Grüne Welle oder grüne Hölle? Am besten beides – und zwar zugleich. Sportwagen und Ökologie müssen sich nicht ausschließen. Das beweist der Autogas-Umbau eines Wiesmann-Roadsters MF3. Den gibt es allerdings nicht ab Werk, sondern von der Autovermietung Edel & Stark aus Freilassing. Wer mit dem exklusiven Kleinserien-Roadster Gas geben möchte, muss zum Kaufpreis von mindestens 99.900 Euro weitere 3700 Euro für den Umbau einplanen. Und auf den Kofferraum verzichten, denn den beansprucht nunmehr der 65 Kilogramm fassende Gastank.
Die effektiv nutzbaren 50 Kilogramm Autogas – wegen eventueller Hitzedehnung werden Autogas-Tanks nur zu etwa 80 Prozent befüllt – erhöhen die Reichweite von 480 Kilometern im reinen Benzinbetrieb auf rund 860 Kilometer. Und die sind auch mit Gas ein Riesenspaß. Denn der 343 PS starke BMW-Reihensechser aus der letzten M3-Baureihe (Typ E46) ist auch dann noch ein großer Freudenspender, wenn seine Brennräume mit LPG geflutet werden. Der geringfügige Leistungsverlust ist praktisch nicht zu spüren, wie die fast identischen Messwerte belegen.
Wiesmann Roadster
Der Wiesmann MF3 Gas ist aus jeder Perspektive ein Augenschmaus.
Bild: Lena Bartelmess
Sowohl bei der Beschleunigung von null bis 100 km/h als auch bei den Durchzugsmessungen ist der Wiesmann Roadster im Gas-Modus nur minimal langsamer als beim Betrieb mit dem teuren Super plus (siehe Tabelle unten). Davon fackelte der bildschöne Kleinserien-Roadster im Test durchschnittlich 12,6 Liter ab. Vom LPG genehmigte er sich 13,2 Kilogramm auf 100 Kilometer – die Energiedichte von Autogas ist etwas geringer. Was jedoch durch den günstigen Preis für den gasförmigen Brennstoff mehr als egalisiert wird: Derzeit kostet das Kilo im Schnitt nur rund 71 Cent. Zusätzliches Schmankerl des umgebauten Wiesmann ist das sportlich-aggressive Knallen aus dem kernig tönenden Auspuff, das jeden Zwischengasstoß beim Runterschalten des halbautomatischen SMG-Getriebes begleitet.
Der Umbau nimmt dem Wiesmann also nichts von seiner Sportlichkeit, spart aber eine Menge Sprit und reduziert den CO2-Ausstoß. Die Chancen stehen gut, dass die grüne Welle bald auch die Sportwagenhersteller mitreißen wird.

Fazit

Der auf Autogas umgebaute Wiesmann Roadster ist (noch) an Exotik kaum zu überbieten. Nüchtern betrachtet steht fest: Die Technik raubt dem bildschönen Zweisitzer nichts von seinem Charme, selbst im Gas-Betrieb sind die Fahrleistungen ähnlich atemberaubend wie mit Benzin. Hinzu kommt das gute Gewissen um einen reduzierten CO2-Ausstoß. Also, liebe Großserien-Sportwagenhersteller, gebt mehr Gas.