Wir sind immer noch Jäger und Sammler. Inzwischen vor allem Schnäppchenjäger und Bonuspunktesammler. Da liegt es nah, uns mit dem Zwei-in-eins-Versprechen zu locken. Etwa beim Plug-in-Hybrid, der Benziner und Batterieelektriker in einem Auto sein will. VW geht beim Caddy jetzt noch einen Schritt weiter.

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Der eHybrid bietet im Ausstattungstrimm Flexible über eine clevere Klappmechanik der Rücksitzbank die Möglichkeit, im Fond Personen mitzunehmen oder den Laderaum solide abzutrennen – weshalb der Flexible auch als Lkw zugelassen werden kann.

Im Innenraum geht es luftig zu

Bleibt die interessante Frage, ob so viel Diversität im Automobilbau jetzt eher der Neuerfindung des Rades gleichkommt oder doch des Guten einer zu viel ist. Die Antwort liefert der ausführliche Einzeltest.
VW Caddy Flexible eHybrid
Typisch Kastenwagen geht es im Caddy auch hinten schön luftig zu. Nur bei großen Fahrern wird es hinten enger für die Knie.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Wie es sich für einen Kastenwagen gehört, geht es im Caddy angenehm luftig zu. Kopffreiheit ist überreichlich vorhanden, auch hinten sitzen wir entspannt und können die Füße unter den Vordersitz schieben. Nur wenn der Fahrer seinen Sitz ganz nach hinten rückt, kann es um die Knie eng werden. Außerdem outen reichlich hartes Einfach-Plastik und viel nacktes Blech den Flexible eindeutig als Nutzfahrzeug, die Ablagen ohne dämmende Einlagen sorgen für reichlich Radau.
Die ausgeklügelte Fondbank dient als stabile Trennwand. Mit einem Handgriff klappt sie nach vorn und steht dann aufrecht zwischen Fahrern und Ladung. Funktioniert beeindruckend einfach, dichtet aber nicht gegen Staub und Gerüche ab wie eine feste Trennwand. Bei Gebrauch als Sitzmöbel bietet sie zudem null Variabilität.
VW Caddy Flexible eHybrid
Pfiffig: Die hochgeklappte Rückbank trennt Passagiere und Laderaum. Das Volumen liegt mit 2556 Litern hoch, aber es fehlt Flexibilität.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Das maximale Ladevolumen liegt mit 2556 Litern hoch, allerdings fehlt auch hier Flexibilität. Durch die feste Bank-Barriere lassen sich zum Beispiel lange Gegenstände nicht durchladen. Ziemlich ärgerlich ist die miserable Rücksicht, die hinteren Kopfstützen stören massiv. Tröstlich: Statt verblechter Scheiben und asymmetrischer Hecktür mit sichtraubendem Mittelsteg gibt es ohne Aufpreis auch Glas und eine große Heckklappe.
Die Bedienung ist ganz VW: haptisch fragwürdige Slider und Sensorflächen, dafür gute Sprachassistenz ("Hallo, Ida"/274 Euro), ordentlich funktionierende Sicherheits-Crew und gutes Multimedia.

Elektrische Reichweite ist ordentlich

Das Zusammenspiel zwischen 1,5-Liter-Vierzylinder, E-Maschine und 6-Gang-DSG klappt unauffällig, auch wenn der TSI obenraus schon mal dröhnig wird. Die 150 PS Systemleistung machen den Kasten im Alltag ausreichend flott, auch beim Verbrauch gibt es wenig Grund zur Klage. Selbst ohne elektrische Unterstützung reichen 6,8 l/100 km.
VW Caddy Flexible eHybrid
Der Plug-in-Hybrid schaffte im Test 113 Kilometer rein elektrisch, an der Schnellladesäule verträgt der 19,7-kWh-Akku bis zu 40 kW Ladeleistung.
Bild: Tom Salt / AUTO BILD
Im Test war der 19,7-kWh-Akku auch erst nach 113 Kilometern leer – gut fürs tägliche Pendeln oder um das Kleingewerbe in der Stadt laut- und emissionslos zu erledigen. An der heimischen Wallbox ist die Batterie mit 11 kW in knapp 30 Minuten wieder gefüllt, am Schnelllader sind sogar bis zu 40 kW möglich.

Messwerte

Messwerte
Beschleunigung
0–50 km/h
3,5 s 
0–100 km/h 
10,3 s 
0–130 km/h 
17,3 s 
0–160 km/h 
29,3 s 
Zwischenspurt
60–100 km/h
5,8 s 
80–120 km/h 
7,6 s 
Leergewicht/Zuladung 
1862/563 kg 
Gewichtsverteilung v./h. 
52/48 % 
Wendekreis links/rechts 
11,2/11,3 m 
Sitzhöhe 
700 mm 
Bremsweg
aus 100 km/h kalt
36,1 m 
aus 100 km/h warm 
36,4 m 
Innengeräusch
bei 50 km/h
59 dB(A) 
bei 100 km/h 
67 dB(A) 
bei 130 km/h 
71 dB(A) 
Verbrauch
Sparverbrauch 
5,7 l S/100 km 
Testverbrauch Durchschnitt der 155-km-Testrunde
4,1 l S + 7,8 kWh/100 km 
Sportverbrauch 
9,7 l S/100 km 
CO2 (Testverbrauch) 
97 g/km 
Reichweite (Testverbrauch) 
477 km + 113 km elektrisch 
Beim Federungskomfort blitzt dann noch mal das Nutzfahrzeug durch. Weil immerhin 563 kg eingepackt werden dürfen, spricht der Caddy unbeladen recht barsch auf Kanten und Absätze an, lange Wellen schluckt er dagegen souverän und ohne Nachschwingen.
Als Plug-in kostet der Flexible mindestens 47.422 Euro – für einen Kastenwagen echt selbstbewusst. Gewerbetreibende können über 0,5-Prozent-Regelung und Lkw-Zulassung sparen, bei der Steuer wäre der Diesel sinnvoller.

Wertung VW Caddy Flexible eHybrid

Wertung VW Caddy Flexible eHybrid
Karosserie
Viel Platz, vor allem fürs Gepäck, stabile Gepäcktrennung durch Fondbank, aber geringe Variabilität.
3,5 / 5
Antrieb
Noch ausreichende Fahrleistungen, unauffällige Motoren-Getriebe-Einheit, Verbrauch okay.
3,5 / 5
Fahrdynamik
Passend zur Fahrzeugklasse im Handling eher brav als sportlich, Bremse/Lenkung Durchschnitt.
3,5 / 5
Connected Car
Ordentliches Multimedia, das teils aber extra kostet. Navi okay, zeigt aber keine freien Strecken.
4 / 5
Umwelt
Recht schwer, aber beim Verbrauch noch im Rahmen. Hohe elektrische Reichweite.
3 / 5
Komfort
Sitze durchschnittlich, Federung eher auf der straffen Seite, bei der Ausstattung kostet einiges extra.
3 / 5
Kosten
Hoher Fahrzeugpreis und mäßiger Wiederverkauf, dafür Wartung alle zwei Jahre, fünf Jahre Garantie.
2 / 5
AUTO BILD-Testnote
2,6
So dürfte der Caddy eHybrid Flexible recht hohe Wertverluste einfahren, wenigstens bietet er wie alle VW-Nutzfahrzeuge inzwischen fünf Jahre Garantie.

Bildergalerie

VW Caddy Flexible eHybrid
VW Caddy Flexible eHybrid
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VW Caddy Flexible eHybrid im Test

Fazit

von

AUTO BILD
Das Konzept mit der Fondbank als Trennwand ist pfiffig, dürfte aber nur für die wenigsten Kunden perfekt passen. Die Variabilität der Konstruktion ist am Ende zu gering – und der Preis des Caddy Flexible dann doch zu hoch. AUTO BILD-Testnote: 2,6