VW-Abgasskandal: Aussage

VW-Abgasskandal: Aussage einer Managerin

VW-Managerin sorgt für große Empörung

"Weder Verluste noch Schäden für die Kunden": Eine hochrangige VW-Managerin greift mit einer Aussage im Dieselskandal völlig daneben. Die Empörung ist groß.
Da versteht offenbar jemand die Welt nicht richtig: Die VW-Rechtsvorständin Hiltrud Werner hat mit einem "Handelsblatt"-Interview für Empörung und Unverständnis bei Politikern und Verbraucherschützern gesorgt. Zwar äußerte sie im Zusammenhang mit dem VW-Skandal Bedauern für Dieselbesitzer, die sich betrogen fühlten. Allerdings, fügte die Juristin hinzu, gebe es für Kundenklagen "aus unserer Sicht keine Rechtsgrundlage". Mehr noch: Die Kunden hätten "weder Verluste noch Schäden erlitten". Die Fahrzeuge seien "sicher und fahrbereit".

Verbraucherschützer: "Dreiste Äußerungen"

Diese allgemeine Argumentation des Volkswagen-Konzerns gegen Kläger bringt unter anderem den saarländischen Verbraucherschutzminister Reinhold Jost (SPD) auf die Palme: "Die Äußerungen von Frau Werner sind dreist, verdeutlichen aber auch, dass VW die berechtigte Kritik der betroffenen Dieselfahrer und vieler Politiker gar nicht ernst nimmt", sagte er dem "Handelsblatt". Greenpeace-Verkehrsexperte Tobias Austrup beklagte, die verkauften manipulierten Fahrzeuge seien heute nahezu unverkäuflich: "Wer darin keinen Wertverlust sehen will, besitzt ein Ausnahmetalent in Realitätsverweigerung." Und auch FDP-Bundestagsvize Michael Theurer betonte: "Für die Kunden ist ein wirtschaftlicher Schaden durch die Wertverluste entstanden." Dass bei VW so wenig Verständnis für die Folgen des eigenen Handelns vorherrsche, sei "hoch problematisch".

Hunderttausende an Sammelklage beteiligt

Auch die harte Realität widerlegt die VW-Rechtsexpertin: So kostete der Skandal den VW-Konzern bislang 28 Milliarden Euro an Geldbußen und Strafzahlungen, wie Werner selbst bestätigte. Zudem haben sich inzwischen Hunderttausende VW-Kunden einer Musterfeststellungsklage angeschlossen, um den Weg für Schadenersatzforderungen zu ebnen. Der Chef der Verbraucherzentrale Bundesverbandes (VZBV), Klaus Müller, widersprach dabei Werners Aussage, VW gewänne überwiegend vor Gericht. So habe zuletzt das Oberlandesgericht Köln entschieden, der Konzern habe seine Kunden durch den Einsatz der Manipulationssoftware "vorsätzlich sittenwidrig geschädigt". Dies, so Müller, gebe Rückenwind für die Sammelklage gegen VW.

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