac – wer denkt da nicht an Elvis, Marilyn oder einen texanischen Rinderbaron mit Ochsenhörnern an seinem Eldorado? Jetzt heißt es umdenken. Erstmals in ihrer 104-jährigen Geschichte bringt die amerikanischste aller US-Marken einen Kombi. Und der verkörpert das Gegenteil eines verspielten Straßenkreuzers. Der BLS Wagon ist ein kompakter und praktischer Kombi. Sehr europäisch eben. Er wird in Schweden bei Saab gebaut. Dass er dem GM Schwestermodell 9-3 Sportcombi bis ins Detail gleicht, ist offensichtlich. Ob billiges Hartplastik an Blinker- und Wischerhebel, die Regler der Klimaanlage, Navi-Monitor oder Lenkrad: BLS und 9-3 sind im Innenraum weitgehend identisch. Auch Abrollkomfort und Handling gleichen dem Saab-Fahrgefühl. Fahrbahnfugen filtert das Fahrwerk nicht souverän genug. Bodenwellen jedoch verarbeitet es so, wie es sich für einen Cadillac gehört: weich und angenehm. Leider fehlt es der Lenkung an Rückmeldung, das erschwert einen runden Fahrstil.
Sahnestück ist der zusammen mit Fiat in Turin entwickelte Bi-Turbo-Diesel. Gleich nach dem Einkuppeln zieht der 180-PS-Motor den Kombi vehement nach vorn. Dank der doppelten Aufladung gibt es keine Verzögerung beim Beschleunigen, der BLS lässt sich sehr zügig und trotzdem schaltfaul bewegen. Abbiegen im vierten Gang? Kein Problem. Auch gut: Selbst bei flotter Fahrweise steigt der Verbrauch selten über sieben Liter pro 100 Kilometer. Ein toller Motor. Und das Beste: In der 180-PS-Version ist er als Basismodell nicht nur 300 Euro günstiger als der identisch motorisierte Saab 9-3 Sportcombi, sondern üppiger ausgestattet – mit Alurädern, Tempomat, Lederlenkrad und besserer Hi-Fi-Anlage.

Fazit von AUTO BILD-Redakteur Jörg Maltzahn

Jaguar hat es probiert und einen Kombi als Diesel gebracht – mit eher mäßigem Erfolg. Nun versucht es Cadillac nach gleichem Muster: großer Name und kompakter Kombi mit starkem Diesel. Für den BLS Wagon 1.9 TTiD spricht sein überragender Motor, das extrovertierte US-Design und der vergleichsweise günstige Preis. Ob das reicht?