Der Europa spielt bei Lotus nur eine untergeordnete Rolle. Denn das komfortabel ausgerichtete Coupé gleichen Namens steht stark im Schatten der Bestseller Elise und Exige. Doch das dürfte sich ändern. Denn der Preis wurde gesenkt und es gibt im SE (special equipped = besonders ausgestattet) mehr Leistung. Bevor man die genießen kann, ist aber nach wie vor Akrobatik nötig, um den flachen Zweisitzer zu entern. Wer erstmal drin ist, weiß, wofür der Aufwand lohnt. Die ultradünnen Sitzschalen passen wie angegossen. Also Zündung an, Startknopf gedrückt – und im Heck läuft sich bie dere Großserien-Technik warm.

Die Lenkung arbeitet auch ohne Servo leicht und direkt

Test Lotus Europa SE
Wie, bitte, soll schnöder Vierzylinder-Sound unsere Leidenschaft entfachen? Muss er gar nicht, das erledigt die Probefahrt. Der Leicht-Lotus ist überall dort in seinem Element, wo Kurven so nah beieinanderliegen wie Deutschland und die Schweiz. Leichtfüßig lenkt der Europa ein, lässt sich neutral durch die Kurve treiben und reagiert lammfromm auf Lastwechsel. Die Lenkung arbeitet dabei auch ohne Servo leicht und direkt. Mit metallischem Klack-Klack wetzt der Schaltstock durch die Gassen. Bei jedem Schaltvorgang bläst das Ablassventil des Turbos lautstark ab – sensationell. Wohlwollend nehmen wir auch das neu abgestimmte Fahrwerk zur Kenntnis. Routiniert werden kleinere Schläge geschluckt, größere angenehm pariert. Es lebe Europa!

Von

Dietrich Erben