Tracktest: BMW M8 GTE

BMW's Big Mac

Der neue BMW M8 GTE fällt bisher mehr durch brachiale Optik statt Erfolge auf. Fährt er sich, wie er aussieht? 
Okay, der Vorspann verrät es schon. Der neue BMW M8 GTE hat in seinem ersten Dienstjahr noch nicht die erhofften Erfolge eingefahren. In Le Mans kämpfte man zeitweise um das Klassen-Podium, dann fehlte den Münchnern das Quäntchen Glück. Auch bei den restlichen WEC-Rennen fuhr man ehrlich gesagt nur hinterher. Dafür lief es in der amerikanischen IMSA-Serie besser, noch kein Titel, aber zwei Siege, sind schon mal ein guter Anfang. 
Woran es liegt? Die einen sagen an der Einstufung (BoP; d. Red.), wir denken, eher am Konzept. Der M8 ist einfach kein Supersportler, sondern ein Gran Turismo. Ein Big Mac also im Vergleich zu den klassischen Rennsemmeln der GTE-Konkurrenz.
Doch wer BMW kennt, der weiß: Die haben Ziele, und die erreichen sie auch. Um sich auf die neue Saison vorzubereiten, testete das Team  in Estoril. AUTO BILD durfte währenddessen ebenfalls Platz nehmen. 
Dabei ist das gar nicht so leicht.  Denn: Aus Sicherheitsgründen muss der angeschnallte und verkabelte Pilot in sieben Sekunden auch wieder draußen sein können. Ich habe das Ausfädeln in 7,4 Sekunden geschafft. Das reichte gerade so. 
Mein Fahrlehrer und BMW-Pilot Martin Tomczyk (36) stellt die Traktions- und ABS-Rädchen am Lenkrad auf die feuchte Strecke ein. Die Druckluft-Stempel fahren hoch, das Auto senkt sich mit einem Zischen, Funk-Check, Zündung, Kupplungspedal treten, ersten Gang über die Schaltwippen einlegen und los. 
Nach einer Runde wird das Tempo erhöht. Schließlich will ich den Abtrieb spüren, von dem der Werksfahrer geschwärmt hat. 
Und schon in der ersten schnellen Rechts ist das Feeling da, Vollgas, und du merkst, wie der M8 am Asphalt klebt. Am Abtrieb liegt es jedenfalls nicht, dass der Erfolg bislang ausgeblieben ist. Und am Motor auch nicht. Der wie beim Serienauto doppelt aufgeladene V8 verhält sich fast wie ein Saugmotor. Hängt gut am Gas, wenig Turbolöcher, der Sound so krass wie die Optik.  
Das Handling? Fährt sich viel agiler, als er aussieht. Das kommt zum einen vom Gewicht und zum anderen vom sensationell abgestimmten Fahrwerk. Das verzeiht dem Gastpiloten einfach jeden Fehler. Einmal zu stark über den Curb, der M8 lächelt nur drüber. Meine Bremspunkte sind Lichtjahre vom Möglichen entfernt, trotzdem braucht man keine strammen Waden. Wo verliert er dann die Sekunden? Das kann nur an der breiten Stirnfläche liegen. Der BMW ist der höchste und breiteste Renner im GTE-Feld. Fazit: einfach zu fahren, Abtrieb spürbar, Musik sensationell. 
Bis Ende 2019 haben die Münchner Zeit zum Nachbessern. Dann kommt der Straßen-M8, den man gern als Abkömmling eines Siegertypen vorstellen würde. 
Technische Daten
Motor: 4,0-l-V8-Biturbomotor
Leistung: 500 PS
Drehzahl: ca. 7.000 U/min
Gewicht: 1.220 kg
Länge: 4.980 mm
Breite: 2.046 mm
Höhe: 1.212 mm
Radstand: 2.880 mm



Autor: Guido Naumann

Fotos: BMW

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