VW Golf 1 GTI (1983) Komplettumbau zu verkaufen
An diesem Golf 1 GTI ist nichts mehr original
Bild: Fast Classic
Dieser VW Golf 1 GTI ist nichts für Originalität-Olaf! Wer auf der Suche nach einem unverbastelten Original ist, wird beim Anblick dieses 1er GTI die Hände über dem Kopf zusammenschlagen. Wer ein sauschnelles Unikat sucht, könnte hier richtig sein. Vorausgesetzt das Lenkrad auf der falschen Seite stört nicht.
Angeboten wird der VW Golf 1 GTI vom britischen Händler "Fast Classics", der ständig interessante Fahrzeuge verkauft. Doch dieser Golf ist wirklich etwas ganz Spezielles. Dabei sollte man sich nicht vom OEM+-Look blenden lassen, denn der Golf hat es wirklich faustdick unter der Haube.
Aber fangen wir erst mal vorne an, denn die ausführliche Inseratsbeschreibung des Händlers enthält jede Menge interessante Informationen. So ist die Historie des Golf größtenteils belegbar. Er wurde 1983 im britischen Surrey ausgeliefert, weshalb es nicht verwunderlich ist, dass es sich hier um einen Rechtslenker handelt. Zwar sind im Serviceheft nur vier Stempel vorhanden, allerdings sollen zahlreiche Rechnungen aus den 80er-/90er-Jahren vorliegen.
Nicht der erste Motortausch
Irgendwann im Anschluss wurde der GTI für einige Jahre stillgelegt, ehe er Anfang der 2000er-Jahre wiederbelebt und umgebaut wurde. Der originale 1,8-Liter-Vierzylinder mit sportlichen 112 PS wurde gegen einen deutlich potenteren 2,0-Liter-16V getauscht. Im selben Atemzug wurde der ab Werk nur 810 Kilo leichte Golf komplett entkernt, in "Alpinweiß" lackiert und mit einem eingeschweißten Überrollkäfig versehen.

Die Leistung des 1.8 T gibt der Händler schlicht mit 300 PS+ an. Das Original hat 112 PS.
Bild: Fast Classic
Doch das war dem Vorbesitzer nicht genug, sodass er sich im Jahr 2016 mit dem Wunsch nach mehr Leistung an den britischen VW- und Audi-Spezialisten "The Phirm" wandte. Kurzerhand wurde entschieden den 16V rauszuschmeißen und durch einen 1.8 T zu ersetzen. Ein Motor, der für sein enormes Tuningpotenzial und die Haltbarkeit bekannt ist.
Der GTI soll über 300 PS haben
"The Phirm" machte sich an die Arbeit und optimierte den Vierzylinder mit einigem, was gut und teuer ist. So wurden unter anderem ein größerer Garrett GT28-Turbolader, ein neuer Ladeluftkühler, eine stärkere Benzinpumpe, eine spezielle Downpipe sowie eine nach Kundenwunsch angefertigte Abgasanlage und noch einiges mehr verbaut. Die genaue Leistungsausbeute scheint nicht bekannt, oder soll ein Geheimnis bleiben, denn der Händler gibt sie schlicht mit 300 PS+ und somit rund drei Mal so viel wie im originalen GTI an.

Hier ist gar nichts mehr serienmäßig: Der Innenraum ist komplett entkernt. Dafür haben ein Vollkäfig und Schalensitze Einzug erhalten.
Bild: Fast Classic
Aber der Motortausch war nur die halbe Miete, denn auch alle anderen Komponenten wurden an die enorme Leistungssteigerung angepasst. So wurde eine Fünfgang-Handschaltung mitsamt Sachs-Kupplung, neuem Schwungrad und einem Sperrdifferenzial verbaut, um die Power auch auf die Straße zu bekommen. Die mickrige Serienbremse wurde gegen eine komplette Anlage von Brembo getauscht.
Stahlfelgen in 16-Zoll
Trotz der enormen Leistung sollte der GTI dabei optisch aber unauffällig bleiben, weshalb man sich für einen OEM+-Look entschied. Neben der Neulackierung fallen vor allem die Stahlfelgen auf. Die 16-Zoll-Räder waren nötig, um die große Bremse unterzubringen und verleihen dem GTI mitsamt der Tieferlegung mittels Gewindefahrwerk einen satten Auftritt. Die Semislicks (Toyo Proxes) machen klar, dass dieser GTI kein Blender ist.

Auf den ersten Blick sieht der GTI serienmäßig aus, die großen Felgen, der Käfig und das XXL-Endrohr enttarnen den Umbau.
Bild: Fast Classic
Während die Optik als zurückhaltend beschrieben werden kann, kann gleiches nicht über den Innenraum gesagt werden. Das Cockpit ist komplett leer geräumt und von jeglichem Ballast befreit. Überall ist das blanke Blech zu sehen. Der eingeschweißte Vollkäfig und die Kevlar-Vollschalensitze (in diesem konkreten Fall haben die Sitze den Namen tatsächlich verdient) versprühen Rennwagen-Flair. Immerhin der obere Teil des Armaturenbretts ist erhalten geblieben, während die Instrumente vom Golf 2 und der Schaltknauf vom Golf 4 entliehen wurden.
39.000 Euro soll der GTI kosten
Laut des Händlers hat der Umbau mit rund 25.000 britischen Pfund (also umgerechnet knapp 30.000 Euro) zu Buche geschlagen. Dafür scheint der aufgerufene Preis von etwa 39.000 Euro (32.995 britische Pfund) fair. Allerdings darf auch nicht vergessen werden, dass die Zielgruppe für diesen Monster-Golf sehr klein sein dürfte.

In Großbritannien ist der GTI uneingeschränkt straßenzugelassen, in Deutschland dürfte der TÜV etwas dagegen haben.
Bild: Fast Classic
Und auch wenn der GTI mit frischer "MOT", dem britischen Äquivalent zum deutschen TÜV, angeboten wird, so dürfte dieser hierzulande sicherlich noch das eine oder andere Wörtchen mitreden wollen.
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