Vorschau BMW CS und Audi A7 Sportback
Viertürige Coupés – die neue Luxus-Linie

Der Mercedes CLS hat es vorgemacht. BMW setzt nach, Audi kontert. Alle mit vier Türen, aufreizend flacher Dachpartie und knackigem Heckabschluss. Bühne frei für BMW CS und Audi A7 Sportback.
- Georg Kacher
Coupé – das bedeutet laut Duden "Auto mit sportlicher Karosserie". Landläufig verbindet man damit zwei Türen und (zu) wenig Platz im Fond. Dass es auch anders geht, bewies Mercedes erstmals 2004 mit dem CLS. Der mutig gestylte Big Benz war so erfolgreich, dass sich die Wettbewerber gezwungen sahen, nachzuziehen. Pünktlich zum Debüt der zweiten Auflage des CLS rollt daher Audi im Herbst 2010 den A7 Sportback aus der Garage. BMW macht aus dieser Coupé-Zweisamkeit erst 2012 einen flotten 3er. Der 6er CS soll als emotionales Gegenstück zum vernunftbetonten 5er GT ebenfalls auf der Erfolgswelle der viertürigen Coupés mitsurfen. Die Keimzelle der neuen Fahrzeuggattung liegt gut versteckt in der Nische zwischen oberer Mittelklasse und Luxusklasse. Obwohl der Begriff des viertürigen Coupés nicht viel Spielraum für Differenzierung lässt, überraschen die Kreationen der drei deutschen Premium-Marken mit erfreulich unterschiedlichen Formen und Inhalten.
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Bild: Larson
Alle drei Hersteller werden bärenstarke Sportmodelle im Angebot haben

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BMW beschreibt den 6er CS als "hochsportlichen Viertürer, der auf halber Höhe zwischen 5er und 7er eine besonders elegante und fahrdynamisch herausragende Alternative zur Limousine darstellt". Kein Wunder, dass es vom CS auch einen mit 517 Turbo-PS sehr großzügig motorisierten M-Ableger geben wird, der seinen bekannt durstigen V10 gegen einen deutlich effizienteren V8 eintauscht. Ganz neu und clever ist das optionale KERS-Paket, das in der M-Variante Premiere feiern dürfte. Wie im Formel-1-Renner stehen dann auf Knopfdruck für rund zehn Sekunden 80 bis 100 Zusatz-PS bereit. Wobei BMW das große Geschäft in diesen schwierigen Zeiten natürlich immer öfter mit dem Sechszylinder macht. Der Dreiliter-Turbo-Benziner im 640i leistet unverändert 306 PS, doch der Biturbo-Diesel im 640d legt auf 300 PS zu. Mercedes und Audi wollen mit ihren Sportmodellen ebenfalls nicht lange hinter dem Berg halten. Der CLS 63 AMG mit dem neuen 5,5-Liter-Biturbo-V8 wird für Mitte 2011 erwartet. Zusätzlich zum 571 PS starken "Basisfahrzeug" soll es eine Hybrid-Option mit Boost-Effekt geben – die Rede ist von 20 bis 50 Elektro-PS. Eine ähnliche Strategie fahren die Ingolstädter.
Endziel ist aus Sicht aller drei Marken der Plug-in-Hybrid mit einem über 100 PS starken E-Modul, einer Reichweite im E-Betrieb von mindestens 100 Kilometern und einem Mixverbrauch von etwa sechs Litern. Am anderen Ende der Vernunft-Skala lockt ab Mitte 2011 der S7 mit rund 400 PS und 500 Nm. Nicht vor 2013 wird der bärenstarke RS7 erwartet, dem 550 PS und 700 Nm nachgesagt werden. Wie es in dieser sehr exklusiven und prestigeträchtigen Fahrzeugklasse künftig weitergeht? Ganz klar: noch ein bisschen schriller und schöner. Insider wetten auf das Comeback des Shooting Brake, also des zweitürigen Coupés mit Kombi-Heck. Diese ganz spezielle Variante verbindet viel Platz und hohe Variabilität mit atemberaubenden Proportionen und einem exklusiven Image.
Fazit
Achtung – jetzt wird es eng in der Coupé-Nische! A7 und 6er CS greifen an, der neue CLS hält dagegen. Drei ähnliche Konzepte mit vergleichbaren technischen Inhalten wollen einen sehr kleinen Markt erobern, der noch in den Kinderschuhen steckt. Wenn das funktioniert, dann wohl nur zu Lasten der klassischen Karosserievarianten Limousine und Kombi. Aber zur Freude der Kunden.
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