Schon seit Längerem sind in Deutschland Fahrzeuge bestimmten Schadstoffklassen zugeordnet. Weil gerade in Innenstädten durch den Verkehr oft dicke Luft herrscht und die Grenzwerte für die Feinstaubbelastung überschritten sind, wurden vielerorts sogenannte Umweltzonen eingerichtet. Die dürfen nur mit bestimmten, an der Windschutzscheibe deutlich sichtbar angebrachten Plaketten befahren werden. Welche das im jeweiligen Fall sind, legen Städte oder Gemeinden individuell fest, in der Regel braucht man für Innenstädte eine grüne Umweltplakette.
Vier Schadstoffklasse gibt es in Deutschland. Die Gruppe 1, dazu gehören beispielsweise Dieselfahrzeuge mit Abgasstandard Euro 1 oder schlechter und Benziner ohne geregelten Katalysator bzw. mit geregeltem Katalysator der ersten Generation. Die bekommen keine Umweltplakette, Fahrer müssen gegebenenfalls auf den ÖPNV umsteigen. Etwas weniger umweltbelastende Fahrzeuge der Schadstoffklasse Euro 2 bekommen eine rote, Autos mit noch geringerem Emissionsausstoß eine gelbe Plakette.

Grüne Plakette hat Vorfahrt

In den meisten Umweltzonen ist allerdings nur die Einfahrt mit dem grünen Aufkleber für Fahrzeuge mit dem geringsten Schadstoffausstoß erlaubt. Gekennzeichnet werden Pkw, Nutzfahrzeuge und Busse mit den Schadstoffklassen Euro 2 bis Euro 6 (Pkw, die Klasse Euro 7 ist in Vorbereitung) und Euro II bis Euro VI (Lkw, Busse). Behördliche Fahrzeuge, Arbeitsmaschinen sowie Land- und forstwirtschaftliche Zugmaschinen haben immer freie Fahrt.
Maik Wenke montiert am 13.11.2012 in Erfurt ein Verkehrsschild für eine Umweltzone
56 Umweltzonen gibt es Stand März 2023 in Deutschland.
Bild: dpa
Übrigens, die Zahl auf der Umweltplakette bezieht sich lediglich auf die Schadstoffgruppe der Umweltzonen – und eben nicht auf die Schadstoffklasse des Fahrzeugs. Wer wissen möchte, zu welcher Schadstoffgruppe sein Auto gehört, also welche Euro-Norm das Auto hat, der findet die Abgasnorm versteckt in einer Nummer in der Zulassungsbescheinigung Teil I (Fahrzeugschein), Punkt 14.1. Mit dieser Emissions-Schlüsselnummer kann man im Internet recherchieren, welcher Schadstoffgruppe das Fahrzeug zugeordnet ist.

Temporäre Verbote

Beginn und Ende einer Umweltzone oder sogar eventueller Fahrverbote werden von Verkehrszeichen markiert. Aber Achtung, die können auch temporär sein. Wo man gestern noch fahren durfte, kann das heute schon verboten sein.
Wer ohne die vorgeschriebene Plakette in einer Umweltzone erwischt wird, muss 80 Euro Bußgeld zahlen. Punkte in der Flensburger Verkehrssünderkartei gibt es nicht.