Marktstart und Preis: Kooperation mit Ford könnte den Pick-up günstiger machen

Noch 2022 will VW den Pick-up-Markt mit einem neuen Amarok aufmischen. Der Nachfolger soll in Kooperation mit Ford entstehen und wird sich wohl eine Plattform mit dem Ranger teilen. Das spart einerseits Kosten, der neue Amarok könnte schon unter 35.000 Euro starten.
Andererseits würde es aber auch ein Gelände-orientiertes Top-Modell ermöglichen, wie es Ford beim Ranger mit dem Raptor anbietet. Die Premiere hat VW für Mitte 2022 angekündigt, die ersten Bestellungen sollen Ende des Jahres entgegengenommen werden.

Design und Innenraum: Neue Generation wird länger und breiter

VW teasert den Amarok bereits seit 2020 immer wieder an. Die neueste Skizze liefert einen Eindruck von Heck und Seitenlinie, das Spannendste zeigt VW allerdings nicht: Die neue Signatur der Rücklichter wird geschickt von Schneeflocken verdeckt. Dafür sind die auffälligen Schweller- und Radhausverbreiterungen der vorherigen Teaser auch auf diesem Bild wiederzuerkennen, in diesem Fall sogar schwarz abgesetzt. Zusammen mit dem Bild wurden jetzt auch die ersten Abmessungen veröffentlicht: Der nächste Amarok soll zehn Zentimeter länger und mehr als vier Zentimeter breiter werden. Es ist davon auszugehen, dass der zusätzliche Platz vor allem den Passagieren zugutekommt. Zur Einordnung: Der bei uns im Mai 2020 ausgelaufene Vorgänger misst als Double Cab mit vier Türen 5,19 Meter in der Länge, 1,95 Meter in der Breite und 1,83 Meter in der Höhe.

Von außen kein umetikettierter Ranger

Zuletzt hatte VW Anfang Dezember 2021 Teaserbilder veröffentlicht, dabei war schon deutlich zu erkennen, dass sich die Optik weniger am Ford Ranger orientiert als erwartet. VWs aktuelle Designsprache ist deutlich zu erkennen. Im Vergleich zum Vorgänger bedeutet das vor allem schmalere Scheinwerfer mit neuer Lichtsignatur, die auf dem Teaserbild durch ein LED-Band verbunden sind. Dieses Feature dürfte es später aber wie üblich nur für die höheren Ausstattungen geben.
VW Amarok  Teaser
Nach wie vor hält VW bei den Amarok-Teasern an den extrem breiten Radhäusern fest.
Der neu gestaltete Grill mit betont die Breite des Autos. Den Bügel auf der Ladefläche behält der VW offenbar auch in der neuen Generation. Die Illustration lässt erahnen, dass der nächste Amarok weniger rundlich daherkommt als sein Vorgänger. (Der VW Amarok im AUTO BILD-Gebrauchtwagentest.)

Amarok bekommt Fords Hochkant-Display

Außerdem gewährten uns die Wolfsburger einen ersten Eindruck vom Innenraum. Der übernimmt ein wichtiges Element vom kürzlich vorgestellten neuen Ranger: das Hochkant-Display. Damit stellt sich die Frage, ob der Amarok auch die Ford-Software übernimmt oder doch VWs MIB-System bekommt. Hinweise gibt es in beide Richtungen: Die Anzeigen auf dem digitalen Tacho sind bei der Skizze in typischer VW-Manier gestaltet, aber die Klimabedieneinheit unter dem Zentraldisplay ist wie beim Ranger ganz klassisch mit Knöpfen ausgestattet. Das gibt es bei den Wolfsburgern eigentlich nicht mehr.
VW Amarok  Teaser
Den hochkant eingebauten Zentralbildschirm erhält der Amarok vom Ranger, andere Elemente wie das Lenkrad stammen von VW.
Es gibt jedoch auch einige eigene Elemente beim Amarok. Die Gestaltung der Mittelkonsole wirkt weniger hemdsärmelig als beim Ford, das Lenkrad ist typisch VW und auch die Gestaltung des Armaturenbretts und der Türtafeln unterscheidet sich.

Motoren: Wohl keine Elektrifizierung geplant

Wie gehabt dürfte der Amarok auf einem Leiterrahmen stehen. Der Pick-up wird wohl wieder in verschiedenen Kabinenvarianten sowie mit Hinter- oder Allradantrieb zu haben sein. Die Motoren wird sich der Wolfsburger Pick-up wahrscheinlich mit der nächsten Ranger-Generation teilen.
Gebrauchtwagenmarkt
VW Amarok

Aktuelle Angebote: VW Amarok

VW Amarok mit Garantie im AUTO BILD-Gebrauchtwagenmarkt.

Angekündigt sind bislang ausschließlich Diesel, zwei Vierzylinder und ein V6, deren Leistungsdaten noch nicht genannt wurden. Laut dem Portal "Carsales" wird es beim nächsten Amarok keine Elektrifizierung geben, auch ein Mildhybrid gilt als ausgeschlossen.

Amarok R zumindest theoretisch denkbar

Dafür täte sich mit der Ranger-Basis eine Möglichkeit für ein cooles Topmodell auf. Vom aktuellen Ranger verkauft Ford in Europa nämlich eine scharfe Raptor-Version. Sollte auch der Nachfolger eine bekommen, würde sich für VW ein extrastarker Amarok R eigentlich anbieten – mit höhergelegtem Fahrwerk und 300-PS-Diesel. Dass der Amarok R tatsächlich Realität wird, ist zwar höchst unwahrscheinlich. Die Skizze wäre eines Amarok R aber würdig.

Fazit

Mit bulligem Offroad-Look wird der nächste Amarok noch eigenständiger. Die Kooperation mit Ford ist ein cleverer Schachzug. Schließlich haben die Kölner viel Erfahrung im Pick-up-Business, und Kosten spart die gemeinsame Plattform auch noch. Die maskuline VW-Skizze macht zwar mächtig Appetit auf eine Ranger-mäßige Topversion. Gerade vor dem Hintergrund der Kostensenkung ist ein Amarok R aber leider mehr als unwahrscheinlich.