Tracktest VW Race Touareg 3
Nummer drei auf dem Sprung

Mit dem Race Touareg 3 hat VW die Silkway-Rallye gewonnen, will nun den Dakar-Sieg. AUTO BILD MOTORSPORT durfte den neuen Offroad-Racer als einziges Medium vorab fahren - in der Wüste Marokkos.
- Roland Löwisch
53 Grad und 150 Meter hohe Sanddünen in Mhamid, 45 Grad und eine perfekte, 385 Kilometer lange Dauerlaufstrecke in Erfoud. "Hier in Marokkos Südosten haben wir die optimalen Bedingungen, um die Wagen auf die kommenden Langstreckenrallyes vorzubereiten," sagt Volkswagen-Cheftechniker Eduard Weidl. Unterdessen zerrt ein Mechaniker meinen Vierpunktgurt fester, als es je in einem Rundstrecken-Rennwagen nötig war. "Viel Spaß," grinst er und lässt mich mit Ralph Pitchford allein. Pitchford ist der Navigator von Rallye-Pilot Mark Miller (47) und kennt keine Gnade. "Go," sagt der 48-jährige Südafrikaner trocken.
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Dann geht's in die Dünen
Ich schon. Nach dem Ausflug in die irdische Mondlandschaft navigiert Pitchford uns in die Dünen. Der Touareg wühlt sich problemlos auf den Kamm, schmeißt sich dabei ein paar Kilo Sand auf die Windschutzscheibe, kippt nach vorne und rollt zum nächsten Quarzberg. Der Tanz durch die Hügel fordert volle Konzentration – ich bin froh, dass diese hier keine 150 Meter hoch sind ... Nach gefühlter halber Dakar-Distanz übergebe ich den Wagen an Werksfahrer Mark Miller. "Come in for a ride," lädt er mich ein. Dann heizt er den VW mit 174 km/h, nach seinen Aussagen 95 Prozent des Dakar-Renntempos, durch den Sand. Vor meinen Augen zittert die Landschaft. Meine untrainierten Halsmuskeln machen schlapp, längst bevor der Race Touareg 3 sein Limit erreicht hat ...
5 Fragen an Eduard Weidl, Techn. Leiter Spitzensport bei VW

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Hat der neue Touareg Schwachstellen? Weidl: Jedes Rennauto hat Verbesserungspotenzial – aus Sicht eines Technikers gibt’s eigentlich kein Optimum. Mit dem Getriebe sollte man angesichts der hohen Leistungs- und Drehmoment-Werte schon vorsichtig umgehen. Die Bremsen könnte man optimieren, aber da sind uns die Hände gebunden: Das Reglement schreibt bestimmte Radumfänge vor, wir müssen mit 16-Zoll-Rädern arbeiten. Und da passt keine größere Bremsscheibe rein.
Das Reglement begrenzt die Leistung

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Die Silkway-Rallye – 5000 Kilometer durch Russland im September – ist die einzige harte Prüfung vor der Dakar. Ist das für Sie nur Testlauf? Weidl: Es ist die Generalprobe, bei der wir vollen Aufwand betreiben. Für die Fahrer ist es die letzte Trainingsmöglichkeit, sich unter Rennbedingungen zu beweisen. Und wir können abschließend überprüfen, ob die vielen von uns verbauten Teile der harten Belastung standhalten. Sie sind darauf ausgelegt, etwa die doppelte Dakar-Distanz zu überstehen.
Wer das beste Material hat, gewinnt? Weidl: Dauerhaltbarkeit ist ganz wichtig, aber am Ende entscheiden drei Faktoren: Fahrer, Auto und Team – keiner darf sich Schwachstellen erlauben. Die Dakar hat sich zu einem Sprintrennen gewandelt, bei dem zu jedem Zeitpunkt 100 Prozent Leistung gefragt ist.
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