Volkswagen prüft offenbar ein ungewöhnliches neues Geschäftsfeld: Militärfahrzeuge. Im Werk Osnabrück sind unter strenger Geheimhaltung zwei Prototypen entwickelt worden, die speziell für militärische Einsätze gedacht sind. Öffentlich machen wollte der Konzern das eigentlich nicht, doch jetzt kursieren im Netz Fotos von einer Fachmesse in Nürnberg.
Wie der NDR berichtet, tauchten die olivgrünen Fahrzeuge auf der Sicherheits- und Verteidigungsmesse "Enforce Tac" auf. Dort wurden sie auf dem Stand von Diederich Engineering Systems (D.E.S.) ausgestellt – das Unternehmen entwickelt militärische Spezialfahrzeuge. Die VW-Logos waren abgeklebt, offiziell liefen die Fahrzeuge unter der Bezeichnung MV 1 und MV 2 – kurz für "Military Vehicle".

VW Amarok und Crafter als Basis für Militärfahrzeuge

Bei den Prototypen handelt es sich laut NDR um stark umgebaute Versionen des Pick-ups Amarok und des Transporters Crafter. Beide Fahrzeuge wurden komplett auf militärische Anforderungen zugeschnitten.

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Der MV 1 soll vor allem für schnelle Einsätze gedacht sein und kann kleinere Fahrzeuge wie Quads transportieren. Der MV 2 ist dagegen eher eine mobile Kommandozentrale: Er lässt sich als Einsatzleitstelle nutzen, aber auch für medizinische oder logistische Aufgaben.
Bemerkenswert: Die Fahrzeuge sollen innerhalb von nur vier Monaten entwickelt worden sein.
Offiziell hält sich Volkswagen weiterhin bedeckt. Eine Sprecherin des Werks erklärte lediglich, es handle sich um "eine ergebnisoffene Markterkundung". Konkrete Produktionspläne gebe es derzeit nicht.
Allerdings passt das Projekt grundsätzlich zum Standort Osnabrück. Das Werk gilt im Konzern als Spezialist für kleine Stückzahlen und Nischenmodelle, zuletzt etwa beim Bau von Cabriolets. Militärfahrzeuge könnten daher langfristig eine zusätzliche Perspektive für das Werk sein.

Keine Waffenproduktion geplant

Wichtig ist dem Konzern dabei eine klare Abgrenzung: Volkswagen betont, dass es zwar militärische Fahrzeuge geben könne. Eine Produktion von Waffen sei jedoch ausgeschlossen.
Bislang hat VW vor allem zivile Fahrzeuge gebaut, die sich bei Bedarf militärisch nutzen lassen. Die neuen Prototypen MV 1 und MV 2 wären dagegen reine Militärfahrzeuge. Ob daraus tatsächlich einmal Serienmodelle werden, hängt laut Konzern vor allem davon ab, ob sich überhaupt ein Markt dafür entwickelt.
Fest steht: Auch bei Volkswagen denkt man inzwischen über völlig neue Geschäftsfelder nach.