Alter! Boah! Unbezahlbar! So fasst es ein glücklich grienender Kollege nach einer Runde auf der neuen Vespa GTS zusammen. Wer braucht da noch ein Auto? Recht hat er. Der Spaß auf der kleinen Biene ist gigantisch. Allerdings: "unbezahlbar" ist Blödsinn.
Es ist nämlich besonders günstig, auf einer Vespa durch die Stadt zu zischen. Zumal es die neue GTS als 300er, aber auch als Autofahrer-freundliche 125-cm3-Version gibt. Und der kleinere der beiden Roller nippt keine drei Liter Benzin auf 100 Kilometer, kostet nicht einmal Steuern.
Cockpit mit Teilung: oben analog, unten LCD.
Bild: DEKRA

Das nur am Rande. Viel wichtiger: Den ollen Klassiker von Piaggio gibt es noch immer – nach immerhin 76 Jahren. Jahrgang 2023 kommt nun frisch geliftet und technisch in Bestform zum Händler – wir haben seine drallen Rundungen schon mal abgetastet.

Vespa Fahrgefühl angenehm fließend

Noch immer baut die "Vespone" auf einem Stahlkörper auf, 12-Zoll-Räder, ABS und ASR helfen, Rutscher zu vermeiden. Scheibenbremsen (mit Brembo-Komponenten) verzögern die ab rund 150 Kilogramm leichte Vespa mit feiner Dosierbarkeit und zuverlässig kräftiger Wirkung.
Leistung
 14 PS
8 PS
67 PS
Drehmoment
12 Nm
40 Nm
96 Nm
Höchstgeschwindigkeit
98 km/h
45 km/h
156 km/h
Verbrauch*
2,6 l/100 km
11,9 kWh/100 km
5,5 l/100 km
Kraftstoffkosten/100 km**
5,04 Euro
6,40 Euro
10,83 Euro
Steuer/Jahr
0 Euro
0 Euro
42 Euro
Preis
5.999 Euro
7.999 Euro
11.415 Euro

Überhaupt ist das Fahrgefühl angenehm fließend und spielerisch. Der 300er-Motor ist mit 24 PS besonders kräftig aufgestellt, summt sonor und drückt linear an der Einarmschwinge. Hier steckt die stufenlose Automatik (Variomatik per Riemen) drin. Das Ganze wirkt letztlich herrlich feinfühlig miteinander kombiniert, läuft kultiviert und weich, ein Zug am Gas ergibt diesen typischen flüssigen Vorwärtsdrang großer Roller.
Drehen statt fummeln: Das Schlüssellose Zünd-Sitzbankschloss gibt es für die GTS 125 und 300.
Bild: DEKRA

Den schnellen Hopser weg von der Ampel beherrscht die GTS wie kein anderer Roller. Außerdem liegt die Vespa GTS über einen breiteren Lenker gut in der Hand, sie läuft trotz der kleinen Räder sehr geschmeidig über Unebenheiten hin-weg, klappert und scheppert nicht auf Kopfsteinpflaster-Abschnitten, man sitzt entspannt aufrecht, die Füße ruhen auf den großen Trittflächen.
Ab Werk leuchten die beiden GTS-Typen aus LED-Quellen, gegen Aufpreis baut Piaggio beiden Rollern ein modernes LCD-Farbdisplay ein. Hier kann man sein Smartphone koppeln, dabei über einen Regler am linken Lenkerende Musik ansteuern oder sogar Handy-Nachrichten einspielen. (Das sind die spannendsten Elektro-Motorräder fürs Jahr 2023)

GTS 125 fühlt sich fast schon nach Auto an

Wer mag: Auch eine Beleuchtung für den Kofferraum sowie ein schlüsselloses Startsystem sieht die Preisliste vor, zudem verfügt der 125er-"i-get"-Einzylinder sogar über ein Start-Stopp-System. Fühlt sich fast schon nach Auto an...
Alles in einem: Motor, Getriebe und Antrieb.
Bild: DEKRA

Erste Fahrt, erster Eindruck

0,1 Kilometer: Schlüsselloses Starten – so modern kann eine klassische Vespa lostuckern.
2,5 Kilometer: Stadtverkehr – die GTS 300 in ihrem Element. Spurwechsel wird zum Freudentanz.
15 Kilometer: Stadtrand – hier nimmt die GTS noch mal richtig Fahrt auf, 24 PS ziehen bestens.

Fazit

Wie jetzt – sind wir nun ROLLER BILD? Ach was, die GTS zeigen wir nur als Denkanstoß – wer nämlich sparen will, fährt mit dem Klassiker optimal. Zumal die 125er auch Autofahrer (Führerschein B196) ansprechen.