Vorschau: Porsche 911 gegen Mercedes SL
Mercedes greift Porsche an

Im Herbst 2011 kommt der neue Porsche 911, im Frühjahr 2012 der nächste Mercedes SL – ein Blick in die Zukunft der Sportwagen-Elite von Porsche und Mercedes.
- Georg Kacher
Die Zündaussetzer lassen sich nicht mehr überhören. Nicht bei Porsche, nicht bei Mercedes und auch sonst bei keinem Sportwagenbauer. Das Geschäft mit den schnellen Zweisitzern läuft seit der Wirtschaftskrise nicht mehr richtig rund. Bei Porsche schreiben Boxster und Cayman sowie die Basis-911er zweistellige Minuszahlen, nur die Kleinserien Turbo und GT3 laufen nach Plan. Bei Mercedes stützen Amerika und China zwar den SL-Absatz, doch hohe Nachlässe und noch höhere Wertverluste nagen am Image. Und die Konkurrenz lahmt ebenfalls. Audi hat die R8-Tagesproduktion von 30 auf unter zehn Autos heruntergefahren, BMW wartet sehnsüchtig auf den neuen 6er. Aston Martin kämpft mit hohen Lagerbeständen, bei Jaguar muss der angegraute XK noch drei Jahre durchhalten.
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Bild: Larson
Überblick: Alle News und Tests zum Mercedes SL
Auch beim SL mit der Codenummer C231 bleibt nichts beim Alten. Der längere Radstand trägt der Tatsache Rechnung, dass die älter werdenden Kunden mehr Wert auf bequemen Ein- und Ausstieg sowie auf entspannte Platzverhältnisse legen. Natürlich bleibt es beim versenkbaren Hardtop, dessen Mittelteil auf Wunsch aus Glas besteht. Ein neuartiges System namens Magic Sky Control erlaubt es, den Grad der Tönung über einen Spannungsregler zu variieren. Der Kofferraum wird geringfügig größer, dafür fasst der Tank statt 80 nur mehr 75 Liter. Das Design verabschiedet sich von den L-förmigen Scheinwerfern und von der relativ flachen Kühlermaske. Stattdessen steht der Stern dem Fußgängerschutz zuliebe künftig steiler im Fahrtwind. Leicht gewöhnungsbedürftig sind allenfalls die riesigen, seitlich weit herumgezogenen Rückleuchten. Im Cockpit gewährleistet die allerneueste Software eine noch bessere Vernetzung von Telefonie, Internetzugang inklusive Fahrzeugortung, Navigation und Musik.
Fast schon revolutionär ist das aktive Fahrwerk Magic Ride Control (MRC), das in Verbindung mit der Fahrdynamikregelung ABC zuerst im SL und dann auch im S-Klasse-Nachfolger angeboten werden soll. Eine Kamera scannt dabei das Vorfeld 20 Meter weit und gibt die Informationen an die ABC-Steuereinheit weiter. Weil die Fahrbahn mit einer Genauigkeit von einem Millimeter abgetastet wird, erwarten die Techniker ein klares Plus an Komfort und Sicherheit. Auch der neue 911 will in allen Disziplinen Fahrdynamik-Bestmarken setzen. So bekommt beispielsweise der Carrera S eine Sechs-Kolben-Bremsanlage an der Vorderachse, aufpreisfrei die Quersperre Porsche Torque Vectoring sowie auf Wunsch die dynamische Motorlagerung und die PDCC-Fahrwerkregelung. Der Wagen wird je nach Ausführung um zehn bis 20 Millimeter tiefergelegt, die Bremsscheiben weisen einen größeren Durchmesser auf, und für den S ist eine 20-Zoll-Mischbereifung vorgesehen. Die serienmäßige Klappenabgasanlage ist an den doppelten runden Endrohren zu erkennen.
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Bei der Gestaltung des Innenraums stand der Panamera Pate. Es bleibt zwar bei den klassischen Rundinstrumenten, doch die Skalen werden neu belegt, die Schalter wandern vom Armaturenbrett in die leicht ansteigende Mittelkonsole, und die Bedienung funktioniert deutlich einfacher als bisher. Neu im Angebot sind die Abstandsregelung der dritten Generation, die Zwei-Zonen-Klimaautomatik, der schlüssellose Zugang inklusive Startknopf, das Burmester-Soundsystem und die noch vielseitigere Sitzanlage. Der um zehn Zentimeter längere Radstand schafft mehr Platz für lange Beine, der Wagen soll geschmeidiger anfedern und abrollen, das Sounddesign mit Innen- und Außenwirkung verspricht eine unverwechselbare Geräuschkulisse. Noch geheim ist das Schaltbild des Siebengang-Getriebes, das vom PDK abgeleitet wird – wir tippen auf eine doppelte H-Kulisse mit dem ersten Gang links unten.
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Bild: Larson
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Fazit
Ein komplett neuer Elfer – das passiert nur alle 14 Jahre. Umso gespannter sind wir auf den vielversprechenden Typ 991 und seine Varianten. Auch der nächste SL deckt vom Hybriden bis zum Black Series die gesamte Fahrspaß-Palette ab. Nur gut, dass die beiden Sportwagen-Ikonen viel zu verschieden sind, um sich gegenseitig in die Quere zu kommen.
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