Verkannte Youngtimer
Hatten Sie diese kommenden Klassiker schon auf dem Zettel?

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Sie stehen selten auf den Wunschlisten von Sammlern, genau das macht sie so interessant. Audi A3 1.8T, Volvo C70 T5 oder Peugeot 406 Coupé bieten starke Motoren, spannende Technik und oft noch überraschend viel Auto fürs Geld. Wir zeigen vier Youngtimer, die viele Käufer bislang übersehen.
Bild: Andreas Erber
Inhaltsverzeichnis
Was heute noch als Geheimtipp durchgeht, könnte morgen schon gesucht sein. Denn bei diesen vier Autos stimmt nicht nur die Optik: Sie erzählen auch ein Stück Automobilgeschichte. Entscheidend ist, welche Exemplare ihr Geld wert sind – und wo beim Kauf Vorsicht geboten ist.
- Bauzeit: 1996 bis 2003
- Motorempfehlung: 1.8 Turbo mit 150 PS
- Preis: ab 2500 Euro
Heute stehen bei fast jeder Marke Premium-Kompakte im Showroom. 1996 war das anders, damals setzte von den deutschen Premium-Herstellern Audi die Idee um, in der Kompaktklasse mit Prestige und gehobener Ausstattung zu Punkten. Ja, mit seiner gekürzten Mittelklasse namens 3er Compact schritt BMW bereits 1994 mutig voran. Der echte, spätere Rivale, also der BMW 1er, hing 1996 aber noch nicht mal als Entwurf am Reißbrett. Und auch wenn unter dem noblen Blech des A3 bis heute im Grunde ein Golf steckt, wurde der Ingolstädter ein bisschen zum Urahn der Premium-Kompaktklasse, die bis heute richtig viel Kohle umsetzt.

Auch schon wieder 30 Jahre her ... Mit dem A3 zeigte Audi ab 1996, dass es in der Kompaktklasse auch edel zugehen kann. Auch wenn die Basis-Modelle des ersten A3 nicht unbedingt für Premium-Atmosphäre im Innenraum sorgen, merkt man bis heute, dass sich Audi bei der Verarbeitung besonders viel Mühe gab.
Bild: Werk/Audi
Unter den damaligen Motoren sticht ein spannender Antrieb ganz besonders heraus: der fast schon legendäre 1.8T, ein Turbobenziner, der sich zu einem prägenden Konzernmotor der späten 90er- und frühen 2000er-Jahre entwickelte. Er steckte nicht nur im A3, sondern auch in Sportlern wie dem TT und S3, in Familienkutschen wie dem Passat oder dem Sharan, außerdem in der damaligen Möchtegern-Oberklasse-Limousine namens Skoda Superb.
Was den 1.8T noch heute interessant macht: genügend Leistung, kein ausufernder Verbrauch und besonders seine sehr solide Technik, die vor allem bei Tunern sehr beliebt ist. Ideal für einen kommenden Klassiker, denn man begnügte sich beim 1.8 T stets mit der unkomplizierten Saugrohreinspritzung.

Der 1.8T war das Herzstück zahlreicher VW-Konzernmodelle und wurde je nach Ausbaustufe im A3 mit 150 oder später mit 180 PS zu haben. Sein kräftiger Durchzug, die robuste Technik und das Tuning-Potenzial machen ihn bis heute beliebt.
Bild: Werk/Audi
Wir könnten an dieser Stelle auch den sportlichen S3 mit 210, später 225 PS und Quattro-Antrieb empfehlen, doch für vom Tuning verschonte Modelle werden bereits stattliche Preise aufgerufen, der Standard-A3 1.8T – immerhin bis zu 180 PS und optionalem Haldex-Allrad – läuft bei Liebhabern noch unter Radar.

Der erste Audi S3 hat seine Liebhaber nie verloren, als angehender H-Kennzeichen-Träger ist der mindestens 210 PS starke Allrad-Kompakte jedoch schon in fünfstellige Preisregionen aufgestiegen. Den Standard-1.8T gibt es deutlich günstiger.
Bild: Werk/Audi
Schwachstellen: Beim Audi A3 1.8T sollten Käufer vor allem auf Rost achten. Besonders berüchtigt sind die Dachkanten unter den Dachleisten, wo Korrosion oft lange unbemerkt bleibt. Auch Schweller, Türunterkanten und Kotflügel verdienen einen genauen Blick. Beim 1.8T selbst sorgen häufig poröse Unterdruckschläuche, defekte Luftmassenmesser oder altersschwache Zündspulen für Probleme.
- Bauzeit: 1997–2005
- Motorempfehlung: 2.4T mit 193 PS
- Preis: ab 8000 Euro
Ende der 90er war Volvo eigentlich für solide Familienkutschen bekannt. Und dann stand plötzlich das C70 Coupé beim Händler. Flache Silhouette, rahmenlose Seitenscheiben, edler Innenraum und unter der Haube ein aufgeladener Fünfzylinder. Für viele war das die erste Begegnung mit der Erkenntnis: Volvo kann auch cool.

Volvo kann auch cool – das war beim Erscheinen der ersten C70-Generation Mitte der 1990er Jahre für viele eine neue Erkenntnis.
Bild: Andreas Erber
Viele, die sich von der Optik des C70 verführen lassen, schielen zum Topmodell T5 mit 240 PS. Doch auch hier plädieren wir für den zivileren 2.4 T mit 193 PS. Der Fünfzylinder liefert bereits reichlich Druck, klingt herrlich kernig und kostet oft deutlich weniger als die begehrten T5-Modelle. Dazu kommt: Viele T5 litten über die Jahre meist mehr an schweren Gasfüßen, teils wurde hier getunt oft aber ambitioniert gefahren. Beim 193-PS-Turbo schätzen wir die Chance auf ein gepflegtes Exemplar daher höher ein.

Volvos 193 PS starker Turbofünfzylinder bietet kräftigen Durchzug, einen charakteristischen Klang und gilt als einer der sympathischsten Antriebe der Baureihe.
Bild: Andreas Erber
Was den C70 heute so interessant macht: Er stammt noch aus der Zeit vor der Ford-Übernahme, basiert technisch auf dem Volvo 850 beziehungsweise S70 und gehört damit zur letzten Generation der Schweden, die den robusten Ruf von Volvo bis in die 2000er flankierten. Während vergleichbare BMW-Coupés oder Mercedes CLK teils kräftig angezogen haben, wird das Volvo-Coupé noch erstaunlich oft übersehen – einer der spannenden Geheimtipps am Youngtimer-Markt, wo durchaus noch vierstellige Schnäppchen möglich sind.
Schwachstellen: Auch beim C70 gibt es eine bekannte Achillesferse: die elektronische Drosselklappe. Sie macht sich meist durch eine schlechte Gasannahme, ruckelnden Motorlauf oder eine aufleuchtende ETS-Warnlampe bemerkbar. Wer einen Kaufkandidaten besichtigt, sollte außerdem den Zustand der Fahrwerksbuchsen prüfen und bei Fahrzeugen mit Automatik auf saubere Schaltvorgänge achten.
Ärger bereiten im Alter zudem immer wieder Elektrik-Probleme, etwa bei Fensterhebern, Sitzverstellung oder Bordelektronik. Gerade weil viele C70 längst über 20 Jahre alt sind, lohnt sich ein genauer Blick auf Wartungsnachweise und den Pflegezustand.
- Bauzeit: 1997 bis 2004
- Motorempfehlung: 3.0 V6 mit 207 PS
- Preis: ab 9000 Euro

Bild: Christian Bittmann
Bei diesem Franzosen handelt es sich um ein besonders elegantes Coupé der späten 1990er-Jahre. Das Design stammt von Pininfarina, viele Exemplare sind heute dennoch erstaunlich erschwinglich. Unsere Prognose: Das kann sich bald ändern.
Interessant: Sogar die Karosserien wurden in Italien gefertigt. Während andere Hersteller damals auf aggressive Kanten und sportliche Optik setzten, überzeugte der Franzose mit einer Ästhetik, die offensichtlich verdammt gut gealtert ist. Reizvoll ist der V6, der aus dem Peugeot zwar keinen Sportwagen macht, aber einen Gran Turismo für entspannte Fahrten.

Bild: Ingo Barenschee
Schwachstellen: Das Peugeot 406 Coupé verlangt nach Aufmerksamkeit bei der Technik. Der Zahnriemenwechsel des V6 ist aufwendig und teuer, zudem treten Elektrikprobleme auf. 406-Kenner werfen außerdem einen Blick auf Hinterachse und Fahrwerkskomponenten, da Korrosion dort deutlich stärker zuschlägt als an der hübschen Karosserie.
- Bauzeit: 2003 bis 2007
- Motorempfehlung: 3.2 V6 (218 PS)
- Preis: ab 6900 Euro
Dieser Exot trägt unter dem auffälligen Blech Mercedes-SLK-Technik. Das schöne dabei: Den kernigen Sechszylinder mit Hinterradantrieb gibt es nach wie vor für das Geld eines betagten Kompaktwagens. Als der Crossfire erschien, bemäkeln nicht wenige sein extravagantes Design. Heute wissen wir: Gerade die etwas schrulligen Typen werden im Alter immer beliebter.
Die SLK-Technik der Baureihe R170 umfasst vor allem den 3,2-Liter-V6. Noch so ein unterschätztes Aggregat, denn der M112 gilt als langlebig und überzeugt mit einem unaufdringlichen, satt-sonorem Klang.

Bild: Ulli Sonntag
Ebenfalls aus dem Mercedes-Regal kommen zahlreichen Fahrwerks- und Antriebskomponenten. Kurios: Während manche Mercedes aus diesem Jahrgang bereits deutlich anziehen, hinkt der Preis des technisch eng verwandten Crossfire da auf angenehme Weise deutlich hinterher.

Bild: Ulli Sonntag
Wer ein Sportcoupé mit Exotenstatus, Hinterradantrieb, Sechszylinder und deutscher Technik sucht, muss hier bei Weitem nicht das Geld auf den Tisch legen, das für ein Z3 Coupé fällig würde.

Bild: AUTO BILD - Sonntag
Schwachstellen: Beim Chrysler Crossfire liegen die Probleme oft eher im Verborgenen. In der Szene bekannt sind Defekte an Steuergeräten sowie Kabelbrüche im Bereich der Heckklappe. Dann spielen Heckspoiler, Kennzeichenbeleuchtung oder Zentralverriegelung verrückt. Hinzu kommen altersbedingter Verschleiß an Fahrwerkslagern und Rost an Achs- und Fahrwerksteilen.
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