Toyota GR Supra (2019)

Toyota GR Supra (2019)

Toyota GR Supra (2019): Kommentar

Hört auf, den Toyota Supra zu haten!

"Toyota Z4", "alles bei BMW geklaut": Der neue Supra muss einiges einstecken. Jan Götze meint: Seid froh, dass Toyota so einen Sportwagen baut!
Der neue Toyota Supra hat es schwer: Er tritt nicht nur gegen Porsche Cayman und Co an, er muss sich auch jede Menge Kritik gefallen lassen. In diesem Kommentar erklärt Jan Götze, warum der Toyota Supra ein richtig guter Sportwagen ist!

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Da baut Toyota einen Sportwagen, der richtig gut aussieht, mit einem 340 PS starken Reihensechszylinder und Hinterradantrieb – und trotzdem sind ein Großteil der Kommentare negativ! Zwei Hauptkritikpunkte machen in der Szene die Runde:

1. Der Toyota Supra ist eigentlich nur ein BMW Z4 Coupé 

Viele BMW-Teile im Innenraum. Ich frage: Wo ist das Problem? Alles funktioniert und fühlt sich wertig an!

Dieser Punkt regt mich am meisten auf. Wie oft habe ich jetzt schon gehört oder gelesen: "Toyota Z4", "das ist nur ein BMW", "alles von BMW geklaut". Mal ehrlich: Diese Supra-Kritiker tun so, als wäre es eine Überraschung, dass der neue BMW Z4 und der Toyota Supra sich eine Plattform teilen. Dabei hatten Toyota und BMW schon vor Jahren verkündet, dass sie gemeinsam einen Sportwagen bauen werden. Die Plattform wurde in Kooperation entwickelt, und genau genommen waren es die Toyota-Ingenieure, die auf dem kurzen Radstand bestanden haben, um das bestmögliche Verhältnis zwischen Spurbreite und Radstand zu erzielen.

Toyota GR Supra (2019)

Selbst wenn es nicht offen kommuniziert worden wäre: Was ist so schlimm daran? Baut BMW so schlechte Sportwagen? Ich denke nicht! Oder sind M2 Competition, 1er M Coupé oder M3 E46 unsportliche Autos? Das gleiche Spiel im Innenraum: Natürlich stammen Fensterheber, iDrive-Controller, Navi, Türpins, Licht-/Klimaeinstellungen und einiges mehr aus dem BMW-Regal. Aber auch hier meine Frage: Wo ist das Problem? Ich persönliche sitze lieber in einem BMW als in einem Yaris oder C-HR. Außerdem hat Toyota eigene Elemente wie Tacho-Einheit, Sitze oder das dünne Lenkrad eingebracht. Was wir bei der ganzen Geschichte niemals vergessen dürfen: Ohne die Kooperation würde es vermutlich weder eine Neuauflage des Supra noch einen neuen Z4 geben.

2. Die Neuauflage wird dem Namen nicht gerecht

Dieser Kritikpunkt kommt vor allem aus dem Lager der Supra-Fanboys, die kontinuierlich behaupten, der neue Supra hätte den Namen nicht verdient. Dabei beziehen sie sich immer wieder auf die vierte Generation A80. Den MKIV Supra gab es in zwei Leistungsstufen – als Dreiliter-Sauger (2JZ-GE) mit 220 PS und als Dreiliter-Twinturbo (2JZ-GTE) mit 330 PS. Gebaut wurde der legendäre Supra von 1993 bis 2002. Allerdings wurde er in Europa offiziell nur bis 1996 verkauft, das ist 23 Jahre her!

Reihensechszylinder und Hinterradantrieb sind für viele Supra-Fahrer unverzichtbare Attribute. Toyota hat sich dran gehalten!

Offenbar hatten die Fans erwartet, dass die Neuauflage genau (!) so zurückkehrt wie der vor knapp 20 Jahren eingestellte Vorgänger – inklusive gleicher Optik, 2JZ und mehr. Daher mein Appell: Lasst doch einfach die vierte Generation legendär sein und freut euch, dass Toyota den Supra nach so einer langen Pause überhaupt zurückgebracht hat. Hinzu kommt, dass die Grundzutaten stimmen: Unter der Haube arbeitet ein aufgeladener Reihensechszylinder (wie beim Vorgänger), und auch der Hinterradantrieb wurde beibehalten (wie beim Vorgänger). Sogar einige Design-Details wurden beim neuen Supra wieder aufgenommen, etwa die breiten Scheinwerfer.

Toyota Supra (2019): Test - Kommentar - Technik - Infos

Kommentar zum neuen Supra!

Ein weiteres Argument für den Supra ist der Basispreis von 62.900 Euro: Damit ist er zwar kein Schnäppchen, aber für einige Leute gerade noch erreichbar. Vielleicht hätte Toyota den Supra auch mit 500 oder 600 PS bringen können, so wie Nissan es beim GT-R gemacht hat. Dann würde der Preis aber auf jeden Fall bei deutlich über 100.000 Euro liegen. Wenn ich allerdings noch einen Wunsch an Toyota frei hätte: Bitte bietet den Supra wieder mit einer Sechsgang-Handschaltung an!
Abschließend sage ich: Ich freue mich, dass sich Toyota und BMW in der heutigen Zeit mit der immer wichtiger werdenden Elektromobiliät und dem voranschreitenden autonomen Fahren trauen, zwei Sportwagen mit Reihensechszylinder, Hinterradantrieb und abschaltbarem ESP auf den Markt zu bringen. Also, Leute, beschäftigt euch ein bisschen mit dem neuen Supra, schaut ihn euch mal live an, fahrt das Auto, wenn ihr die Chance dazu habt und bildet euch dann ein eigenes Urteil. Und nicht immer alles Neue gleich haten!

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