Vorstellung und Marktstart: Erste Auslieferungen noch Ende 2022

Die Stärken des bisherigen VW Amarok (2010 bis 2020) waren der klassenuntypisch manierliche Federungskomfort (zumindest in der Version mit der geringeren Zuladung), die Bremsen und der verfügbare Permanentallrad. Den gab es sonst nur bei Mitsubishi L200 und den verblichenen Land Rover Defender Pick-up und Mercedes X-Klasse.
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Jetzt geht der Hannoveraner in die zweite Runde – und auch der Neue wird kein Rumpel-Pick-up nur für Hartgesottene. Seine Technik stammt vom Ford Ranger, der noch 2022 in Neuauflage erscheint. Ab Ende 2022 rollen dann auch die ersten Exemplare des neuen Amarok zu den Händlern.

Design und Abmessungen: neu gestaltete Front mit aufgerichteter Motorhaube

Vorgabe im Lastenheft: keine Abstriche bei der Kletterfähigkeit; die Wattiefe etwa steigt um 300 mm auf 800 mm. Und er sollte wie ein VW aussehen. Folglich übernimmt VW nur Dach, Scheiben und Details wie Türgriffe und Außenspiegel von Ford. Alles unterhalb der Gürtellinie ist eigenständig, sogar die Türen sind anders gestaltet.
VW Amarok  Pan Americana 4Motion
Wühlt besser denn je: Der neue Amarok lässt sich mit Permanentallrad, Untersetzung und Hinterachssperre ordern.
Grundsätzlich hat sich das Design des Amarok deutlich verändert. Das neue Modell kommt nun expressiver und souveräner daher, eine neu gestaltete Front mit aufgerichteter Motorhaube und den horizontal ausgerichteten Querspangen am Kühlergrill unterstreichen die VW-Zugehörigkeit.
Die Grundversion heißt schlicht Amarok, darüber rangieren "Life" und "Style", die Spitze markieren "PanAmericana" (offroad-orientiert) und "Aventura" (Designvariante mit Stylingbar). LED-Scheinwerfer sind serienmäßig mit an Bord, in den höheren Ausstattungen sogar Matrix-LED-Scheinwerfer "IQ.LIGHT".

Gegen den Trend wird der Amarok schmaler

Im Gegensatz zum ersten Amarok, dessen Pritschenmaße den in Südamerika gebräuchlichen Paletten entsprachen, orientieren sich die des neuen an Europaletten. Gegen den Trend wird der VW schmaler, die Breite schrumpft um 34 mm auf 1,91 Meter – was man angesichts des massigen Auftritts kaum glauben mag.
VW Amarok  Pan Americana 4Motion
Kürzere Überhänge als zuvor, die blattgefederte Starrachse bleibt zugunsten der Zuladung.
Bei der Länge legt er um knapp zehn Zentimeter auf 5,35 Meter zu, in der Höhe um rund fünf Zentimeter auf bis zu 1,89 Meter. Der Radstand wächst um 173 mm, vor allem zugunsten des Fond-Fußraums.

Abmessungen im Überblick:

• Länge: 5350 mm
• Breite: 1910 mm
• Höhe: bis zu 1888 mm (Je nach Rad-Reifen-Kombination)
• Radstand: 3270 mm
• Wattiefe: 800 mm

Innenraum und Ausstattung: Instrumententafel aus Leder gegen Aufpreis

Der Innenraum des Amarok präsentiert sich eindeutig als VW. Hinterm Lenkrad findet sich ein Digital-Cockpit mit 8 Zoll, ab der Ausstattung "Style" sind hier sogar zehn verbaut. In der Mittelkonsole geht's weiter mit einem 10 Zoll-Display, auch das wird ab "Style" größer (12 Zoll). Dabei sind auch Apple CarPlay und Android Auto immer mit an Bord.
VW Amarok  4Motion
Der Innenraum zeigt sich hochwertig und digital, auf Wunsch gibt es ein bis zu 12 Zoll großes Zentraldisplay.


Gegen Aufpreis bietet er zehnfach verstellbare elektrische Sitze, induktives Laden, mobile Online-Dienste, Keyless Go, Harman-Kardon-Hi-Fi, sogar eine belederte Instrumententafel gibt die Aufpreisliste her. Markant: die Dachkonsolen-Schalter im Hubschrauberstil.

In Deutschland nur als Doppelkabine bestellbar

Einzig sichtbare Ford-Übernahme ist die Geländetechnik-Bedienung per Drehschalter für die Fahrprogramme, obenauf feste Tasten für Allrad-Abschaltung und Reduktion. Ist der semipermanente Allradantrieb via Lamellenkupplung eingebaut, lässt sich Letztere sperren, unabhängig vom Einlegen der Untersetzung.
Auch eine Hinterachssperre ist beim neuen Amarok gegen Aufpreis bestellbar. Die Version mit Permanentallrad lässt sich auch mit Untersetzung ordern – diese Kombination gab es beim Amarok I nicht.
VW Amarok  4Motion
Über einen Drehregler können verschiedene Fahrmodi eingestellt werden. Damit soll der Allradantrieb immer optimale Traktion liefern.

Zu uns kommt nur die Doka (Doppelkabine), auch die Heavy-Duty-Version flog aus der Liste; es gibt nur ein einziges Setup mit 1,2 Tonnen Zuladung. Bei der Sitzprobe überzeugend: Die Fondlehne steht nicht so steil wie bei anderen Pick-ups.

Motoren und Antrieb: Vier- und Sechszylinder im Amarok

Auch unter der Haube bedient sich VW im Ford-Regal. Der neue VW Amarok kommt wahlweise mit Vierzylinder- oder V6-Turbodiesel (170 PS und 405 Nm bis 241 PS und 600 Nm). Zur Wahl stehen Getriebe von Fünfgang manuell bis zur Ford-typischen Zehnstufen-Wandlerautomatik und Räder von 18 bis 21 Zoll.
VW Amarok  4Motion
Die bullige Front kommt mit hoch gezogener Haube und immer mit LED-Scheinwerfern, in den höchsten Ausstattungen Matrix-LED-Technik.

Zudem gibt es einen Vierzylinder-Turbobenziner, der aus 2,3 Litern Hubraum bis zu 302 PS und 452 Nm maximales Drehmoment rausholt. Der Turbobenziner wird immer in Verbindung mit der Zehnstufen-Automatik und Allrad angeboten.

Bis zu 3,5 Tonnen Anhängelast

In Deutschland werden alle Motoren mit Allradantrieb angeboten. In anderen Märkten wird es auch einen Hinterradantrieb geben, der bei Bedarf auch Allrad zuschalten kann. Beim Permanentallrad kann der Fahrer dann zwischen verschiedenen Fahrmodi wählen, damit soll optimale Traktion auf jedem Untergrund gewährleistet werden.
Mit 3,5 Tonnen darf der Pick-up mehr ziehen als zuvor. Verzurrösen auf der Ladefläche sollen Ladegut bis 500 kg halten können. Die statische Dachlast steigt von 225 auf 350 kg. Beeindruckend! Und ob der neue Amarok hält, was er verspricht, wird sich später im Test zeigen.

Von

Rolf Klein
Sebastian Friemel