Neue Stifte zeichnen gut. Dieses Prinzip könnte für den neuen großen Skoda gelten. Denn entworfen hat die Mittelklasse-Limousine der neue Designchef Jozef Kaban. Und das sieht man auf den ersten Blick. Das ist kein verlängerter Passat wie noch bei der ersten Generation. Mit der Nummer zwei hat sich Skoda endgültig freigeschwommen. Vorn ist der Superb durchaus gelungen, nur hinten hätten wir uns etwas mehr Mut und Pfiff gewünscht. Einmalig ist hier jedoch das Twindoor-Prinzip. Es besteht aus Kofferraumdeckel und Heckklappe, die sich nach Bedarf separat öffnen lassen. Klingt gut, muss sich in der Praxis aber erst bewähren. Denn Hobby-Spediteure warten ohnehin auf den Combi – denn der wird riesig. Der alte Superb war im Prinzip ein Stretch-Passat mit zehn Zentimeter längerem Radstand. An dieser Formel hat sich nichts geändert – der Skoda-Vorteil beim Achsabstand ist allerdings auf fünf Zentimeter geschrumpft. Die jetzt quer eingebauten Motoren sind kein Alteisen, sondern allerneueste Direkteinspritzer.

Die Technik stammt wieder vom Passat

Skoda Superb
Im Grundmodell tut ein 1,4-Liter-TSI-Aggregat Dienst, die Topvariante kombiniert DSG-Getriebe mit Allradantrieb und einem 260 PS starken FSI-VR6. Für den Fahrbericht haben wir den 170-PS-Common-Rail-Diesel gewählt. Erster Eindruck: Der Superb fühlt sich gediegen und souverän an. Zweiter Eindruck: Das Auto federt recht straff. Auf tschechischen Straßen rund um Prag nervte der mit breiten 17-Zöllern bestückte Testwagen durch einen spröden Minimal- Komfort, der so gar nicht zum souveränen Limousinen-Charakter des Superb passt. Hoffentlich fühlt sich das auf glatten deutschen Straßen besser an. Auch dieser Skoda ist in Bezug auf die Verarbeitungsund Materialqualität ein echter Musterschüler. Sogar auf der Innovationsskala haben die Tschechen mit VW gleichgezogen: Greenline entspricht BlueMotion, das Festplatten- Navi funktioniert prima, und das Bi-Xenon-Licht schwenkt bei Linksverkehr im Urlaub zum korrekten Fahrbahnrand. In Verbindung mit dem Combi, der Anfang 2009 zum Angstgegner des Passat Variant werden dürfte, will Skoda den Superb-Absatz glatt verdoppeln. Das dürfte klappen.

Fazit von AUTO BILD-Redakteut Georg Kacher

Der erste Superb sah aus wie ein langer Passat, Nummer zwei ist total eigenständig. Mit viel Platz wie gehabt, hoher Qualität und modernster Technik. Dieser Superb wird der Mittelklasse kräftig einheizen.

Von

Georg Kacher