Kaufberatung VW Amarok

VW Amarok: Kaufberatung

VW fürs Grobe

Seit einiger Zeit verkauft VW den Amarok ausschließlich als V6-Diesel mit unterschiedlichen Leistungen. Wie gut Sie mit dem Pick-up aus Hannover beraten sind, klärt der Modell-Check.
Es dürfte zweierlei Arten von Interessenten für einen Pick-up wie den Amarok geben. Da sind Reiter, Landwirte, Jäger, Handwerker und Gleichgesinnte – nennen wir sie die Anspruchsvollen; und es gibt die, die gern Auto fahren und einen Geländewagen mit offener Ladefläche einfach nur spannend finden: die Interessierten. Erstere dürften genau wissen, was sie vom Amarok zu erwarten haben, schätzen seinen hohen Nutzwert und freuen sich über die souveränen, seit gut einem Jahr angebotenen V6- Motoren aus Touareg und Co.

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Verkauft als Lkw, besteuert meist als Pkw

Ungewohnt: Es gibt serienmäßig keinen abschließbaren Kofferraum. Viele schätzen daher Hardtops, die wie ein Kombidach aufgesetzt werden.

Letztere müssen beim Erstkontakt mit einem solchen Fahrzeug zunächst umdenken. Hier finden sich Pkw-Fahrern so unbekannte Aspekte wie die Lkw-Steuer, die überraschenderweise für den Amarok nicht gilt. Durch mehr als drei Sitzplätze und eine Höchstgeschwindigkeit von über 140 km/h wird er seit 2017 fast ausschließlich als Pkw besteuert. VW selbst verkauft den Amarok zwar als Lkw, hat aber keinen Einfluss auf die Steuereinstufung im Einzelfall. Die Werkseinstufung als Nutzfahrzeug der Klasse N1 erlaubt es VW, den Amarok bis August 2019 nur mit Euro-6b-Norm zuzulassen – eigentlich ein Unding. Eine weitere ungewohnte Situation: Es gibt – zumindest serienmäßig – keinen abschließbaren Kofferraum. Die Amerikaner im Mutterland des Pick-ups wissen genau, welche Kleinigkeiten nie jemand von einer offenen Pritsche entwenden würde. In Deutschland befürchten dagegen viele beim nächsten Ampelstopp ausgeraubt zu werden und installieren Abdeckungen auf ihren Pritschen. Viele schätzen hier die sogenannten Hardtops, die wie ein Kombidach auf die Seitenwände der Pritsche aufgesetzt werden. Mit Verglasung und abschließbarer Heckscheibe kosten sie von verschiedenen Herstellern um die 2000 Euro. Wer die praktische Offenheit nicht verlieren möchte, nimmt ein Rollcover, die gibt es ab 1500 Euro. VW verlangt für das robuste Alurollo über 3000 Euro.
Überblick: Alles zum VW Amarok

Man verliebt sich schnell in den Amarok

Zäumen wir das Pferd aber nicht von hinten auf, schauen wir lieber auf den Alltagsnutzen des Amarok. Wer gewöhnlich Pkw fährt und einen Amarok einige Tage leihweise bewegt, wird sich schnell verlieben. Der V6 läuft seidig, marschiert eisern los und ist im Alltag problemlos mit gut neun Litern fahrbar; das Fahrwerk gibt sich trotz hinterer Starrachse SUV-haft entspannt, die Lenkung wahrt die nötige Balance zwischen leichter Indirektheit fürs Gelände und sauberem Ansprechverhalten auf der Straße. Anders als oft knochig rustikal zu fahrende Japan-Pick-ups könnte der Amarok auch ein Ram- oder Chevrolet-Emblem am Grill tragen, so satt und amerikanisch fährt er sich.

Modell 3.0 TDI BMT 3.0 TDI BMT 4MOTION
Motor / Hubraum V6-Turbo / 2967 cm3 V6-Turbo / 2967 cm3
Getriebe 6-Gang manuell 8-Stufen-Automatik
kW (PS) bei 1/min 120 (163) / 2750-4500 150 (204) / 3000-4500
Nm bei 1/min 450 / 1250-2700 500 / 1250-2750
Höchstgeschwindigkeit 179 km/h 188 km/h
0–100 km/h 9,8 s 8,5 s
Normverbrauch 8,3 l D 8,1 l D
Abgas CO2 • EU-Norm 219 g/km • Euro 6b 212 g/km • Euro 6b
SCR-Kat. 1) / AdBlue-Tankgröße ja / 13 Liter ja / 13 Liter
Grundpreis 32.076 Euro 41.644 Euro
Wertung Schon mit 163 PS ist der V6 ein sämiger Antrieb. Dass es ihn ohne Allrad und als Handschalter gibt, dient dem Basispreis, aber nicht dem Alltagsnutzen. Mit 204 PS verstärkt sich der langmütige Charakter noch, und der V6 drückt voran wie eine Dampflok, egal ob leer oder beladen.
Ökotrend-Wertung 5 5

Opulentes Raumgefühl dank großer Scheiben und enormer Breite

Auf neuestem Stand ist das Cockpit nicht, auch die Menge an Hartplastik ist generös. Der Amarok bleibt ein Nutzfahrzeug, aber mit hohem Anspruch.

Viel Bodenfreiheit und die auf einem Leiterrahmen sitzende Kabine sorgen für einen recht hohen Einstieg. Für Kurzbeinige empfehlen sich Trittstufen oder Schwellerrohre, Große würden sich aber unnötig die Hosenbeine daran beschmutzen. Oben angekommen werden die Insassen von VW-typisch guten Sitzen empfangen. Für ein opulentes Raumgefühl sorgen nicht nur die großen Scheiben, sondern auch die enorme Wagenbreite, die viel Schulterfreiheit bietet. Im Fond schaut die Welt dann nicht mehr ganz so rosig aus. Speziell wenn die Vordersitze weit hinten stehen, bleibt hinten nur wenig Beinfreiheit. Für einen Pick-up ist dieses Verhältnis noch überdurchschnittlich gut, im Vergleich zum Pkw aber nur ausreichend. Immerhin lässt sich Kleinkram wie Bordwerkzeug oder Extrakleidung hinter und unter der Rückbank verstauen. Für sperrige Güter ist sie zudem einteilig vorklappbar. Der Materialmix wirkt adäquat. Zwar bestehen Instrumententräger und Türtafeln aus hartem Kunststoff, doch ist die Dämmung tadellos, sodass dadurch keinerlei Klapper- oder Dröhngeräusche aufkommen. Für die Sitze empfehlen wir durchaus das 1892 Euro teure Ledergestühl. Das ist luxuriös, bequem und zur Not auch abwischbar. Das volle Programm mit elektrischer Einstellung, Sitzheizung und besagtem Leder liegt dann aber bereits bei üppigen 3141 Euro. Die Luxusversion Aventura mit der Option auf die 258-PS-Ausbaustufe des V6 TDI (58.072 Euro) wartet serienmäßig mit weichem Nappaleder auf.

Ein Artikel aus AUTO TEST

Ein Dämpfer für die Heckklappe wäre wünschenswert

Zugegeben, beim Pick-up geht es nicht um Nappa, sondern um eine zweckmäßige Pritsche. Ihre Platzverhältnisse sind klar. Wir vermissen aber eine Trittstufe in der Stoßstangenecke. In höheren Ausstattungslinien wäre auch ein Dämpfer für die Heckklappe wünschenswert, die bei jedem Amarok mit Vorsicht heruntergelassen werden will. Sie ist mit 200 Kilo belastbar. Nur bei Canyon und Aventura ist die Pritschenbeschichtung aus abriebfest aufgespritztem Kunststoff serienmäßig; sie ist absolut empfehlenswert und kostet 844 Euro. Der Bügel hinter der Kabine – Serie bei Canyon, ähnlich bei Aventura – eignet sich zur Aufnahme langer Ladung und kostet im Paket mit Trittbrettern ab 1862 Euro. Hier gilt das Credo: Wenn schon Pick-up, dann aber richtig! Cowboystiefel sind übrigens nicht serienmäßig.

Kaufberatung VW Amarok

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Andreas Jüngling

Fazit

Es ist gar nicht einfach, sich für den richtigen Amarok zu entscheiden. Nützlich ist er immer, doch auch sein Verwöhnpotenzial ist nicht zu verachten. Ärgerlich, dass der Basismotor nicht für alle Versionen erhältlich ist. Solange der Amarok aber noch mit der Euro-6b-Norm hantiert, raten wir am ehesten zum Gebrauchtkauf – dann auch gern mit guter Ausstattung.

Stichworte:

Pick-up

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