Polizei, Sanitäter und Feuerwehr haben an Unfallstellen mit einer neuen Gefahrenquelle zu kämpfen: Mehr als 30.000 Hybrid- und 1600 Elektroautos in Deutschland haben Hochvoltelektronik an Bord. Bei Bergungsarbeiten nach einem Crash droht den Helfern deshalb ein Stromschlag. "Bei den Hybridfahrzeugen weiß man nie so genau, wo die Elektronik ausgeschaltet wird und welche Kabel wo verlaufen", erklärt Wehrführer Jörg Daniel von der Feuerwehr Hofheim am Taunus. Statt der üblichen Zwölf-Volt-Ströme einer Bleibatterie haben derartige Modelle eine zusätzliche Nickel-Metallhydrid-Batterie an Bord, die zeitweise einen Elektromotor zuschaltet und bis zu 400 Volt Spannung erzeugt.
Bei einem Kiloohm Körperwiderstand fließen dann möglicherweise rund 400 Milliampere Strom – schon 50 Milliampere können für einen Menschen tödlich sein. Schnell und richtig die Antriebsart zu erkennen und zu interpretieren, das kann dann eine lebenswichtige Fähigkeit sein. Dies zeigte sich bei einem Unfall mit einem Toyota Prius auf der A 66 bei Wiesbaden. "Über eine in Holland gekaufte Datenbank konnten wir mit einem Notebook schnell feststellen, wo im Prius die elektrischen Sicherungen sitzen", erklärt Feuerwehrmann Jörg Daniel.

Auf einen Blick: Alle Marken, alle Modelle

Mittlerweile hat auch Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) die Problematik erkannt. Er will prüfen, ob für Rettungskräfte die direkte Abfrage der Antriebsart beim Kraftfahrt-Bundesamt in Flensburg möglich ist.
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