Tuning World Bodensee 2008
Szene, Trends und Feier-Tag

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Es ist das traditionelle Szene-Treffen am Bodensee. Die Tuning World lockt auch 2008 mit aufpoliertem Blech, wummernden Motoren und heißen Girls. Am ersten Messetag schoben sich über 20.000 Besucher durch die Hallen.
Mit einem PS, Bollerwagen und Bierfass raus ins Grüne – oder mit knapp 200 Sachen an den Bodensee? Für echte Tuning-Fans keine Frage. Am Vatertag heißt das Ziel der Tuning-Pilger Friedrichshafen. Und dafür nimmt man dann auch gerne eine etwas beschwerliche Anreise in Kauf. Unter dem teuren Blech bollert der Turbo, und auf dem Beifahrersitz schaben die Knie der Freundin über das mit Leopardenfell bezogene Amaturenbrett. Vor allem die weiblichen Begleitungen der Tuning-Jünger haben zur Tuning-World-Zeit wenig zu lachen: Kolonnenfahrt im Schneckentempo Richtung Bodensee-Metropole, kurz vor dem Ziel noch eine Polizeikontrolle und auf der Messe selbst vom Auspuffstand über die Felgenmeile zum Premium-Veredeler. "Warte Schatz, die Karre muss ich mir mal näher ankucken." Der Rest ist Routine. Handy zücken, klick, weiter geht's.
Die 200 privaten Aussteller zeigen gern, was sie haben
Rund 1000 aufgemotzte Boliden stehen in den zehn Messehallen. 200 davon gehören privaten Hobbytunern, die im wahrsten Sinne des Wortes alles geben: Plüsch bezogene Sitze, Alcantara-bezogene Dachhimmel und eingefärbte Lederlenkräder. Anstelle eines Serien-UKW-Radios brüllt eine 2000-Euro-Headunit samt angeschlossener Playstation - natürlich verchromt. Und wo vor nicht allzu langer Zeit noch Duftbäumchen am Rückspiegel baumelten, lugt ein modernes TFT-Display hervor. Der notwendige Kabelsalat liegt zusammengeknäult unter Recaro-Halbschalensitzen und zieht sich Richtung GFK-Ausbau im Kofferraum. Die wildesten Kreationen gegenwärtiger Ladeflächen-Baukunst sitzen dort, wo andere ein Ersatzrad vermuten.
Strahlendes Weiß ist out. Wer was auf sich hält, lackiert matt
Keine Vermutungen sondern Fakten liefert die Messe Friedrichshafen in Sachen Besucherzahlen: Deutlich über 20.000 Besucher nutzten die Gunst des Feier-(Vater-)Tages, um sich einen Eindruck über das Geschehen in der Autobranche zu verschaffen – abseits von Spritpreisen, Umweltzonen und Partikelfiltern. Dabei einen Trend auszumachen, ist eine echte Mammutaufgabe: Der Weiß-Hype scheint langsam aber sicher abzuflauen, dafür stehen Mattlacke in sämtlichen Farben hoch im Kurs. Ebenso wie Luftfahrwerke und exorbitante Felgengrößen. Was zählt, ist Exklusivität: "Ich hab da was, das du nicht hast". Untermalt wird das Ganze von eigenwilligen Umbauten im Retrolook und Race-Style – herziger Kitsch oder kompromislose Technik. Von letzterem versprechen sich vor allem die renommierten Tuner so einiges.
Steinmetz beispielsweis schmückt den eigenen Stand mit einem Opel , dem eine Sportauspuffanlege zu 202 PS verhilft. Der Kleine, eigentlich als Zweitwagen für die Gattin gedacht, rollt auf 19-Zoll-Rädern und lässt einen tiefliegenden Frontspoiler am Asphalt schnuppern. Loder1899 zeigt einen Jaguar XF, dessen 207 PS starker Einstiegsmotor auf 247 PS aufgerüstet wurde. 40 PS mehr für überschaubare 1500 Euro, da können Katzen-Freunde nicht meckern. Beim VW-Spezialisten Abt gibt es den neuen AS4 Avant mit 310 PS und gewaltigen 600 Newonmetern Drehmoment. Der bollert. Auch ohne Anlass. Dazu gesellen sich die neusten LED-Rücklichter, Luftfahrwerke, monströse Abgasanlagen und einige XXL-Neuheiten bei den Felgenherstellern.
Die Miss-Tuning-Finalistinnen verdrehen ihren Fans die Köpfe

Die krassesten Kisten, heißesten Girls und coolsten Typen tummeln sich in der großen Bildergalerie.
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