Der Volvo P1800 Cyan ist ein Restomod-Projekt, das nicht nur Fans der schwedischen Marke Freudentränen in die Augen treiben dürfte. Cyan, die Rennsportabteilung von Volvos Mutterkonzern Geely, hat nämlich ein Fahrzeug auf die Räder gestellt, das die komplette Antithese zu Volvos aktuellen Umwelt- und Sicherheitsbestreben darstellt. Das Coupé soll kein Einzelstück bleiben, sondern zu Stückpreisen von rund einer halben Million Euro in Kleinserie gehen. Bisher gab es nur Außenaufnahmen. Jetzt hat Cyan Bilder vom Innenraum veröffentlicht, und der ist nicht minder spektakulär als die Außenansicht!

Retro-Cockpit mit Rennsport-Flair (Update!)

Volvo P1800 Cyan
Das Cockpit des P1800 Cyan zitiert mit jeder Faser Rennwagen der 1960er.
Wie beim Außendesign wurde auch im Cockpit sehr viel vom P1800 übernommen. Erst auf den zweiten Blick offenbaren sich Änderungen, die subtil ins klassische Erscheinungsbild eingebunden wurden. Da wären als erstes das geniale Momo Prototipo-Lenkrad und die beiden Schalensitze. Das Armaturenbrett wurde mit Leder und grobem Stoff bezogen. Für mehr passive Sicherheit sorgt ein Titan-Überrollkäfig, dessen Rohre mit Leder überzogen wurden. Die Instrumente sehen nach 60er aus, wurden aber eigens für den P1800 Cyan angefertigt. Weitere Details wie gelochte Pedale machen das Retro-Rennsportflair im Cockpit komplett.

Carbon- und stahlverstärktes Chassis

Volvo P1800 Cyan
Der Zweiliter Vierzylinder stammt aus dem Rennsport und leistet 426 PS. Fahrhilfen gibt es nicht.
Die Eckdaten des P1800 Cyan klingen denn auch nach reinrassigem Rennwagen: 990 Kilogramm Leergewicht treffen auf 426 PS und 455 Nm Drehmoment. Das mit dem Rennwagen kommt nicht von ungefähr, der Zweiliter-Vierzylinder-Turbo arbeitet nämlich auch in den Tourenwagen Volvo C30 und S60 TC1. Geschaltet wird über ein manuelles Fünfganggetriebe von Holinger, dessen erster Gang hinten links sitzt. An der Hinterachse verteilt ein Sperrdifferenzial die Kraft zwischen den Rädern. Damit sich das Oldie-Chassis nicht vom Start weg verwindet, wurde es mit Stahl und Carbon verstärkt.

Bremskraftverstärker? Fehlanzeige!

Volvo P1800 Cyan
Unter der klassisch anmutenden Carbon-Karosserie versteckt sich hochmoderne Rennsporttechnik.
Fahrwerksseitig ist ein voll einstellbares Gewindefahrwerk mit Doppelquerlenkern vorne und hinten verbaut. Weitere Goodies sind Bremsen von AP Racing mit Vierkolbensätteln vorne sowie 18-Zoll-Felgen mit Zentralverschluss. Zur Diskussion stand zunächst übrigens auch ein E-Antrieb. Laut Cyan-Gründer Christian Dahl entschied man sich dann aber für den Verbrenner, um eine möglichst pure Reminiszenz an die 60er zu kreieren. Dazu passt die komplette Abwesenheit jeglicher Fahrhilfen wie ESP oder ABS. Sogar nach einem Bremskraftverstärker sucht man vergeblich.

Bildergalerie

Volvo P1800 Cyan
Volvo P1800 Cyan
Volvo P1800 Cyan
Kamera
Volvo P1800 Cyan

Eine halbe Million Euro teuer

Volvo P1800 Cyan
Auf den ersten Blick gleicht der Cyan dem P1800 fast aufs Haar, die Proportionen wurden aber verändert.
Über die Rennsport-Innereien spannt sich eine hinreißende Karosserie. Sie sieht einem P1800 zwar sehr ähnlich, besteht allerdings komplett aus Carbon und wurde in ihren Abmessungen modifiziert. Das Greenhouse sitzt weiter hinten, die Radhäuser sind gewachsen, um den großen Felgen und der breiteren Spur Platz zu geben. Details wie der zentral aus dem Kofferraumdeckel lugende Tankdeckel oder der mittige Sportauspuff komplettieren das Bild. Lackiert ist der P1800 Cyan in "Rebel Blue", was an die ehemaligen Polestar-Rennwagen erinnert.
Volvo P1800 Cyan
Dem mittigen Sportauspuff soll ein Sound entweichen, der dem des Ur-P1800 nicht unähnlich sei.
Der P1800 Cyan soll im Übrigen kein Einzelstück bleiben, sondern in limitierter Kleinserie ab 2021 an Retro-Enthusiasten verkauft werden. Die müssen allerdings besonders zahlungskräftig sein, denn unter einer halben Million Euro dürfte die Kreation nicht zu haben sein. Für ein so exklusives Kleinserienauto mit hochwertigsten Komponenten ist das nicht zu viel, Singer und Co. verlangen da teilweise noch deutlich mehr.