Die Stärken des bisherigen VW Amarok (2010 bis 2020) waren der klassenuntypisch manierliche Federungskomfort (zumindest in der Version mit der geringeren Zuladung), die Bremsen und der verfügbare Permanentallrad. Den gab es sonst nur bei Mitsubishi L200 und den verblichenen Land Rover Defender Pick-up und Mercedes X-Klasse.
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Auch der Neue ab Frühjahr 2023 wird kein Rumpel-Pick-up nur für Hartgesottene. Seine Technik stammt vom Ford Ranger, der noch 2022 in Neuauflage erscheint.

Dach, Scheiben und Türgriffe stammen von Ford

Vorgabe im Lastenheft: keine Abstriche bei der Kletterfähigkeit; die Wattiefe etwa steigt um 30 auf 800 mm. Und er sollte wie ein VW aussehen. Folglich übernimmt VW nur Dach, Scheiben und Details wie Türgriffe und Außenspiegel von Ford. Alles unterhalb der Gürtellinie ist eigenständig, sogar die Türen sind anders gestaltet.
VW Amarok 2
Kürzere Überhänge als zuvor, die blattgefederte Starrachse bleibt zugunsten der Zuladung.

Der neue VW Amarok kommt wahlweise mit Vierzylinder- oder V6-Turbodiesel (170 PS/405 Nm bis 240 PS/600 Nm), alle von Ford. Zur Wahl stehen Getriebe von Fünfgang manuell bis zur Ford-typischen Zehnstufen-Wandlerautomatik und Räder von 18 bis 21 Zoll.
Mit 3,5 Tonnen darf der Pick-up mehr ziehen als zuvor. Verzurrösen auf der Ladefläche sollen Ladegut bis 500 kg halten können. Die statische Dachlast steigt von 225 auf 350 kg.

Der neue Amarok wird schmaler

Im Gegensatz zum ersten Amarok, dessen Pritschenmaße den in Südamerika gebräuchlichen Paletten entsprachen, orientieren sich die des neuen an Europaletten. Gegen den Trend wird der VW schmaler, die Breite schrumpft um 34 mm auf 1,92 m – was man angesichts des massigen Auftritts kaum glauben mag.
VW Amarok 2
Wühlt besser denn je: Der neue Amarok lässt sich mit Permanentallrad, Untersetzung und Hinterachssperre ordern.

Bei der Länge legt er um rund zehn Zentimeter auf 5,35 Meter zu, in der Höhe um rund fünf Zentimeter auf 1,88 Meter. Der Radstand wächst um 175 mm, vor allem zugunsten des Fond-Fußraums.
Die Grundversion heißt schlicht Amarok, darüber rangieren "Life" und "Style", die Spitze markieren "PanAmericana" (offroad-orientiert) und "Aventura" (Designvariante mit Stylingbar). Innen sieht er eindeutig nach VW aus – mit 8-Zoll-Digitalcockpit und 10-Zoll-Touchscreen (Serie).

Belederte Instrumententafel gegen Aufpreis

Zudem bietet er gegen Aufpreis Matrix-LED-Licht, zehnfach verstellbare elektrische Sitze, induktives Laden, mobile Online-Dienste, Keyless Go, Harman-Kardon-Hi-Fi, sogar eine belederte Instrumententafel gibt die Aufpreisliste her. Markant: die Dachkonsolen-Schalter im Hubschrauberstil.
VW Amarok 2
Vier Erhebungen lassen die Front wirken wie ein gefrästes Maschinenteil. Die breite Spur ist Zeichner-Fantasie, der Rest entspricht der Serie.

Einzig sichtbare Ford-Übernahme ist die Geländetechnik-Bedienung per Drehschalter für die Fahrprogramme, obenauf feste Tasten für Allrad-Abschaltung und Reduktion. Ist der semipermanente Allradantrieb via Lamellenkupplung eingebaut, lässt sich Letztere sperren, unabhängig vom Einlegen der Untersetzung.
Gegen Aufpreis ist eine Hinterachssperre bestellbar. Die Version mit Permanentallrad lässt sich auch mit Untersetzung ordern – diese Kombination gab es beim Amarok I nicht.
Zu uns kommt nur die Doka (Doppelkabine), auch die Heavy-Duty-Version flog aus der Liste; es gibt nur ein einziges Setup mit 1,2 Tonnen Zuladung. Bei der Sitzprobe überzeugend: Die Fondlehne steht nicht so steil wie bei anderen Pick-ups.

Fazit

von

Rolf Klein
Schade, dass wir keine Fotos vom ungetarnten Amarok 2 zeigen dürfen: Das maschinenhafte Design wird Köpfe verdrehen – eigenständig außen wie innen, kein Ford mit VW-Logo. Zu loben ist die leicht reduzierte Breite.

Von

Rolf Klein