VW Golf II GTI gegen Golf VI GTI: Test
Diese zwei sind heiß

AUTO BILD wird 25 Jahre alt. Zeit für ein Volkswagen-Duell der besonderen Art. Golf gegen Golf, damals gegen heute – dabei ist so viel sicher: Wo GTI draufsteht, ist Fahrspaß drin. Egal ob im 16V von 1986 oder im aktuellen Golf VI.
1986 gondelte ich mit einem rostigen Peugeot 104 in Senfgelb zur Uni, während VW die ohnehin schon schwer auszuhaltende Anziehungs-Kraft der drei magischen Buchstaben GTI ins Unerträgliche steigerte. Einfach dem bekannten 1800er-Langhuber einen schicken neuen Vierventilhut aufgesetzt, 27 PS mehr Leistung aus den Brennräumen gequetscht und ein paar 16V-Schildchen aufgeklebt – fertig. Immerhin sorgte die DOHC-Technik (damals wahnsinnig modern, bedeutet doppelte oben liegende Nockenwelle) für mächtige 139 PS – zehn PS mehr als ein 86er BMW 520i. Und zu jener Zeit zum Glück so gerade eben noch Kat-los.
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Bild: Uli Sonntag
Golf II ohne modernen Schnickschnack
Gut, mit 210 Turbo-PS aus zwei Liter Hubraum mobilisiert der moderne Mini-Macho ja auch fast die Leistung eines 86er Carrera (mit Katalysator). Und geht mit derartig viel Schmackes ums Eck, dass wir die maßgeschneiderten Sportsessel und das auf dynamischen Hüftschwung programmierte ESP feiern wie die Russen vor 25 Jahren den Glasnost-Kurs von Gorbatschow. Kein Vergleich zu den Polstern, die sich im GTI 16V damals "Sportsitze" nannten: Kariert sind sie, doch die Lehne reicht gerade bis zu den Schulterblättern. Elektronische Engel zum Ausgleich fahrerischer Defizite kennt er auch nicht. Wozu auch, solche neumodischen Technik-Tricks hat er gar nicht nötig.
Idealer Alltagswagen
Die erstaunlich präzise Lenkung (Servo kostete damals 1186 Mark extra!) lässt uns mit der Leichtigkeit eines Modellbau-Rennwagens über die Ideallinie zischen, das brav untersteuernd ausgelegte Fahrwerk produziert weder Rätsel noch Risiken, die fünf Gänge flutschen wie von Geisterhand geführt durch die Gassen. Ganz ehrlich, diesen Golf II würde ich auch meiner Freundin empfehlen und sofort als Alltagswagen akzeptieren. Natürlich hätte ich auch mit dem aktuellen GTI aus dem Hause VW keine Probleme. Überhaupt gar keine. Oder vielleicht doch: den Preis. So ein 210-PS-Golfstück kostet immerhin 27.275 Euro – mindestens! Wer beim Shopping vier Türen, Direktschaltgetriebe, Leder und ein paar weitere Leckereien ankreuzt, kann auch ganz locker in die 40.000-Euro-Liga aufsteigen. Da war der 16-Ventiler seinerzeit fast ein Schnäppchen – wenn man nicht gerade Student und BAföG-Bezieher war. Ab 25.595 Mark stand das scharfe Eisen 1986 in der Preisliste. Also etwas mehr als 13.000 Euro.
Technische Daten

Bild: Uli Sonntag
VW Golf VI GTI • Vierzylinder, Turbo, vorn quer • Hubraum 1984 cm³ • Leistung 155 kW (210 PS) bei 5300/min • maximales Drehmoment 280 Nm bei 1700/min • Vorderradantrieb • Sechsganggetriebe • L/B/H 4213/1786/1501 mm • Spitze 240 km/h • 0–100 km/h in 6,9 s • Verbrauch EU-Mix 7,3 Liter Super • CO2 170 g/km • Leergewicht 1320 kg Preis: 27.275 Euro.
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