Hilfe mein Auto ist weg! So geht es jährlich Tausenden von Autobesitzern in Deutschland. Laut Polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) wurden 2017 bundesweit rund 33.000 Pkw gestohlen. Allein für die 17.493 kaskoversicherten Autos entstand eine Schadenssumme von fast 324 Millionen Euro, so der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Zum Glück gibt es ein wirksames Mittel, Diebe und Teilejäger nicht nur abzuschrecken, sondern auch bei der Aufklärung von Straftaten mitzuhelfen. Außenkameras für Carport, Garage und Stellplatz haben Ihr Auto immer im Blick. Sie registrieren Bewegungen am Fahrzeug und melden diese per App aufs Handy. AUTO BILD hat acht drahtlose Kameras (WLAN-Technik) zu Preisen zwischen 130 und 480 Euro* getestet. Bewertet wurden die Inbetriebnahme, Montage, Bedienung der App sowie die Bildqualität bei Tag und Nacht.
Ausgewählte Produkte in tabellarischer Übersicht
1.
Testsieger
Arlo Pro 2
ab 478,00 EUR
48/50 Punkte
2.
Nest IQ Outdoor
ab 416,00 EUR
45/50 Punkte
3.
Preis-Leistungs-Sieger
Blink XT
ab 131,00 EUR
41/50 Punkte
4.
Netatmo Presence Outdoor
ab 283,00 EUR
40/50 Punkte
5.
Bosch Eyes
ab 259,00 EUR
39/50 Punkte
6.
Ring Spotlight Cam
ab 193,00 EUR
35/50 Punkte
7.
Instar IN-9008
ab 275,00 EUR
33/50 Punkte
8.
Abus TVAC18000A
ab 380,00 EUR
17/50 Punkte

Überwachungskameras für zu Hause über Apps steuerbar

WLAN-Kameras im Test
Mit Tablet, Smartphone und Co. können Autodiebe dingfest gemacht werden.
Smart Home, das steht für ein intelligentes Zuhause und bedeutet: elektronische Geräte und Funktionen im Eigenheim über Smartphone, Tablet und PC zu steuern. Ob Heizung, Licht, Waschmaschine oder eben Kameras – heute lässt sich all das vernetzen und mobil überwachen.  Alle Testkandidaten verbinden sich über WLAN kabellos mit dem Internet. Bedient werden die Geräte über Apps, die auf Smartphone und Tablet gespeichert wurden. Mit den Miniprogrammen müssen Kunden zuerst beim Hersteller ein Konto erstellen und sich mit Namen und E-Mail-Adresse registrieren. Für die individuelle Einrichtung werden vom Smartphone aus Wünsche wie etwa die Auslöseempfindlichkeit konfiguriert.

Alle Kameras sind wetterfest und verfügen über Wandhalterungen, die eine ideale Positionierung auf den zu bewachenden Bereich ermöglichen sollen. Strom beziehen sie entweder über einen austauschbaren Akku oder ein Netzkabel. Für Arlo und Ring gibt es ein Solarpanel als optionales Zubehör. So lässt sich die Akkulaufzeit deutlich erhöhen. Zwei Kameras, Netatmo und Bosch, setzen auf einen klassischen 230-Volt-Wandanschluss. Etwa als Ersatz einer vorhandenen Wandleuchte. Vorsicht, Hochspannung: Zur Verkabelung einen Elektriker beauftragen! Alle Geräte übertragen die digitalen Bilder mit der Standardauflösung 1920 x 1080 Pixel. Das garantiert auf den Endgeräten scharfe Full-HD-Bilder, ohne pixelig zu erscheinen. Achtung: Neben den Kamerakosten fallen bei zwei Herstellern noch Gebühren für Cloudspeicher und Zusatzfunktionen an. Nest nimmt mindestens 50 Euro pro Jahr, bei Ring kostet der Basisservice ab 30 Euro. Arlo bietet zusätzliche Speicherpakete an. Das kostenlose Basispaket reicht aber für die meisten Nutzer aus.

Arlo Pro 2 ist die beste Überwachungskamera

Der Testsieger, die Arlo Pro 2, zeichnet sich durch eine kinderleichte Einrichtung und scharfe Bilder aus. Bei Nacht leuchten die integrierten Infrarotscheinwerfer der Arlo den zu überwachenden Bereich lückenlos aus und sorgen so zu jeder Zeit für gestochen scharfe Bilder. Zudem punktet der Testsieger mit einer Gegensprechanlage und Alarmfunktion, die ein akustisches Eingreifen im Ernstfall ermöglicht. Der integrierte Akku sorgt für eine vollkommen kabellose Montage und liefert Strom für mehrere Wochen. So kann die Kamera bei Bedarf schnell umpositioniert werden. Die kabelgebundene Abus ist nicht annähernd so variabel. Ganz zu schweigen von der komplizierten Einrichtung.
So haben wir getestet: Im ersten Schritt auspacken, einrichten, im Heimnetzwerk anmelden. Danach ging es raus ins Freie. Alle Probanden wurden in gleicher Entfernung zum überwachenden Objekt und zum WLAN-Router positioniert. Zwölf Wochen mussten die Kameras bei Wind und Wetter zeigen, was sie können.

Private Videoüberwachung: Das ist erlaubt

Es gelten strenge Regeln für die private Videoüberwachung. Werden diese nicht eingehalten, kann es teuer werden. Außenkameras dürfen nur das eigene Grundstück filmen. Nachbarflächen sind tabu und öffentliche Bereiche wie Gehwege oder Straßen in der Regel auch. Hier kann es aber Ausnahmen geben. Weisen Sie Besucher mit einem Schild oder Symbol auf die Überwachung hin. Denn wer unrechtmäßig gefilmt wird, kann auf Schadenersatz und Schmerzensgeld klagen. Und Vorsicht bei der Verwendung von gespeicherten Aufnahmen im Internet. Ein privater Fahndungsaufruf, etwa bei Facebook, ist verboten. Übergeben Sie die Daten an die Polizei. Nur so gehen Sie sicher, dass die Bilder des Autodiebs auch vor Gericht als Beweis verwendet werden dürfen.

Bildergalerie

Smarte Überwachungskameras: Test-Ergebnisse
Smarte Überwachungskameras: Test-Ergebnisse
Smarte Überwachungskameras: Test-Ergebnisse
Kamera
Smarte Überwachungskameras: Test-Ergebnisse




Fazit

Der Testsieger Arlo überzeugt mit einem fast perfekten Er­gebnis. Ist aber auch teuer. 419 Euro inklusive zwei Kameras. Auch Nest und Blink können wir empfehlen. Es wäre wün­schenswert, wenn die Autoversicherer die private Vorsor­ge mit Rabatten bei den Kfz- Policen belohnen würden.