TÜV-Report: Audi Q5, BMW X3 und Mercedes GLC
Audi Q5, BMW X3, Mercedes GLC: Wer gewinnt im TÜV-Vergleich?

Audi Q5, BMW X3 und Mercedes GLC gehören zur Premium-Mittelklasse bei den SUV. Aber wie souverän meistern sie die erste und zweite Hauptuntersuchung? Hier kommen harte Zahlen, klare Diagramme – und ein eindeutiger Sieger, der den TÜV am lässigsten meistert.
Bild: Olaf Itrich
Drei solide, sichere und besonders edle Typen: Audi Q5 (FY), BMW X3 (G01) und Mercedes GLC (X 253) zählen zu den Bestsellern im Segment der Premium-SUV. Doch beim TÜV zählt allein das Ergebnis auf der Hebebühne. Wir fokussieren uns auf die erste und zweite Hauptuntersuchung, also nach zwei bis drei und nach vier bis fünf Jahren.
Auf den Bildern zu sehen sind übrigens die Ableger mit dem geschwungenen Heck, also Q5 Sportback (FYT), BMW X4 (G02) und GLC Coupé (C 253). Doch die TÜV-Daten für die normalen Karosserievarianten gelten gleichermaßen für die Coupé-Versionen.
Q5, X3 und GLC sind bei der ersten HU überdurchschnittlich oft mängelfrei
Mit über 93 Prozent mängelfreien Fahrzeugen beim ersten HU-Termin liefern alle drei Kandidaten Bestnoten – allen voran der Mercedes GLC (93,6 Prozent). Der Audi Q5 liegt mit 93,4 Prozent nur hauchdünn dahinter, während der BMW X3 mit 92,5 Prozent immer noch deutlich über dem Durchschnittswert von 90,1 Prozent bleibt.

Den ersten TÜV-Termin absolvieren alle drei Kandidaten überdurchschnittlich oft mängelfrei. Bei der zweiten HU sackt der BMW X3 unter den Gesamtdurchschnitt ab.
Bild: Mit Hilfe von KI erstellt
Doch zum zweiten Termin nach vier bis fünf Jahren zeichnen sich bereits deutlichere Unterschiede ab: Der GLC bleibt mit 91,8 Prozent weiter souverän, während der Q5 etwas stärker abfällt auf 90,9 Prozent, damit aber weiterhin über dem Gesamt-Mittelwert von 85,9 Prozent liegt. Diese Hürde verpasst der X3, wenn auch nur knapp, mit 84,9 Prozent. Damit liegt der Bayer knapp sieben Prozentpunkte unter dem Schwaben.
Geringe Mängel – alle drei SUV zeigen Bestwerte
Bei den geringen Mängeln liegen alle drei Modelle unter dem Durchschnitt, der bei der ersten Hauptuntersuchung bei 3,5 Prozent liegt. Mit nur 2,6 Prozent (Q5) und 2,8 Prozent (X3) gibt es bei Audi und BMW die wenigsten geringfügigen Beanstandungen. Beim GLC liegt der Wert bei ebenfalls soliden 3,1 Prozent.

Geringe Mängel treten beim Audi am seltensten auf. Doch auch die Mittelklasse-SUV von BMW und Mercedes bleiben hier deutlich unter dem Gesamtschnitt.
Bild: Mit Hilfe von KI erstellt
Auch nach fünf Jahren bleibt die Lage bei allen Dreien entspannt, wenn es um die geringen Mängel geht. Der BMW X3 steigt lediglich auf 3,7 Prozent, bleibt damit deutlich unter dem Fünf-Jahres-Durchschnitt von fünf Prozent. Beim Audi Q5 geht es nur um 0,2 Prozentpunkte hinauf (3,0 Prozent), während sich beim GLC fast nichts im Vergleich zur ersten HU ändert (3,2 Prozent).
Erhebliche Mängel: Beim zweiten TÜV-Termin fällt der X3 deutlich ab
Hier macht der Benz das Rennen, mit 3,3 Prozent erheblichen Mängel zur ersten und nur 5,0 Prozent zur zweiten HU distanziert er sich klar von seinen Rivalen. Der Audi kann noch einigermaßen mithalten (4,0 Prozent erhebliche Mängel bei der ersten HU, 6,1 Prozent bei der zweiten), doch der BMX X3 fällt vor allem zum zweiten Termin deutlich ab.

Zum zweiten TÜV-Termin schnellt die Quote der erheblichen Mängel beim BMW X3 in die Höhe. Ärgerlich, aber weit weniger tragisch, als man meinen könnte.
Bild: Mit Hilfe von KI erstellt
Nach zwei bis drei Jahren liegt seine Durchfallquote mit 4,7 Prozent im Vergleich zu den beiden Konkurrenten nur etwas erhöht. Doch dann schnellen die erheblichen Mängel rauf auf 11,4 Prozent. Damit überschreitet der X3 auch den Gesamtschnitt von 9,1 Prozent.
Was beim TÜV auffällt
Der Audi Q5 liefert beim TÜV souverän ab, verpasst im Vergleich mit seinen beiden wichtigsten Konkurrenten allerdings den Sieg. Das liegt vor allem an seiner Achsaufhängung, die beim zweiten Termin so oft beanstandet wird, dass der Audi in der Mängelampel dafür die rote Karte kassiert. Allerdings wird der Q5 von seinen Besitzern nicht gerade geschont, wenn es um die Laufleistung geht. Mit durchschnittlich 58.000 Kilometern nach drei Jahren und 73.000 Kilometern nach fünf Jahren liegt er deutlich über dem Schnitt (42.000 respektive 62.000 Kilometer). Auch Besitzer des BMW X3 (53.000 bzw. 72.000 Kilometer) und des Mercedes GLC (53.000 bzw. 69.000 km) fahren im Mittel nicht ganz so viel wie Q5-Besitzer.

Der Audi Q5 sieht bei der Achsaufhängung die rote Karte. Überdurchschnittlich oft bemängeln die Prüfer ausgeschlagene Buchsen und Gelenke. Ansonsten meistert der Q5 die HU ziemlich problemlos.
Bild: Olaf Itrich
Alle weiteren TÜV-Themenfelder sind allerdings im grünen Bereich. Gelegentlich werden die Bremsscheiben beanstandet, allerdings seltener als im Durchschnitt. Etwas auffälliger sind die Heckleuchten, doch der Rest der Beleuchtung funktioniert so gut, dass der Q5 im Beleuchtungskapitel immer noch im sattgrünen Bereich liegt.
Auch der BMW X3 schneidet hervorragend ab, im Gegensatz zum Audi sehen wir zudem kein einziges rotes Feld. Allerdings ist der BMW X3 in diesem Vergleich der Kandidat, der am häufigsten Ölverlust am Antrieb aufweist. Die Werte zur zweiten HU liegen leicht über dem Durchschnitt.

Blickt man auf die Mängelampel, zeigt der X3/X4 vor allem viel Grün. Allein das Thema Ölverlust nimmt ab zur zweiten Hauptuntersuchung zu.
Bild: Olaf Itrich
Das ist zwar ärgerlich, denn das Beheben von Ölundichtigkeiten an Motor und Getriebe kann generell teuer werden. Doch für die hohe Durchfallquote zum zweiten TÜV-Termin ist der Ölverlust nicht verantwortlich. Es handelt sich um ein Problem, das der X3 mit anderen BMW-Modellen teilt: Es geht um die Dämpfer der aktiven Motorhaube. Die Ablauffrist der Dämpfer (nach fünf Jahren) wird auch beim SUV einfach zu oft übersehen, was die hohe Durchfallquote erklärt. Der Austausch der Dämpfer lässt sich übrigens auch selbst durchführen. In etwa 5 bis 15 Minuten ist die Arbeit vollbracht. Einige Hersteller vertreiben die entsprechenden Ersatzdämpfer mit einer Einbau-/Wechselanleitung.
Der GLC verdient den Titel TÜV-Streber, schneidet bei den meisten Prüfpunkten überdurchschnittlich gut ab und dazu noch besser als X3 und Q5. Ohne Fehl und Tadel ist allerdings auch der GLC nicht, denn wie beim Audi werden die Prüfer häufiger an der Achsaufhängung fündig und monieren hier ausgeschlagene Gelenke und Buchsen.

Bild: Olaf Itrich
Die ersten Auffälligkeiten zeigen sich beim zweiten TÜV-Termin, und die Fehlerquote liegt dann nicht ganz so hoch wie beim Q5. Doch das Problem verschärft sich weiter. Denn als ältestes dieser drei Modelle gibt es vom GLC auch Daten vom dritten TÜV-Termin nach sechs bzw. sieben Jahren. Und da kassiert der Benz auch ein rotes Feld, denn die Fehlerquote bei der Achsaufhängung liegt da fast viermal über dem Durchschnitt.
Dass es sich bei BMW X3 und Audi Q5 zum dritten TÜV-Termin bereits um die Vorgänger-Generationen handelt, haben wir hier außer Betracht gelassen. Dennoch können wir verraten, dass der GLC – abgesehen von der Achsaufhängung – auch bei der dritten HU überdurchschnittlich gut performt. So oder so ist er hier der verdiente Sieger.
Fazit
Zwei halten Kurs, einer fällt zurück – der Audi Q5 und der Mercedes GLC liefern sich über beide TÜV-Runden hinweg ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Beide glänzen mit hoher Mängelfreiheit und geringer Defektrate. Der BMW X3 hingegen schwächelt zwar zur zweiten HU deutlich, doch das liegt vornehmlich am Ablaufdatum seiner aktiven Haubendämpfer (nach fünf Jahren), die für den Fußgängerschutz eine wichtige Rolle spielen. Insofern zählen wir auch den Bayern zu den vorbildlichen TÜV-Kandidaten. Allerdings sollten Käufer beim gebrauchten X3 das Thema Ölverlust auf der Checkliste haben, während Interessenten bei Q5 und GLC das Fahrwerk prüfen (lassen) sollten.
Service-Links






























