Verkehrsgerichtstag 2015: Ablenkung durch Smartphones
Surfen, bis es kracht

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Die häufige Nutzung von Smartphones im Auto bereitet Experten Sorgen. Denn immer mehr Verkehrsunfälle werden damit in Verbindung gebracht.
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(dpa/jb) Verkehrsexperten warnen vor der erhöhten Unfallgefahr durch die Nutzung von Smartphones am Steuer. Nach Angaben des ADAC spielt die Ablenkung durch moderne Kommunikationsgeräte im Auto inzwischen bei jedem zehnten Verkehrsunfall eine entscheidende Rolle. Das Gefährdungspotenzial durch die Nutzung von Smartphones werde ausgeblendet, beklagt die Deutsche Akademie für Verkehrswissenschaft. Als Veranstalter des 53. Verkehrsgerichtstages in Goslar hat sie das Thema deshalb in dieser Woche auf die Tagesordnung gesetzt. Ein Sprecher des Deutschen Verkehrssicherheitsrates sagte, nach US-Studien steige das Unfallrisiko durch das Schreiben oder Lesen von Textnachrichten im Auto um mehr als das 20-Fache.Man könne immer wieder erleben, dass Autofahrer Schlangenlinien fahren und sich offenbar für alles interessieren – nur nicht für den sicheren Umgang mit dem Fahrzeug, sagt der ADAC-Vizepräsident für Verkehr, Ulrich Klaus Becker. Sie seien damit eine Gefahr für sich selbst und für andere. "Wer mit Tempo 100 auf der Landstraße unterwegs ist und nur eine Sekunde lang unachtsam ist, legt etwa 27 Meter im Blindflug zurück – lange genug, um gegen einen Baum zu fahren oder in den Gegenverkehr zu geraten."

Am Steuer eine Mail schreiben oder die Spritpreise checken? Kein Problem, wenn das Auto steht.
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Das hat auch der Auto Club Europa (ACE) beobachtet. Im Sommer 2013 analysierten ehrenamtliche Helfer das Verhalten von insgesamt etwa 30.000 Kraftfahrern, gut 36.000 Fußgängern und mehr als 13.000 Radfahrern an Zebrastreifen. Fehler machten dort alle drei Gruppen, auch die Fußgänger: "Im Mittel mehr als 13 Prozent der Erwachsenen schalten am Zebrastreifen offenkundig gedanklich völlig ab und schlendern oder hasten über die Straße, ohne vorher nach links und rechts geschaut zu haben", bilanzierte der ACE damals. Und ergänzte: "Dabei sind sie häufig mit ihrem Smartphone beschäftigt." Die Polizei führt keine Statistiken darüber, wie oft Smartphones bei Unfällen eine Rolle spielen. Aus dem Polizeipräsidium Stuttgart heißt es aber: "Vermutlich haben diese Unfälle zugenommen, alleine schon aufgrund der ansteigenden Verbreitung der Geräte." Prof. Peter Biberthaler, der Direktor der Klinik für Unfallchirurgie am Klinikum Rechts der Isar in München, teilt diese Einschätzung. Zwar hat er ebenfalls keine konkreten Zahlen. Aber aus seiner täglichen Routine erkenne er eine Zunahme solcher Smartphone-Unfälle.
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Telefonieren während der Fahrt kostet 60 Euro und einen Punkt in Flensburg.
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