Bei der Tuning Trophy Germany von DMAX und AUTO BILD suchen Sidney Hoffmann und DTM-Profi Maximilian Götz das beste Tuning-Auto Deutschlands. Um alle Autos gründlich checken zu können, haben sie sich einige Gast-Juroren ins Boot geholt. Unter anderem mit dabei sind die "Driftbrothers" Joe und Elias Hountondji. Im Interview erzählen die Rennsport-Profis, worauf es ihnen beim Tuning und Testen ankommt.

AUTO BILD: Was wird euch als Jury von Sidney unterscheiden, was werdet ihr definitiv anders machen?
Drift Brothers: Nach über zehn Jahren Wettkampf-Driften auf den Rennstrecken Europas haben wir unsere Expertise freilich ganz stark im Bereich der Performance, der Wartungsfreundlichkeit und Zuverlässigkeit unter Extrembedingungen aufgebaut. Dabei feiern wir es freilich, wenn die Optik der Funktion folgt. Biestig ist better! (Lachen) Sidney kennen wir bereits seit vielen Jahren und auch wenn wir aus ganz verschiedenen Richtungen des Autokultur-Blumenstraußes herkommen, wären wir nicht überrascht, wenn die unterschiedlichen Brillen doch einen sehr ähnlichen Blick fokussieren. Am Ende des Tages muss die Maschine eben mehr sein als das: Wenn sie eine Seele besitzt, ist doch alles richtig gemacht!
 
Was sind für euch Tuning-Sünden, was geht gar nicht?
Wir lieben das Reale. Wenn etwas vorgibt etwas zu sein, was es nicht ist – ob Fake-Endrohr oder Fake-Lufteinlass... Das ist für uns meistens ein Turn-off. Andererseits gibt es Ausnahmen zu jeder Regel und manchmal liegt hinter der größten augenscheinlichen Tuning-Sünde eine so lustige, persönliche Story, dass man einfach ein Daumen hoch geben muss – egal wie!
Wie hart werdet ihr die Autos der Kandidaten auf der Rennstrecke testen, wird damit gedriftet?
Erstmal gilt es, jedem Aufbau mit einer gehörigen Portion Respekt zu begegnen. Wir wissen aus allererster Hand sehr gut, wieviel man von sich selbst, von seinem Herzblut und seiner Seele in den Aufbau eines Autos stecken kann. Da steht ja keine Maschine, die vom Himmel fällt. Da steht die Verlängerung einer Person dahinter. Und so viel Kinderstube muss sein. Wenn der Kandidat jedoch seinen Daumen hoch gibt – bis an die Limits des technischen und emotionalen.
 
Habt ihr Tipps für die Kandidaten, wie können sie sich am besten vorbereiten?
Um es in den Worten Nirvanas zu sagen: Come as you are! Bringt Liebe mit, kuckt nach Kühlung und Schmierung und stellt sicher, dass das Lenkrad zentriert ist.
 
Was ist euer absoluter Tuning-Favorit, egal von welcher Marke oder aus welcher Zeit?
Haben wir so viel Zeit im Interview? (Lachen) Das ist wirklich nicht leicht zu beantworten. Jeder Aufbau ist so einzigartig! Von Tracktool bis Show&Shiner, jedes erzählt eine andere Geschichte und rockt einen anderen Style. Manchmal ist es die technische Leistung und das Engineering dahinter. Ein andermal die reine Optik. Manchmal die Stories aus der Bauphase oder die emotionale Bedeutung des Fahrzeugs. Ein Beispiel aus unserem persönlichen Umfeld: Ein sehr guter Bekannter machte eine sehr schwere Zeit durch und hat sich durch den Bau nicht nur abgelenkt, sondern der Bau wurde für ihn fast eine Metapher seines eigenen Prozesses, er baute das Auto auf und sich selbst. Völlig unscheinbare Kiste. Nichts Besonderes. Geht komplett im Straßenbild unter – aber ganz oben mit auf unserer Liste.
                                                                                                                               
Was ist für euch beim Tuning wichtig: Optik, Sound, Leistung, Gesamtpaket, Preis-Leistungsverhältnis etc.?
Leistung. Und halten muss es.