Top 5 der besten Campingplätze mit Ladesäule
Diese Luxus-Campingplätze haben eine Ladestation

Bild: Cordula Marienberg
Das Elektroauto erobert weitere Anwendungsfelder: je mehr Akkukapazität, desto größer die Reichweite – und damit auch die Möglichkeit, lokal emissionsfrei in den Urlaub zu fahren, mit oder ohne Caravan am Haken. Zahlreiche Campingplatzbetreiber haben auf die "neue" Kundschaft bereits reagiert und Ladesäulen angeschafft.
Viele Super-Campingplätze mit Ladestrom
Bemerkenswert: Vor allem viele hochwertige Anlagen sind bereits mit Wallboxen für die Campingurlauber ausgestattet. Mehr als drei Viertel der sogenannten Superplätze (höchste Wertung im ADAC Pincamp-Ranking für Campingplätze) hat Ladepunkte für Elektroautos. Das sind unterm Strich 155 von 191 Superplätzen in ganz Europa.
Typ-2-Ladekabel im Vergleich
Denn die sind beträchtlich: "Wir mussten dafür einen neuen Trafo anschaffen, das hat mehr als eine Viertelmillion Euro gekostet", sagt Malte Riechey vom Camping- und Ferienpark Wulfener Hals auf Fehmarn. Die Kapazitäten waren notwendig, um einen zweifachen Schnelllader mit insgesamt 100 kW Ladeleistung zu betreiben – vermutlich Deutschlands erster Campingplatz mit HPC-Power-Ladesäule.

Der Campingpark Wulfener Hals auf Fehmarn hat sogar eine Ladestation zum Schnellladen mit Gleichstrom.
Bild: Pincamp
Stärkster Ladepunkt auf der Insel Fehmarn
"Wir haben noch immer den stärksten Ladepunkt auf der Insel", so Riechey. Parallel betreibt sein Unternehmen zehn Wechselstrom-Ladepunkte (AC) mit je 22 kW für langsameres Elektroauto-Laden. "Die ideale Ergänzung", findet der Unternehmer. Denn wer bei ihm Urlaub macht, hat Zeit zum AC-Laden, das bekanntlich den Akku länger schont.
Abgerechnet wird über den Spezial-Dienstleister Charge Cloud. So kann auf Fehmarn jeder ohne vorherige Anmeldung per Ladekarte oder App laden, auch Zaungäste. Die Strompreise sind nicht auf eine möglichst schnelle Rendite ausgelegt. 50 Cent kostet es am Schnelllader, 45 am AC-Ladepunkt. Lohnt sich dann die hohe Investition? "Schlange stehen sie bisher nicht", so Riechey.
Campingfreunde schätzen Natur und Diesel
Aber ihm ist es wichtig, den Trend zu unterstützen. "Und ich möchte ja auch dort laden." Riechey fährt seit fünf Jahren einen Tesla Model X, mit dem er auch seinen eigenen Wohnanhänger zieht. "Am Anfang fühlte ich mich wie der Pressesprecher von Tesla – ich wurde regelrecht umzingelt von den Menschen." Gerade beim Camping herrsche ja ein reger Austausch, man komme schnell ins Gespräch.
Sind Campingurlauber besonders aufgeschlossen für Elektromobilität? "Ja und nein", sagt Riechey und lacht. Einerseits interessieren sich die Kunden naturgemäß für ein Leben im Einklang mit der Natur. Andererseits seien Campingurlauber "eingefleischte Dieselfans, denn sie schätzen die Zugkraft dieser Motoren". Aber das Interesse an der neuen Antriebsart wachse.
Elektroautos laden in Uelzen mit Solarstrom
Das bestätigt sein Kollege Thomas Körding vom Uhlenköper-Camp bei Uelzen im östlichen Niedersachsen: "Es wird von Jahr zu Jahr mehr." Körding kann man als Elektroauto-Pionier bezeichnen: Bereits 2015 kaufte er einen Renault Zoe, damals noch mit Mietakku. Dafür wurde natürlich eine Wallbox benötigt – was lag näher, als sie auch den Urlaubern auf dem Campingplatz zugänglich zu machen?
Inzwischen betreibt Körding sieben Ladepunkte mit je 11 kW Ladeleistung. Vier davon sind reserviert für die unternehmenseigenen Carsharing-Elektroautos, die auch den Campingplatz-Gästen zur Verfügung stehen. Das gesamte Konzept der Anlage ist auf Umweltverträglichkeit ausgerichtet, das hat dem Uhlenköper-Camp 4,5 Sterne in der ADAC-Wertung und die Auszeichnung "Eco Camping" eingebracht. Der Strom für Ladesäulen und andere Verbraucher wird überwiegend mit Solarstrom aus einer 60 kWp großen Anlage auf dem Dach betrieben.

Grüner wird's nicht: Der Eco-Campingplatz Uhlenköper-Camp ist durch und durch auf Nachhaltigkeit getrimmt.
Bild: Pincamp
Wird gerade kein Ladestrom benötigt, geht die Energie in einen 15-kW-Batteriespeicher – oder es werden damit Miet-Pedelecs geladen, die Umwälzpumpen für das Naturfreibad betrieben oder vieles mehr. Das Zahlsystem der Ladestation passt zum Camping-Image: Wer sein E-Auto betanken will, erhält an der Rezeption einen Chip. Die Rechnung wird auf die Platzmiete aufgeschlagen oder – bei Laufkundschaft – an der Rezeption beglichen.
54 Cent pro kWh kostet der Ökostrom zum Laden auf dem Uelzener Campingplatz. "Die Infrastruktur muss ja auch bezahlt werden", erklärt Körding. Die Photovoltaik hat 15.000 Euro gekostet. Und die Aufrüstung geht weiter: Man habe bereits Kabel mit großem Querschnitt auf die andere Seite der Anlage verlegt. Dort sollen sieben weitere Ladepunkte entstehen. Ebenfalls mit elf kW. "Mehr geht nicht, aber das ist ja auch nicht nötig, denn die nächste Autobahn ist weit weg."
Die schönsten Campingplätze mit Ladesäulen
1. Campingpark Sanssouci (Brandenburg)
Der "Königliche Campingpark Sanssouci" ist Superpark und Eco-Campingplatz. Er liegt direkt am Templiner See auf halber Strecke zwischen der alten Preußen-Residenz Potsdam und dem malerischen Städtchen Caputh. Wer will, kann mit dem Ausflugsdampfer auf Exkursion gehen – es fährt auch ein täglicher Shuttlebus in die brandenburgische Landeshauptstadt.

Romantische Lage am See südlich von Potsdam: der Königliche Campingpark Sanssouci.
Bild: Pincamp
Doch auch am Platz selbst gibt es sehr viel zu unternehmen: Man kann segeln, surfen, Wasserski und Motorboot fahren, Radtouren machen und am 650 Meter langen Uferstreifen baden. Neben Stellplätzen gibt es neun Ferienwohnungen. Adresse: An der Pirschheide 41, 14471 Potsdam, Website: camping-potsdam.de
2. Strandcamping Waging (Bayern)
Auch diese Campinganlage, ein Superplatz, liegt am Wasser – am Waginger See bei Traunstein im bayerischen Alpenvorland. Eine hügelige Gegend mit der malerischen Alpenkulisse im Hintergrund, und mittendrin der idyllische Campingplatz unter Bäumen am Seeufer.

Strandcamping Waging bietet Camping mit Aussicht: Sonnenuntergang am Waginger See im bayerischen Voralpenland.
Bild: Pincamp
Sowohl München als auch die Mozartstadt Salzburg in Österreich sind jeweils 90 Autominuten entfernt, lohnen also einen Tagesausflug. Und dann nichts wie zurück in die Natur. Hier können Urlauber angeln, Boot fahren, radeln oder baden. Auch geführte Bergwanderungen veranstaltet die Campingplatzleitung. Adresse: Am See 1, 83329 Waging am See, Website: strandcamp.de
3. Wulfener Hals (Schleswig-Holstein)
Wer mehr für Salzwasser zu haben ist, der könnte mit dem Superplatz Wulfener Hals auf der Insel Fehmarn glücklich werden. Der Platz ist einmalig schön gelegen: Nur einen Spaziergang von Burg, dem Hauptort der Insel, entfernt, zieht er sich am Südwestufer des Burger Sees, einer geschützten Bucht, entlang. Der Sahnetupfer der Anlage ist eine langgestreckte Nehrung, die mehr als 500 Meter exklusiven Strand bietet – und Ausgangspunkt ist für Surf-, Segel- und andere Wassersport-Aktivitäten. Es gibt auch einen Pool, viele Kinderspielplätze sowie gegenüber einen großen Golfplatz mit 18 Löchern. Adresse: Wulfener Hals Weg 100, 23769 Fehmarn, Website: wulfenerhals.de
4. Kleinenzhof (Baden-Württemberg)
Oder lieber in den romantischen Schwarzwald? Nahe dem Kurort Bad Wildbad, dessen Thermalbäder seit 600 Jahren regen Zulauf haben. Nur durch einen Höhenzug von dem Städtchen getrennt liegt in einem Seitental der Kleinenzhof mit Ferienwohnungen, Campinganlage, Schwimmbad und einem Streichelzoo.

Versteckt in einem Seitental befindet sich der Kleinenzhof mit Streichelzoo, Schwimmbad – und bei Bedarf ganz viel Ruhe.
Bild: Pincamp
Auf dem Flüsschen Enz, das durch die Niederung verläuft, kann man paddeln oder mit dem Floß fahren. Am Ufer lädt Gastronomie mit regionalen Spezialitäten zur Einkehr ein, täglichen Bedarf deckt der Mini-Supermarkt. Nicht weit entfernt gibt es einen Baumwipfelpfad und eine Hängebrücke. Adresse: Kleinenzhof 1, 75323 Bad Wildbad, Website: kleinenzhof.de
5. Uhlenköper-Camp (Niedersachsen)
Naturnäher kann man wohl nur noch in der Wildnis übernachten – sofern es erlaubt ist. Das Uhlenköper-Camp bei Uelzen im östlichen Niedersachsen liegt mitten im Grünen. Um ein zentrales Naturschwimmbad sind Standplätze für Wohnwagen und Mobilheime verteilt, ungewöhnliche Mietwohnungen in hölzernen Tonnen und andere urige Unterkünfte gesellen sich hinzu. Das romantische Lüneburg ist nur 60 Kilometer entfernt, zur Elbmetroople Hamburg fährt man knapp 90 Minuten. Die Anlage ist Ausgangspunkt für Radtouren in die Heide oder nach Lüchow-Dannenberg, außerdem werden Kanus vermietet. Adresse: Festplatzweg 11, 29525 Uelzen, Website: uhlenkoeper-camp.de
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